22. Februar 2013, 08:00 Uhr

Deutschland verdoppelt Waffenexporte in Golfregion

Deutschland wird zum gefragten Rüstungsexporteur für die Golfstaaten. Im vergangenen Jahr haben sich die Waffendeals mit Ländern der Region mehr als verdoppelt. Größter Abnehmer ist Saudi-Arabien.

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Die deutschen Waffenexporte in die Golfregion haben sich laut einem Bericht der "SZ" 2012 mehr als verdoppelt©

Die deutschen Rüstungsexporte in die Golfregion sind nach einem Zeitungsbericht im vergangenen Jahr stark gestiegen. Der Wert der im Jahr 2012 genehmigten Ausfuhren dorthin sei mehr als doppelt so hoch wie die Vorjahressumme gewesen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion. Der mit Abstand größte Anteil entfiel auf Saudi-Arabien, das vor allem Grenzsicherungssysteme anschaffte.

Auf Antrag der Linksfraktion wollen die Abgeordneten des Bundestages am Freitag über Rüstungsgeschäfte diskutieren. Zuletzt rief ein möglicher Verkauf deutscher Patrouillenboote nach Saudi-Arabien Kritik hervor.

Insgesamt sei 2012 die Ausfuhr von Rüstungsgütern in die sechs Staaten des Golf-Kooperationsrats im Wert von 1,42 Milliarden Euro genehmigt worden. Im Jahr 2011 habe der Wert bei knapp 570 Millionen Euro gelegen.

Saudi-Arabien für Merkel ein "Stabilitätsfaktor"

Trotz massiver Kritik aus der Opposition will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Ländern wie Saudi-Arabien auch künftig Rüstungsgeschäfte machen. Aus Sicht der Bundesregierung sei das Königreich ein "Stabilitätsfaktor", sagte ein Sprecher im Dezember.

Die Rüstungsexporte stehen wegen der Menschenrechtslage dort seit längerer Zeit in der Kritik. Der Linken-Abgeordnete Jan van Aken kritisierte die deutsche Exportpolitik: "Die Golfstaaten rüsten immer weiter auf, auch die Bundesregierung hat keinerlei Hemmungen, sie bis an die Zähne zu bewaffnen." Man könne nicht deutlicher zeigen, "dass schwerste Menschenrechtsverletzungen offensichtlich gar kein Grund mehr sind, Exporte zu verweigern", sagte van Aken der "Süddeutschen Zeitung".

kng/DPA
 
 
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