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5. März 2010, 13:04 Uhr

Parlament beschließt Milliarden-Sparpaket

Im Kampf gegen den drohenden Staatsbankrott hat das griechische Parlament das milliardenschwere Sparpaket der Regierung gebilligt. Eine Protestkundgebung in Athen eskalierte: Es kam zu den heftigsten Gewaltausbrüchen seit den Jugendunruhen von 2008.

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Blutverschmiert, das Hemd zerrissen: Der griechische Gewerkschaftsboss Yiannis Panagopoulos wurde von Demonstranten attackiert© Aris Messinis/AFP

Trotz heftiger Proteste hat das griechische Parlament am Freitag das umstrittene Milliarden-Sparpaket zur Konsolidierung der Staatsfinanzen beschlossen. Das Gesetz sei als Ganzes angenommen worden, teilte Parlamentspräsident Filippos Petsalnikos mit. Ministerpräsident Giorgos Papandreou reiste unterdessen nach Berlin, um mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Maßnahmen zur Wiederherstellung des Vertrauens in sein Land zu erörtern.

Während das öffentliche Leben vor allem in Athen durch Streiks und Proteste weitgehend lahmgelegt wurde, paukten die 160 Abgeordneten der regierenden PASOK-Partei das Sparpaket in einem Schnellverfahren durch das Parlament. Griechenland stehe in einem "Wettlauf mit der Zeit", sagte Finanzminister Giorgos Papakonstantinou. Die oppositionelle Partei Nea Dimokratia mit 91 Abgeordneten lehnte zwei der 20 Gesetzesartikel ab. Die 21 kommunistischen Abgeordneten verließen unter Protest den Saal.

Schulden in Höhe von 300 Milliarden Euro

Gegen die Sparpläne im Umfang von 4,8 Milliarden Euro gibt es landesweit Proteste. Für den 11. März riefen die großen Gewerkschaftsverbände erneut zu einem Generalstreik auf. Zu den Sparmaßnahmen zählen Gehaltskürzungen für Beamte und Erhöhungen der Mehrwertsteuer und anderer Steuern. Insgesamt hat Griechenland einen Schuldenstand von rund 300 Milliarden Euro.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte in Berlin, für die Bundesregierung sei ein "glaubwürdiges Vorgehen auf dem Weg zur Konsolidierung" der griechischen Staatsfinanzen wichtig. Die EU habe bereits im Februar erklärt, sie werde Griechenland unterstützen. Politische Unterstützung bedeute, "dass wir deutlich machen, dass Griechenland auf dem richtigen Weg ist", fügte Wilhelm hinzu.

In Athen wurden einige Demonstranten gewalttätig

Papandreou warb um internationale Unterstützung für seine Sparpläne, schloss aber Bitten um Geld aus. Eine europäische Unterstützung für die Sparpläne sei wichtig, um an den Märkten wieder "Kredite zu besseren Bedingungen" zu bekommen, sagte Papandreou der "FAZ". Er wolle bei seinem Besuch in Deutschland nicht um Finanzhilfen bitten. Papandreou wollte um 18 Uhr mit Merkel zusammenkommen.

In Griechenland legte eine Streikwelle das Land lahm. Da in Athen keine Busse und Bahnen fuhren, gab es riesige Staus, auch die Fluglotsen wollten auf allen griechischen Flughäfen die Arbeit vorübergehend niederlegen. Dem Aufruf des Gewerkschaftsbundes GSEE und der Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst, ADEDY, waren auch Journalisten gefolgt.

In Athen wurden einige Demonstranten gewalttätig. Junge Demonstranten attackierten GSEE-Chef Yannis Panagopoulos und bewarfen ihn mit Kaffeebechern, ein Mann verletzte ihn durch Faustschläge im Gesicht. Weitere Demonstranten schleuderten Wurfgeschosse auf die Polizisten, die ihrerseits Tränengas einsetzten.

AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
jetrabbit (06.03.2010, 14:41 Uhr)
solidarität mit griechenland
das internationale bankster kartell will diese welt einfach kaufen, mit geld das ihnen garnicht gehört.
Prologo (05.03.2010, 23:22 Uhr)
@REINI2
Ganz recht so, Reini.
Beispiel gesetzlicher Mindestlohn!

Alle Gewerkschaften und 40 Mio Arbeitnehmer schauen seelenruhig zu, wie sich 10 Mio Niedriglöhner und Geringverdiener und Leiharbeiter und Zeitarbeiter nur fürs Überleben quälen.
21 EU Länder haben ihn schon.

Und alle akzeptieren Kinderarmut und Rentenarmut und das wir schon 6 Mio Menschen an der Tafel ernähren!

Alle sollen aus den Gewerkschaften sofort austreten, dann rührt sich vielleicht was.

Schande über Deutschland!

MfG,
T.
REINI2 (05.03.2010, 23:00 Uhr)
Generalstreik? Der Deutsche weiß nicht, was das ist!
Prologo (05.03.2010, 22:42 Uhr)
In Deutschland ist ein Generalstreik verboten.... und weißt du was daran so deprimierend ist??
WIR HALTEN UNS DARAN!

