USA warnen vor weiteren Provokationen

16. Januar 2013, 13:07 Uhr

Bei einem Besuch in Seoul haben Vertreter des US-Außenministeriums an Nordkorea appelliert: Man dulde keine neuen Raketentests, hieß es. Neujahr hatte Machthaber Kim Jong-Un Annäherung signalisiert.

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Das Militärregime in Nordkorea provoziert mit seinen Raketen- und Atomtest den Westen. Die USA wollen dies nicht länger dulden©

Die USA warnen das kommunistische Nordkorea vor neuen Provokationen. Washingtons Position sei eindeutig, dass Nordkorea von "provokativen Schritten" abgeschreckt werden müsse.

Dies sagte der Abteilungsleiter für Ostasien und den Pazifikraum im US-Außenministerium, Kurt Campbell, vor Journalisten in Seoul. Er antwortete dabei auf die Frage, ob nach seiner Einschätzung Nordkorea demnächst einen neuen Atomtest unternehmen könnte.

Insbesondere Seoul befürchtet, Nordkorea könnte seinem international kritisierten Raketenstart im vergangenen Dezember schon bald einen Nukleartest folgen lassen. Ende Dezember hatte das US-Korea-Institut an der Johns-Hopkins-Universität in den USA unter Berufung auf Analysen von Satellitenbildern vom nordkoreanischen Testgelände im Nordosten des Landes berichtet. Ein Atomsprengsatz könne dort binnen zwei Wochen gezündet werden, hieß es. Die politische Führung müsse nur noch eine Entscheidung dafür treffen. Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm werden in der Region als Bedrohung wahrgenommen.

Reaktion vom Sicherheitsrat erwartet

Campbell bekräftigte, dass die US-Regierung gemeinsam mit Südkorea und anderen Ländern weiter auf eine strikte Reaktion des Weltsicherheitsrats auf den nordkoreanischen Raketentest dringe. "Wir erwarten formale Schritte im Sicherheitsrat in unmittelbarer Zukunft". Washington befinde sich mitten in intensiven Verhandlungen.

Auf die bisher zurückhaltende Haltung der Vetomacht China ging Campbell nicht ein. Der US-Diplomat war am Dienstag gemeinsam mit zwei weiteren Asien-Spezialisten im Verteidigungsministerium und im Nationalen Sicherheitsrat zu Gesprächen mit Südkoreas Regierung und der künftigen Staatspräsidentin Park Geun Hye nach Seoul gereist. Weitere Gespräche der Delegation sind in dieser Woche in Japan geplant.

Kompromiss zwischen China und Japan

Park habe beim Treffen mit der Delegation bekräftigt, dass sie sich eng mit den USA bei Nordkorea-Fragen absprechen wolle, sagte eine Sprecherin. Sie wolle zugleich das Fenster für einen Dialog mit Nordkorea und auch humanitäre Hilfe offen lassen, sagte Park.

Campbell äußerte derweil seine Hoffnung, dass die beiden US-Bündnispartner Südkorea und Japan ihre Konflikte entschärfen und ihre Beziehungen weiterentwickeln. "Wir haben großes Vertrauen in die Führungen in Japan und Südkorea, zu erkennen, dass es in ihrem besten Interesse ist, den positiven Kurs beizubehalten und vorwärtszugehen." Washington hofft vor allem, dass Südkorea und die frühere Kolonialmacht Japan ihre Konflikte um Geschichts- und Territorialfragen beilegen.

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