23. August 2012, 14:55 Uhr

Israelischer Minister fordert Recht auf Beschneidung

Die deutsche Beschneidungsdebatte sorgt auch im Ausland für Wirbel: Der israelische Innenminister rief Kanzlerin Merkel auf, sich für den Eingriff einzusetzen - und handelte sich prompt Ärger ein.

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Verursacht mit seinem Brief Verstimmungen im israelischen Außenministerium: Israels Innenminister Eli Jischai©

Der israelische Innenminister, Eli Jischai, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, sich für das Recht auf Beschneidungen einzusetzen. "Als stellvertretender Ministerpräsident, Innenminister und Vorsitzender der größten religiösen Partei (Israels), aber vor allem als Jude wende ich mich an Sie mit der Bitte, dieses Phänomen (Kriminalisierung der Beschneidung) zu beenden", zitierte die Zeitung "Jediot Achronot" am Donnerstag aus dem Brief.

Juden in Deutschland dürften nicht gezwungen werden, sich zwischen der Einhaltung nationaler oder göttlicher Gesetze entscheiden zu müssen. Der Vorsitzende der strengreligiösen Schas-Partei reagierte damit auf eine weitere Strafanzeige in Deutschland wegen Körperverletzung gegen einen Rabbiner, der einen kleinen Jungen beschnitten hatte.

Das israelische Außenministerium kritisierte nach einem Medienbericht den Brief Jischais als nicht abgesprochen. "Die jüdische Gemeinde (in Deutschland) hat uns gebeten, in dieser Angelegenheit Vorsicht walten zu lassen, weil das Problem durch die Anrufung eines Gerichts höherer Instanz und durch die Gesetzgebung erreicht werden kann", zitierte der Nachrichtendienst "Walla" einen ungenannten Sprecher. Keines der beiden Ministerien kommentierte die Berichte.

jwi/DPA
 
 
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