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Trump steht immer im Weg - Irres Einmarsch-Chaos bei Wahldebatte

In New Hampshire stellten sich die Kandidaten der Republikaner einer TV-Debatte. Beim Einmarsch in die TV-Arena kam es zum absoluten Chaos. Mittendrin und immer im Weg: Donald Trump.

Donald Trump Chaos bei  TV-Debatte

Ben Carson verschläft seinen Einsatz - danach nahm das Chaos seinen Lauf - auch Donald Trump traf es.

Im US-TV legte Präsidentschaftsbewerber Donald Trump einen irren Auftritt hin. Beim Einmarsch der Kandidaten überhörte er seinen Namen und verfehlte so seinen Auftritt. Aber das Chaos im Studio war nicht allein sein Fehler, denn beim Einmarsch im Studio ging eigentlich alles schief.

Der Anfang lief noch gut

Beim erste Kandidaten, Gouverneur Chris Christie, lief es noch wie am Schnürchen. Sein Name wurde aufgerufen und schon stapfte er TV-gerecht durch einen Gang auf die Bühne. Doch Kandidat Nummer zwei, Ben Carson, überhörte den Aufruf und blieb in staatsmännischer Pose im Gang stehen. Diese Verzögerung setzte dann eine Reihe von Fehlern in Gang, die eher an irre Einpark-Videos erinnern und nicht an eine politische Debatte. Das hektische "Go – Go – Go" eines Bühnenarbeiters setzte Carson zwar irgendwann in Bewegung, doch sofort bremste er ab, weil inzwischen Nummer drei, Senator Ted Cruz, aufgerufen wurde. Und der Texaner eilte auch pünktlich auf die Bühne. Also verweilte Carson weiter in dem engen Gang.

  Donald Trump steht kurz vor der Kernschmelze, als Jeb Bush ihn überholt.

Donald Trump steht kurz vor der Kernschmelze, als Jeb Bush ihn überholt.


Donald Trump im Bühnenstau

Als Donald Trump aufgerufen wurde, versperrte der Mitarbeiter der Show die Tür, weil er dem ratlosen Carson Anweisungen geben wollte. Das Ergebnis: Nun kam auch Donald Trump nicht rechtzeitig an den Start. Als er sich endlich in den Gang drücken konnte, wartete dort immer noch der zusehends verwirrte Carson, dessen strahlendes Lächeln schon ziemlich verblichen aussah.

Dafür kam der fünfte Mann, Marco Rubio, dazu. Sportlich drängelte er sich zwischen den beiden hindurch, um auf die Bühne zu gelangen. Inzwischen staute sich auch noch Jeb Bush hinter den Kandidaten in der Wartescheife. Donald Trumps Gesicht zeugte jetzt schon von nur mühsam zurückgehaltener Wut – im Büro hätte er vermutlich schon die ersten Mitarbeiter gefeuert. Der nächste Gast, Gouverneur John Kasisch, erschien zunächst überhaupt nicht.

Moderatoren bemerken nichts

Drei Kandidaten fehlten also noch, doch die Moderatoren bemerkten das gar nicht. Sie stellten dem Publikum "die Kandidaten der Republikaner" vor und wollten endlich starten. Sie standen zum Publikum gewandt, die leeren Stühle hinter sich bemerkten sie nicht. Aber zum Glück gab es Funkkontakt zur Studioleitung. Schließlich baten sie die restlichen Politiker noch auf die Bühne. Dieses Mal überhörte Donald Trump seinen Namen. Er musste zweimal gebeten werden.

Jetzt sollte es endlich losgehen, fand der Moderator und musste erneut von seiner Ko-Moderatorin daran erinnert werden, dass John Kasisch noch fehlte.

What happened in that awkward intro at the GOP debate?

We were all confused. More on the debate's winners and losers: http://wapo.st/1SVsqqG

Posted by Washington Post on Samstag, 6. Februar 2016

Äußerung zu Waterboarding empört

In der Debatte selbst fütterte Trump seine Anhänger, wie zu erwarten, mit kernigen Sprüchen. Als es um die umstrittenen Verhörtechnik Waterboarding ging, legte der Rabauken-Politiker los. Weltweit gilt Waterboarding als Foltermethode. Donald Trump hingegen würde sofort wieder die Wasser-Folter einsetzen: "Ich würde Waterboarding wieder einführen und ich würde auch noch weit Schlimmeres als Waterboarding anordnen." ("I would bring back waterboarding and I would bring back a hell of a lot worse than waterboarding.")

Ein Schock für die europäischen Medien und Menschenrechtsaktivisten. Doch die "Washington Post", von der das Video mit dem chaotischen Einmarsch stammt, zählt Trump dennoch zu den Gewinnern der Debatte. Das Bekenntnis zur Folter ist dem Blatt in der Analyse kein Wort wert.

Gernot Kramper
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