Am 1.Mai geh ich immer auf die Demos.... da könnten wir <legal> den Politikern zeigen, dass wir GENUG HABEN!
Leider sind die Deutschen ein Volk der ?. Kopf in Sand Stecker ?.. geworden.
Die gehen für ihre Rechte nicht auf die Straße .... Wohl alles Klosterschüler??
Prologo (05.03.2010, 22:58 Uhr)
@ozipanitada,
Danke für die Auskunft. Habs grade selbst gefunden, März 1920 war das.

Kein Wunder, dass sich unsere Politiker so sicher sind.
MfG,
T.
REINI2 (05.03.2010, 22:51 Uhr)
Korruption ... da sind wir noch besser!
Bei uns sind Politiker nicht käuflich....man kann sie nur MIETEN!!
Wer genügend Geld zahlt, bekommt die entsprechenden Gesetze!
Unterstützt wird dies durch die Vereine der Arbeitgeber... INSM ? und dem KONVENT FÜR DEUTSCHLAND!

Es ist lächerlich den Griechen Korruption vorzuwerfen! In Deutschland ist es nur staatlich durchorganisiert und damit legalisiert!
Das BVG kann ab und zu die asozialen Gesetze abändern.... !!
Doch das Ziel der Neoliberalen bleibt:

Der Sozialstaat soll abgeschafft werden und durch das System der PRIVATISIERUNG ersetzt werden!

Onzapintada (05.03.2010, 22:48 Uhr)
1920
Gegen den Kapp-Putsch.
Prologo (05.03.2010, 22:42 Uhr)
Kann mir jemand mal sagen, .....

.....wann der letzte Generalstreik in Deutschland stattgefunden hat??

MfG,
T.
REINI2 (05.03.2010, 22:40 Uhr)
Die <bild> ist nicht die Meinung des VOLKES!
Ich möchte mich bei allen Griechen für die Aussagen unserer Lobbyistenpolitiker entschuldigen!
Die haben nur GELD im Kopf und wollen für IHRE unfähige Politik jeden zur Verantwortung ziehen..... nur sich selber nicht!
Griechenland ging doch nicht über Nacht Pleite!

Schon der Beitritt zur EU wurde von amerikanischen Banken nur durch BETRUG ermöglicht!
Spanien hatte einen künstlichen Bauboom, Irland lockte mit Null Steuern..... alles von den Banken finanziert!
Leider ein Schneeballsystem, dass nur den Zweck hatten, die Menschen auszubeuten!!

Die Bankenkrise stürzte die ganze Welt ins Chaos.... und jetzt sollen DIE BÜRGER in jedem Land die Dummen sein!!
Hallo Griechen...... wir werden genau so betrogen wir ihr! Und nicht das Deutsche VOLK beschimpft euch, sondern NEOLIBERALE AUSBEUTER, die es in JEDEM LAND gibt!

Lobbyisten der Wirtschaft.... die sich Politiker schimpfen und den Banken den Weg zu diesem weltweiten Betrug geebnet haben!
Geht auf die Straße und wehrt euch.... die Deutschen stecken lieber den Kopf in den Sand.....

Hier haben es immer noch nicht alle begriffen..... NICHT der Bürger, der <kleine Mann> ist Schuld daran, dass die Staaten Pleite gehen... sondern die Gier der Banken, die Gier der Wirtschaft und die Käuflichkeit der POLITIKER!!

Habt ihr es schon wieder vergessen....... wir , die Armen dieser Welt haben die REICHEN dieser Welt gerettet... man kann auch sagen sie haben uns AUSGERAUBT!! Und nun dürfen wir alle die Schuld zum ZWEITENMAL begleichen!!

Ihr Griechen... ihr kämpft für uns alle!!

Onzapintada (05.03.2010, 22:30 Uhr)
Dann eben nicht
Fehler im System entdeckt: Wegen Niedriglöhnen keine Binnennachfrage mehr.
Kein Wachstum mehr.
System stürzt ab.

Sagt die deutsche "Elite": Egal. Niedrige Löhne sind gut für die Gewinne!
In Deutschland klappt das: Kein Widerstand.
Sagt die deutsche Regierung: Die Griechen sollen zahlen.
Lohnsenkung auch in Griechenland.
Freut sich die Finanzelite: Toll!
Sagen die Griechen: Billiglohn ist Moppelkotze.
Sagt der deutsche Politiker: Dann wollen wir die griechischen Inseln. Freut sich der Stammtisch.
Sagen die Griechen: Jetzt gibts Kleinholz. Wir machen Generalstreik.
Sagt die deutsche Elite: Generalstreik kennen wir nicht. Ist bei uns verboten.
Sagen die deutschen Arbeiter: Na gut. Dann eben nicht.
quakenderfrosch (05.03.2010, 19:58 Uhr)
"Angst vor der Staatsgewalt kennen die Griechen offenbar nicht "
Es gilt nun den Griechen an allen Fronten beizustehen, während sie von Polizeiknüppeln malträtiert die Früchte eines Europas ernten, das niemand mehr will.

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