. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
8. Dezember 2008, 12:50 Uhr

Terror-Planer in Pakistan gefasst

Die pakistanische Armee hat ein Terrorcamp der Extremistengruppe Lashkar-e-Taiba ausgehoben, die für das Massaker von Mumbai verantwortlich sein soll. Mehrere mutmaßliche Terrorhelfer sollen bei der Razzia in Kaschmir festgenommen worden sein - darunter offenbar auch der Drahtzieher der Anschläge.

Terror, Mumbai, Attentäter, Anschläge, Kaschmir, Anschlag

In Pakistan gefasst: Zaki-ur-Rehman Lakhvi, hier ein Archivfoto, soll hinter den Anschlägen von Mumbai stecken© Abu Arqam Naqash/Reuters

Pakistanische Sicherheitskräfte haben offenbar einen der mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge von Mumbai festgenommen. Zaki-ur-Rehman Lakhvi sei am Sonntagabend bei der Erstürmung eines Lager der Extremistenorganisation Lashkar-e-Taiba in Kaschmir gefasst worden, hieß es am Montag in Kreisen von Geheimdienst und Extremistengruppen. "Ja, Lakhvi gehört zu einer Gruppe von vier oder fünf bei der Aktion Festgenommenen", sagte ein Vertreter einer der LeT nahestehenden Gruppe. Ähnlich äußerte sich auch ein pakistanischen Geheimdienstler, der ebenfalls nicht mit Namen genannt werden wollte.

Lakhvi soll ein Einsatzchef der LeT sein. Der einzige überlebende Attentäter von Mumbai hat ihn nach offiziellen Angaben aus Indien als Drahtzieher der Anschläge identifiziert. Die Täter hatten bei ihrem mehrtägigen Sturmlauf in der indischen Millionenmetropole Ende November 163 Zivilisten und Sicherheitskräfte getötet. Neun Terroristen kamen ums Leben. Indien hatte wiederholt erklärt, die Attentäter hätten Verbindungen zur LeT gehabt.

Offiziell wurde der Einsatz pakistanischer Sicherheitskräfte auf das LeT-Lager außerhalb der Kaschmir-Hauptstadt Muzaffarabad nicht bestätigt. Geheimdienstoffiziere sprachen lediglich von der Festnahme von sechs Männern. Wie die BBC berichtete, sahen Augenzeugen einen Hubschrauber und Dutzende von Soldaten in Aktion. Außerdem seien mehrere Explosionen zu hören gewesen. Das Lager sei abgeriegelt worden. Der Militäreinsatz richtete sich nach Angaben eines ranghohen Geheimdienstlers gegen die islamische Hilfsorganisation Jamaat-ud-Dawa, die Verbindungen zur LeT unterhalten soll.

Die Militäraktion geschah offenbar auf internationalen Druck hin. US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte Pakistan zum Handeln aufgefordert. Es gebe Hinweise, dass nichtstaatliche Akteure die Anschläge auf pakistanischem Boden vorbereitet hätten, sagte Rice am Sonntag. Indien macht die LeT für die Anschläge in Mumbai verantwortlich. Zuletzt habe die Dachorganisation Jamaat-ud-Dawa das Lager zu Ausbildungszwecken genutzt, hieß es aus Sicherheitskreisen. Die Verdächtigen wurden auf mögliche Verbindungen zu den Terroranschlägen von Mumbai befragt. Lashkar-e-Taiba wurde nach Einschätzung von Experten in den 80er Jahren mit Hilfe des pakistanischen Geheimdienstes gegründet, um gegen die indische Herrschaft in einem Teil Kaschmirs zu kämpfen.

Aufständische setzen 100 Nato-Fahrzeuge in Brand

Terroristen in Pakistan griffen unterdessen erneut ein Lkw-Depot an, von dem aus die Nato-Truppen in Afghanistan versorgt werden. Augenzeugen berichteten von einer Explosion. Anschließend hätten mehrere Kämpfer das Gelände in Peshawar gestürmt. Rund 100 Militärfahrzeuge stünden in Flammen. Erst am Sonntag war bei einem Überfall auf ein Lkw-Depot in Nordwestpakistan ein Polizist ums Leben gekommen. Die Angreifer setzten 62 Lastwagen der Einrichtung in Brand, die der Versorgung von Nato-Truppen in Afghanistan dient. Es wird vermutet, dass Extremisten der Taliban-Miliz den Nachschub für die internationalen Truppen in Afghanistan treffen wollen, der zu einem großen Teil von Pakistan aus über den Khyber-Pass geführt wird.

AP/AFP/Reuters
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Terror-Anschläge in Indien Helfer der Mumbai-Attentäter geschnappt

Erste Festnahmen nach der blutigen Anschlagsserie von Mumbai: Die indische Polizei hat in Kalkutta zwei Männer verhaftet, die den Attentätern Handy-Sim-Karten besorgt haben sollen. Unterdessen wurde aus Angst vor neuen Terroranschlägen über die großen Flughäfen des Landes die höchste Alarmstufe verhängt. mehr...

Eine Stadt steht auf "Mumbai, ich liebe dich!"

Der blutige Terror hat Mumbai, die quirlige indische Metropole, bis ins Mark getroffen. Die Geschichten vieler Opfer und mancher Helfer zeugen von einem Alptraum - und von Helden. Wie geht das Leben im früheren Bombay weiter? stern.de-Kolumnistin Swantje Strieder berichtet von einem verwundeten Ort, dessen Bewohner sich mit einem berührenden Motto aufrappeln. mehr...

Anschläge von Mumbai Terrorexperten gehen von mehr Attentätern aus

An den Anschlägen von Mumbai waren laut US-Terrorexperten möglicherweise mehr Attentäter beteiligt als bisher vermutet. "Man muss davon ausgehen, dass einige entwischen konnten", sagte ein Berater von US-Außenministerin Condoleezza Rice. Laut Medienberichten gibt es inzwischen Beweise für eine Beteiligung der pakistanischen Armee an der Terrorserie. mehr...

Anschläge in Mumbai Der Terror kam mit GPS und VoIP

60 Stunden tobte die Gewalt in Mumbai - und die Sicherheitskräfte hatten kaum eine Chance gegen die technologisch hochgerüsteten Täter. Wie sich jetzt herausstellte, verfügten die Attentäter über modernste Kampf- und Kommunikationstechnologien. Und die Sicherheitskräfte hatten nur Gewehre aus dem Zweiten Weltkrieg und nicht einmal eigene Flugzeuge. mehr...

Terror in Mumbai Pakistan will Indien bei Aufklärung helfen

Pakistan hat zugesichert, Indien bei der Aufklärung der Terroranschläge von Mumbai zu unterstützen. Beim Besuch von US-Außenministerin Condoleezza Rice in Islamabad versprach Pakistans Staatschef Asif Ali Zardari eine "entschlossene Aktion" gegen die Hintermänner des Terrors. Inzwischen gibt es zwei konkrete Verdächtige. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch