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7. November 2008, 19:50 Uhr
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Bewerben Sie sich bei Obama

Wer will mitmachen im Team von Barack Obama? Auf dessen Website kann man sich nun für einen Job beim künftigen Präsidenten bewerben. Ganz modern, per Online-Verfahren. Auch Nicht-Amerikaner haben eine Chance. Doch die Sache hat einen Haken. Von Tobias Betz

Barack Obama, Präsident, Regierung, Kabinett

Mitarbeiter gesucht: Auf der Website von Barack Obama kann man sich bewerben© Shawn Thew/EPA

Die Wahl ist erst seit zwei Tagen vorbei, doch schon beginnt in Washington das große Stühlerücken. Denn mit einem neuen Präsidenten kommt nicht nur eine neue Ministerriege ins Amt, auch auf den unteren Verwaltungsebenen werden Beamte ausgewechselt. Die ersten Posten der Regierung Obama sind bereits vergeben. Der Kongressabgeordnete Rahm Emanuel wird neuer Stabschef im Weißen Haus, als Pressesprecher hat Obama seinen Berater Robert Gibbs ausgesucht, und auch für seinen Topstrategen David Axelrod gibt es wohl einen Platz in der Regierung: Er ist als Chefberater des künftigen Präsidenten im Gespräch.

Doch Obama schart nicht nur Politprofis um sich, er lädt alle Amerikaner ein, Teil seiner Regierung zu sein. Frei nach dem Motto "I want you", bietet er Jobs in seiner Regierung an. Damit knüpft er an seinen Wahlkampf an, der vor allem von seinem Mitmach-Appell lebte. Es geht nicht um mich, sondern um euch, rief er bei seinen Reden der Menge zu. Und viele folgten ihm, vor allem junge Amerikaner. Warben um Stimmen, engagierten sich bis zur Erschöpfung für ihren Helden, ihre große Hoffnung auf ein anderes, ein gutes Amerika.

Auch in seiner Siegesrede am Ende dieser historischen Wahl appellierte er an seine Nation, mitzumachen, die Ärmel aufzukrempeln und Stück für Stück ein neues Amerika aufzubauen. Der Wandel ist nach Amerika gekommen, nennt er diese 17 Minuten-Ansprache des 4. November 2008: "Es kann nicht geschehen ohne euch, ohne einen neuen Geist des Dienens, einen neuen Geist der Aufopferung. Lasst uns einen neuen Geist des Patriotismus herbeirufen, bei dem sich jeder von uns bereit erklärt, mitzumachen, und härter zu arbeiten, und nicht nur auf sich selbst zu achten, sondern auch auf den anderen aufzupassen." Bewerbungsformular auf Obamas Website Wer sich davon angesprochen fühlt, der kann mitmachen beim großen Bau eines neuen Amerika. Jeder ist aufgerufen. Obama hält Wort. Davon kann man sich auf seiner neuen Website "www.change.gov" selbst überzeugen. Hier gibt es die Möglichkeit, sich für einen Job in der künftigen Regierung zu bewerben. Arbeiten für den neuen Kennedy, den Erlöser, den neuen Superstar? Ganz nah dran an der Erneuerung des amerikanischen Traums? Es klingt unglaublich, aber auf der Website steht es schwarz auf weiß - "Bewerben Sie sich hier für einen Job".

Der künftige Präsident werde Ernennungen für die ganze Regierung erlassen, heißt es da. Bewerber für diese "Nicht-Karriere-Regierungspositionen" sollten diese Website benutzen, da eine Online-Bewerbung der schnellste und genaueste Weg sei, die Informationen dem Obama-Team zukommen zu lassen. Es folgt der Hinweis: Einmalige Anmeldung genügt. Man solle sich bitte nicht ein zweites Mal nach der Amtseinführung am 20. Januar bewerben.

