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24. Januar 2005, 16:27 Uhr

"Berüchtigte Gestalten" als Spione

Der Bericht über die heimliche Gründung eines neuen US-Geheimdienstes durch Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wurde umgehend dementiert - geholfen hat es nicht. Zwei amerikanische Zeitungen haben nun weitere Details veröffentlicht.

Rumsfeld im Gedränge bei Bushs Amtseinführung: Die Abhängigkeit vom CIA beenden© Don Emmert/AFP

Hat US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld nun heimlich einen Geheimdienst gegründet oder hat er nicht? Ungeachtet eines Dementis vom Pentagon vom Sonntag, haben US-Medien nun über weitere Einzelheiten eines neuen Geheimdienstes im US-Verteidigungsministerium berichtet.

Laut des Nachrichtensenders CNN, soll die neue "Abteilung für Strategische Unterstützung" nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ins Leben gerufen worden sein. Die Aktivitäten würden mit der CIA abgestimmt und können weltweit geheime Anti-Terror-Operationen durchführen.

Weniger Technik, mehr Agenten

Nach einem Bericht der "New York Times" geht die Gründung der Spezialeinheit auf den Wunsch von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zurück, Geheimdienstinformationen mehr mit Hilfe von Agenten als mit technischen Hilfsmitteln zu sammeln. Die kleinen Einheiten würden aus Experten des Armee-Geheimdienstes DIA zusammengestellt. Sie sollten beispielsweise Ziele ausspionieren und mit ihren Informationen die Kampfeinsätze von Spezialeinheiten unterstützen.

Am Sonntag hatte die "Washington Post" unter Berufung auf CIA-Mitarbeiter gemeldet, dass Donald Rumsfeld mit einem neuen Dienst, bewusst in die traditionelle Domäne des US-Geheimdienstes CIA einbrechen wollte. In der "Abteilung für Strategische Unterstützung" würden Teams von Offizieren, Übersetzern sowie Verhör- und Technik-Spezialisten zusammenarbeiteten. Sie seien schon seit zwei Jahren aktiv, insbesondere im Irak und in Afghanistan. In einer Notiz an Rumsfeld habe US-Generalstabschef Richard Myers geschrieben, die Behörde werde sich auf "sich entwickelnde Zielländer wie Somalia, Jemen, Indonesien, Philippinen und Georgien" konzentrieren.

Der Pentagon-Geheimdienst solle die "fast totale Abhängigkeit" vom US-Geheimdienst CIA beenden. Zu den angeworbenen Spionen gehörten auch "berüchtigte Gestalten", deren Verbindung zu den USA im Falle einer Offenlegung peinlich sein könnte.

Das US-Verteidigungsministerium hatte dem Bericht umgehend widersprochen. "Es gibt keine Einheit für geheime Operationen, die direkt dem Verteidigungsminister unterstellt ist", heißt es in einer Stellungnahme des Pentagons. Es gebe auch keine Absicht zu solchen Aktivitäten.

Nun wird in den USA befürchtet, dass diese neuen Einheiten die vom Gesetzgeber festgeschriebene Aufsicht des US-Kongresses über Geheimdienstoperationen unterlaufen könnte. John McCain, Vorsitzender des Streitkräfteausschusses im US-Senat plant als Konsequenz nun eine Anhörung.

DPA
 
 
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