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15. Mai 2009, 06:52 Uhr

Obama hält an Militärtribunalen fest

Das Gefangenenlager Guantànamo lässt Barack Obama schließen, doch an den umstrittenen Militärtribunalen hält der US-Präsident fest. Die Prozesse gegen bis zu 20 Terrorverdächtige sollen bald fortgesetzt werden, dann aber unter rechtsstaatlichen Grundsätzen. Menschenrechtler gehen dennoch auf die Barrikaden.

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Gefangenenlager Guantànamo auf Kuba: Zurzeit stehen 13 Verfahren vor den US-Militärtribunalen an© Brennan Linsley/AP

US-Präsident Barack Obama hat die Wiedereinsetzung der umstrittenen Militärtribunale gegen Terrorverdächtige im Gefangenenlager Guantànamo bekanntgeben. Die Verfahren sollen demnach nach Abschluss einer von Obama angeordneten Überprüfung in etwa vier Monaten fortgesetzt werden. Dabei soll es zusätzliche Garantien für den Rechtsschutz der Terrorverdächtigen geben. Geplant sind Prozesse gegen bis zu 20 der insgesamt noch 241 Gefangenen.

Obama hatte wenige Stunden nach seinem Amtsantritt im Januar angeordnet, die Tätigkeit der Militärkommissionen in Guantànamo mit sofortiger Wirkung auszusetzen. Gleichzeitig ordnete er eine Überprüfung dieser von seinem Vorgänger George W. Bush eingeführten Praxis an. Zurzeit stehen 13 Verfahren in den Militärtribunalen an. In fünf Fällen geht es um den Vorwurf der Beihilfe zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001.

Nach Angaben der namentlich nicht genannten Regierungsvertreter sollen für die Verdächtigen künftig die rechtsstaatlichen Grundsätze gelten, wie sie Obama bereits bei der Einführung der Tribunale unter der Bush-Administration gefordert hatte. Dazu gehöre, dass Aussagen, die unter Folter wie zum Beispiel dem sogenannten Waterboarding gemacht wurden, nicht mehr zugelassen werden. Bei dieser inzwischen untersagten Verhörpraxis haben die Betroffenen das Gefühl, kurz vor dem Ertrinken zu stehen.

Beweise, die auf Hörensagen beruhen, dürfen nur noch unter verschärften Bedingungen verwendet werden. Die Beschuldigten sollen nach den neuen Richtlinien auch mehr Rechte erhalten, ihren Verteidiger zu wählen, der aber weiter aus den Reihen der Streitkräfte berufen werden muss.

Massiver Wiederstand von Menschrechtlern

Menschenrechtsgruppen hatten sich bereits am vergangene Wochenende nach ersten Spekulationen über eine mögliche Wiedereinsetzung der Tribunale in der Presse enttäuscht von Obama gezeigt und massiven Widerstand angekündigt. Nach Ansicht des Vorsitzenden der größten US- Bürgerrechtsgruppe ACLU, Anthony Romero, beruhen die Tribunale auf verfassungswidrigen Grundlagen und zielen darauf ab, "Schuldsprüche sicherzustellen, keine fairen Prozesse".

Obama hat angekündigt, das Gefangenenlager in Guantànamo bis Anfang nächsten Jahres zu schließen. Für die Unterbringung der Gefangenen führen die USA Gespräche mit potenziellen Aufnahmeländern.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 38)
 
