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22. Dezember 2010, 09:48 Uhr

Südkorea schießt, der Norden hält still

Südkorea demonstriert gegenüber dem Nachbarn im Norden erneut seine militärische Stärke: Nahe der Grenze hält das Militär sein größtes Manöver in diesem Jahr ab. Nordkorea spricht von einer Provokation.

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Scharfe Munition: Neben Panzern wurden auch Kampfjets und Artilleriegeschütze eingesetzt© Song Kyung-Seok/DPA

Im Konflikt mit Nordkorea hat Seoul kurz vor Jahresende erneut seine militärischen Muskeln spielen lassen. Nachdem Südkorea bereits am Montag trotz der Warnungen aus Pjöngjang eine Militärübung nahe der Grenze abgehalten hatte, fuhr die Armee am Donnerstag erneut schweres Geschütz auf. Nordkorea verurteilte das Manöver als "Provokation" und "Beleidigung". In den von staatlichen Medien verbreiteten Reaktionen wurden aber keine Vergeltungsschläge angedroht.

Die Übung mit etwa 800 Soldaten der Boden- und Luftstreitkräfte - die größte derartige Aktion in diesem Jahr - endete nach etwa zwei Stunden, teilte ein Armeesprecher am Donnerstag mit. Sie fand in Pocheon, 20 Kilometer südlich der Grenze, statt. Dort waren allerdings schon oft ähnliche Manöver abgehalten worden.

Letzte Übung war "verachtenswerte Provokation"

Einen Monat nach dem Angriff Nordkoreas auf eine seiner Inseln im Gelben Meer will Seoul damit erneut militärische Stärke demonstrieren. Am Montag hatte Südkorea bereits eine Militärübung auf der grenznahen Insel Yongpyong abgehalten, die im vergangenen Monat Ziel eines nordkoreanischen Artillerieangriffs mit vier Todesopfern gewesen war.

Im Vorfeld hatte Nordkorea mit schwerwiegenden Konsequenzen gedroht, das kommunistische Land verzichtete aber schließlich auf Vergeltungsmaßnahmen. Es lohne nicht, "auf jede verachtenswerte Provokation" mit einem Gegenschlag zu antworten, hieß es aus Pjöngjang.

Weiteres Großmanöver läuft bereits

Am Mittwoch hatte zudem eine viertägige Übung der südkoreanischen Marine vor der Ostküste des Landes, rund 100 Kilometer von der Grenze zum Norden entfernt, begonnen. Beteiligt waren sechs Kriegsschiffe sowie Hubschrauber. Es gehe darum, Reaktionen auf ein mögliches Eindringen nordkoreanischer U-Boote oder Patrouilleboote in südkoreanische Gewässer zu üben, teilte die Armee mit.

fw/DPA/AFP
 
 
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