Darunter die Eingabefelder: E-Mail-Adresse, Name, Postanschrift, Telefonnummer. Erster Stolperstein: die Frage nach der Herkunft. Sind Sie Staatsbürger der Vereinigten Staaten? Doch auch für Nicht-Amerikaner gibt es einen Weg zu Obama. Man muss nur eine Arbeitserlaubnis für die USA besitzen. Dann den letzten Arbeitgeber beziehungsweise die letzte Ausbildung angeben und auf den Abschicken-Button drücken. Fertig. Der erste Schritt, Mitarbeiter des Wandels zu werden, ist gemacht.

"Ein Amerikanischer Moment"

Doch so schnell geht es dann auch wieder nicht. Innerhalb der nächsten Tage bekomme man eine E-Mail mit einem Link für eine ausführlichere Online-Bewerbung, verspricht Obamas Team dem Bewerber. Wer in die engere Auswahl komme, der müsse zusätzliche Formulare ausfüllen, und sich weiteren Überprüfungen unterziehen. Unter Umständen schaltet sich auch das FBI noch ein. Für eine Überprüfung des persönlichen Hintergrunds.

Großer Aufwand. Staatliche Schnüffler. Jahrelanger Stress in der Regierungsarbeit. Wem das zu viel ist, der kann auf andere Weise Teil des Projekts "Neues Amerika" werden. Auf Obamas Website findet sich die Alternative unter dem Punkt "Ein Amerikanischer Moment". Dort wird man aufgefordert, seine eigene Wahlkampfgeschichte zu erzählen. In eigenen Worten zu beschreiben, was diese Wahl für einen persönlich bedeutet.

Und für denjenigen, der sich gar zu Visionärem berufen fühlt, gibt es auch einen Platz im interaktiven Kosmos des "Präsidenten 2.0". Unter dem Stichwort "Share Your Vision" findet sich folgender Hinweis: "Teilen Sie ihre Vision mit anderen, was Amerika sein kann, und wohin "President-Elect" Obama dieses Land führen sollte. Wo sollten wir gemeinsam beginnen?"

Von Tobias Betz
KOMMENTARE (2 von 2)
 
deinemama (07.11.2008, 21:26 Uhr)
Nicht zu laut sagen...
.... uns' Äntschi nimmt das womöglich ernst.
(Allerdings fehlt dann noch der Haarsprayknappe und der - ehrenamtliche, 24 Stunden verfügbare - Tittenzurechtrücker....)
SirExekutive (07.11.2008, 19:57 Uhr)
zu zynisch
erst ein artikel über die exorbitante arbeitslosigkeit in den usa und dann sowas
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"Doch Obama schart nicht nur Politprofis um sich, er lädt alle Amerikaner ein, Teil seiner Regierung zu sein. Frei nach dem Motto "I want you", bietet er Jobs in seiner Regierung an."
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DAS ist doch mal eine tolle idee um die arbeitslosigkeit zu senken und das volk direkt in die politik einzubinden...
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naja was es die politik betrifft, da wird wohl nieman welcher nicht zu der amerkanischen "aristokratie" gehört, etwas sagen dürfen
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was es aber die senkung der arbeitslosigkeit angeht, so lassen sich im weißen haus bestimmt einige millionen arbeitsplätze schaffen..
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z.b. 1 arbeiter um die schnürsenkel vom präsidenten zu zu machen,
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1 bürger um wassergläßer zu transportieren
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1 bürger der mit palmenblätter frisch luft durchs weiße haus wedelt
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1 bürger der die türen auf und zu macht
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1 bürger welcher wasserhähne aufdreht und die klospülung betätigt
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20 mal jeweils 1 bürger welche jeweils ein brötchen vom becker holen
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20 mal jeweils 1 bürger, welche jeweils ein brötchen aufschnedien und belegen
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eine kompanie von ein dutzend bürgern, welche das essen verteilen
usw. und so fort
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natürlich sind das dann alles 1 euro jobs... jene sorgen bei uns ja auch effektiv dafür, das die arbeitslosigkeit schrumpft (1 eurojober werden -nicht- in der statistik einberechnet und gelten als arbeiter wie alle anderen auch)
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