12. August 2012, 10:01 Uhr

Vize als Präsident - Romney schon wie Obama

Peinlich, peinlicher, Mitt Romney: Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner hat seinen "Running Mate" als "künftigen Präsidenten" vorgestellt - unter dem Jubel des Publikums.

Manch einer mag sich angesichts der langen Patzer-Liste des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney gedacht haben: "Gar keine schlechte Idee". Romney brachte es nämlich fertig, die Vorstellung seines "Running Mate" Paul Ryan, also seines Kandidaten für die Vize-Präsidentschaft, auf ultimative Art zu verbocken. Wohl getragen von seiner eigenen Begeisterung kündigte er Ryan flugs als "nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten" an.

Und es dauerte eine Weile, bis Romney begriff, was er gesagt hatte. Das Publikum bei der Kundgebung in Norfolk im Bundesstaat Virginia jubelte, schwenkte US-Flaggen und Ryan setzte schon zu seiner Rede an, da eilte Romney ans Mikrofon zurück, um die Dinge richtig zu stellen. "Ich bin bekannt dafür, hin und wieder einen Fehler zu machen", sagte er in einem eher peinlichen Moment der Inszenierung auf dem Kriegsschiff USS Wisconsin. "Ich habe keinen Fehler mit diesem Typen hier gemacht. Aber ich kann Euch sagen, er wird der nächste Vizepräsident der USA sein." Gerade noch die Kurve gekriegt, könnte man wohlwollend sagen. Beeindruckend war immerhin, wie offensiv der Präsidentschaftskandidat seinen Fauxpas vor großem Publikum geraderückte.

Und so einer soll Präsident werden?

Kann so einer überhaupt eine Chance gegen Barack Obama haben? Auf jeden Fall, denn ob man es glaubt oder nicht: Vor vier Jahren stellte der damalige Kandidat und heutige Amtsinhaber Barack Obama seinen Vize Joe Biden ebenfalls als künftigen Präsidenten vor, bevor er sich schnell verbesserte. Vielleicht ist der peinliche Patzer ja sogar ein gutes Omen für den Republikaner.

dho/DPA
 
 
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