Julian2225 (15.05.2009, 21:03 Uhr)
Und an Chatahotchee!
Also wenn Menschen die eine andere Religion ausueben Anschlaege begehen rechtfertigt das LAENDER FEIGE zuzubomben und hunderttausenden alles zu nehmen, ohne die, laut Administration, eigentlichen Uebeltaeter zu treffen. Des weiteren rechtfertigt das Menschen aufzugreifen, sie zu foltern, oder wie sie es lapidar herunterspielen "nass machen", ohne das ihnen etwas nachgewiesen werden kann. (Und eigentlich widerspricht sich das ganze sowieso, ein Suicidebomber begeht Selbstmord und ich kann mir nicht vorstellen das irgendeiner dieser "Bomber" in Gitmo einsitzt!!)
Ihre Logik ist wirklich menschenverachtend und kann eigentlich nur von einem Amerikaner stammen! Wahrscheinlich haben sie auch eine Theorie wo die WMDs abgeblieben sind. Leider hat diese Theorie hunderttausenden von Irakis das Leben gekostet! Aber das ist ja egal...isn't so? In diesem Sinne...
Julian2225 (15.05.2009, 20:49 Uhr)
@Hombre
Na na, ich suche noch danach wo Obama mit Hitler verglichen haben soll. Sie wuerden allerdings einem Politiker alle Ehre machen. Einem das Wort im Mund verdrehen ist standard und damit vom eigentlichen Thema ablenken ebenso.
Ich sagte wenn man Faschismus, der den Muslims hier unterstellt wurde, mit faschistischen Methoden bekaempft ist man nicht besser! Und wir Deutsche sollten eigentlich wissen wenn es um faschistische, menschenverachtende Methoden geht und es nicht gutheissen bloss weil es "unsere" Seite tut!! Denn das hatten wir doch mal, oder?
Zu bemerken sei nochmals das auch die Nazis Menschen nach Gutsherrenart einsperrten weil sie EVENTUELL eine Gefahr darstellen koennten. Offensichtlich haben sie im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst oder sie sind zu jung!
chatahootchee (15.05.2009, 20:11 Uhr)
@ANGEL: UNTERSCHIED NICHT VERSTANDEN
Totrauchen, -saufen, -fahren macht man SELBST. Anschlaege machen verblendete, feige ANDERE.
Und: auch Raucher, Saeufer haben Angst vor dem Tod.
Angel_of_Mercy (15.05.2009, 19:56 Uhr)
@HombreUno
Halt, nicht weglaufen.
Sofern ich mich recht erinnere, wurde UK und Spanien mit Anschlägen gedroht, wenn sie ihre Truppen nicht aus Afghanistan und Irak abziehen und nicht weil sie sich weigerten die Sharia einzuführen.
Terrorismus braucht Menschen, die bereit sind sich als Attentäter zu verdingen und gegebenenfalls zu opfern. Hätten diese Menschen eine wesentlich bessere Alternative, nämlich in Frieden zu leben und zu überleben, würde den Fanatikern kaum noch jemand folgen.
Das wars von mir, back to topic, bevor die admins dicht machen.
So, jetzt, schönes Wochenende.
HombreUno (15.05.2009, 19:40 Uhr)
@Angel_of_Mercy
Ich möchte es Ihnen so erklären: Zwar stimme ich nicht mit Ihrer Meinung überein, trotzdem bin ich froh das Sie diese Meinung hier verbreiten können. Unter der Scharia wäre das nicht möglich und genau darum geht es den islaministichen Terroristen, den "Ungläubigen" ihre fanatischen Denkweise auf zu zwingen.
Auf jeden Fall hat es mit "Globalplayer" und "Rekordgewinnen" rein gar nichts zu tun.
Schönes Wochenende
Angel_of_Mercy (15.05.2009, 19:24 Uhr)
@chatahootchee
Genau das meine ich. Menschen rauchen sich tot. Menschen saufen sich tot. Menschen fahren sich tot, aber haben Angst bei einem Terroranschlag zu sterben.
Angel_of_Mercy (15.05.2009, 19:21 Uhr)
Terrorismus ist furchtbar,
da sind wir uns einig. Und ja, er lässt sich nicht von heute auf morgen beseitigen, genauso wenig wie er von heute auf morgen entstanden ist.
Doch wenn wir wirklich den Anspruch erheben wollen moralisch besser zu sein als der Terrorismus, dürfen wir nicht seine Methoden übernehmen.
Es gibt auch einen psychologischen Aspekt, nämlich der, dass der Terrorismus die Menschen hier in Panik versetzt ohne das ein Anschlag statt findet. So sehr in Panik versetzt, dass sie bereit sind sämtliche Freiheiten, Grund- und Menschenrechte für imaginäre Sicherheit aufzugeben. Imaginär, denn reale Sicherheit wird es niemals geben auch wenn wir alle Freiheit aufgeben. Ich lasse mich nicht in Panik versetzen und sollte es mich bei einem Anschlag erwischen, tja Pech gehabt. Tod ist Tod.
chatahootchee (15.05.2009, 19:10 Uhr)
ALSO @ANGEL
Das ist zu viel Mercy:
- Rauchen macht man selbst
- Saufen auch
- Verkehr - der "Uebeltaeter" wird bestraft und jeder weiss, was er tut
- HIV bekommt man nicht, man holt es sich selbst
- Terrorismus ist aber politisch oder religioese Heimtuecke gegenueber Unschuldigen.
- Hilfe fuer Afrika - mit den meisten Hilfslieferungen werden doch die Leute zur Unselbstaendigkeit erzogen. Land bleibt brach, man bekommt ja Hilfe.
Ich bin mir bewusst, dass die Gutmenschen und Tree-hugger jetzt aufschreien. Sollen die mal mit besseren Argumenten kommen.
Dieter37 (15.05.2009, 19:02 Uhr)
@Angel_of_Mercy (15.5.2009, 18:54 Uhr)
aber dafür braucht es viel Zeit; wenn es überhaupt umsetzbar ist.
Die Terroristen warten aber nicht und werden weiter Unschuldige in den Tod reißen.
Jeden Tag kann es geschehen; auch hier in Deutschland !
Wollen wir also weiter so tun, als sei das alles unbegründete Panikmache ? schn vergessen, was z.B in London - und Madrid war ?
Angel_of_Mercy (15.05.2009, 18:54 Uhr)
@Dieter37
Was ist die größere Gefahr?
Rauchen, Saufen, Verkehr, Ärztepfusch oder Terrorismus?
Jedes einzelne der vorher genannten fordert pro Jahr mehr Todesopfer in Deutschland als alle nachweislichen Terroranschläge in der westlichen Welt seit/inclusive 9/11.
Terrorismus lässt sich nicht mit Terrorismus bekämpfen, sondern nur wenn man dem Terrorismus den Nährboden nimmt. Doch dann müssten alle Globalplayerfirmen auf Rekordgewinne verzichten, die sie in einer Art Wirtschaftskolonialismus erzielen, indem sie die Länder der 3.Welt ausbeuten. Wir müssen unsere Geiz ist Geil Mentalität ablegen und unser Konsumverhalten ändern, welches mitverantwortlich ist, dass armen Ländern die Waren entzogen werden, die sie selbst benötigen, aber für die Herrschenden dort mehr Gewinne abwerfen, wenn sie den Geizgeilern verkauft werden.
Außerdem sollten wichtige Medikamente zur Seuchenbekämpfung und zum Lindern der Folgen von AIDS von den armen Ländern zum Selbstkostenpreis herstellbar sein, damit sie sie kostenlos verteilen können. Aber nein, sie werden des Profits wegen patentrechtlich, über die Leichen von tausenden Afrikanern, geschützt.
 
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