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10. November 2008, 07:25 Uhr

Castor-Behälter strahlen stärker als zuvor

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schlägt Alarm: Nach ihren Angaben strahlen die aktuellen Castor-Behälter noch stärker als die bisherigen. Unterdessen kommt der Transport des Atommülls nur langsam voran. Die Umladung auf Lkw-Tieflader dauerte länger als geplant. Die Polizei hat damit begonnen, die Blockade des Lagers Gorleben durch die Demonstranten zu beenden.

Geschützt vor dem Regen blockieren Demonstranten die Straße zum Atom-Müllendlager in Gorleben© Wolfgang Rattay/Reuters

Die Strahlenbelastung durch den aktuellen Atommülltransport ins Zwischenlager Gorleben ist deutlich höher als bei früheren Castor-Transporten. Dies hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace mitgeteilt. "Die Belastung des Begleitpersonals, der Anwohner und Demonstranten ist unverantwortlich", kritisierte der Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. Unterdessen kommt der Transport der Atommüll-Behälter nur langsam voran. In Dannenberg ist die Verladung von der Bahn auf Straßen-Tieflader zwar inzwischen abgeschlossen, zog sich aber unerwartet lange hin. Am Wochenende hatten massive Proteste den Transport auf der Schiene bereits um insgesamt 14 Stunden verzögert.

Das 500-fache der natürlichen Belastung

Nach Messungen von Greenpeace liegt rund 14 Meter von den Behältern entfernt die Neutronenstrahlung bei 4,8 Mikrosievert pro Stunde und damit 40 Prozent höher als beim Castor-Transport 2005. Dies sei mehr als 500-mal so viel wie die natürliche Hintergrundstrahlung, teilte die Organisation am Montag mit. Die Radioaktivität liege damit zwar vermutlich noch innerhalb der Grenzwerte, in unmittelbarer Nähe zu den Containern würde jedoch binnen weniger Stunden die zulässige Strahlen-Jahresdosis erreicht. Greenpeace-Atomexperte Smital zeigte sich verwundert über die erhöhten Werte, da für den Transport Behälter des neue Typs TN85 verwendet würden, die für stärker strahlendes Material gebaut worden seien. Er habe zwar mit stärker strahlendem Material gerechnet, aber auch mit einer besseren Abschirmung. "Dass man solche Behälter zulässt, ist eigentlich skandalös", sagte Smital der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Sprecherin des Eisenbahnbundesamtes in Bonn betonte, die vorgegebenen Grenzwerte würden bei dem Transport eingehalten.

Vor der letzten Etappe des Castor-Transportes zum Zwischenlager Gorleben hat es unterdessen weitere Verzögerungen gegeben. In Dannenberg dauerte das Umladen der elf Behälter vom Atommüllzug auf Straßentieflader deutlich länger als geplant. Die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg machte die verstärkte Strahlung der Behälter für Verzögerungen verantwortlich. Dem widersprach das für die Überwachung des Transportes zuständige niedersächsische Umweltministerium. Inzwischen stehen alle elf Behälter für den weiteren Transport über etwa 20 Kilometer bereit.

Mit mehr als 14-stündiger Verspätung und begleitet von heftigen Protesten hatte der Atommüll-Transport in der Nacht zum Montag die Umladestation Dannenberg erreicht. Rund eine Stunde später begann die Polizei mit der Umladung der elf Castor-Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll auf Lastwagen.

Polizei spricht von "hoher Gewaltbereitschaft"

Unmittelbar vor dem Zwischenlager beteiligen sich derzeit 1.200 Atomkraft-Gegner an einer Sitzblockade und versperren die Straße. Nach dreimaliger Aufforderung, von sich aus die Castor-Route freizugeben, begann die Polizei mit der Räumung. Eine Blockade der Ausfahrt der Umladestation in Dannenberg durch Greenpeace konnten die Ordnungshüter schnell beenden. Zwölf Greenpeace-Aktivisten ketteten sich an einen Lkw der Umweltorganisation an und wurden nach einer guten halben Stunde von dem Fahrzeug getrennt. Auf dem Weg nach Gorleben werden sich voraussichtlich noch einmal hunderte Menschen an Sitzblockaden beteiligen. Die Polizei geht von einer "hohen Gewaltbereitschaft" unter den Demonstranten aus. Ein Sprecher machte dies unter anderem daran fest, dass Gleise unterhöhlt und Hubschrauber mit Signalmunition beschossen worden seien.

Seit Samstag war der Zeitplan für den Castor-Transport aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague durch Blockaden und Protestaktionen heftig durcheinandergeraten. Am Samstag ketteten sich drei Demonstranten an der deutsch-französischen Grenze an die Gleise und verzögerten so die Weiterfahrt des Castors um zwölf Stunden. Im Lauf des Sonntags versuchten hunderte Gegner im Wendland erneut, den Transport durch Sitzblockaden, Unterhöhlung des Gleisbetts und brennende Barrikaden aufzuhalten. Am Nachmittag ketteten sich erneut zwei Demonstranten an. Von einer Brücke über der Bahnlinie seilten sich am Abend zwei weitere Atomkraftgegner ab. Kurz vor Mitternacht kletterten drei Demonstranten auf einen der Castor-Behälter.

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KOMMENTARE (10 von 63)
 
Efesis (12.11.2008, 02:00 Uhr)
so und nicht anders
Hallo zusammen,
ich bin ein wenig über die zum Teil panische, unkompetente Kommentare erschrocken. Und der Ton hier ist auch unterstes Niveau. Aber das ist nicht der eigentliche Grund.
Zum Thema Endlager bzw. Zwischenlager: Ich verstehe wenn jemand keine radioaktiven Abfälle vor seiner Haustür haben will, genau so ist das aber mit jeden Abfällen. Es will auch niemand eine Mülldeponie neben dem Haus.Nun leider sind es aber die Ausscheidungen unserer doch so geliebter Zivilisation die keiner missen möchte, höchst wahrscheinlich auch die Demonstranten nicht. Oder will jemand von den KKW Gegnern bei bewölktem Himmel und Windstille, wenn die hochgepriesenen regenerativen Energiequellen 0 Megawatt liefern, auf den Strom verzichten. Kohle und Kernkraft deckt nun mal die Grundlast ab, was mit Fotovoltaik und Wind aufgrund der Schwankungen technisch nun mal nicht realisierbar ist. Und irgend wohin muss der Abfall. Ausserdem versiegelt man die Lager nicht in der Hoffnung, dass es irgendwann möglich sein wird die Abfälle wiederaufzubereiten bzw. duch Bestrahlung kurzlebiger zu machen.
Zum Thema Transport: In der Nähe des Behälters erhöhte Strahlung gemessen? Wer zwingt den die Demonstranten sich in der Nähe des Behälters aufzuhalten. Könnte der Transport mit seiner normalen Geschwindigkeit fahren, müsste sich alles in seiner nähe nur wenige Sekunden der Strahlung aussetzen, was absolut unbedenklich wäre. Welcher Vollidiot(entschuldigung) hält sich mehrere Hundert Stunden neben dem Behälter auf. Ausserdem sollte bedacht werden, dass jeder von uns einer natürlichen Strahlung von ca. 4mSv/Jahr(im Schwarzwald sogar einiges mehr) ausgesetzt ist. Ganz zu schweigen von Vielfliegern, Rauchern und Menschen die sich Röntgen lassen.Also beruhigt euch wieder, lasst das Ding fahren und haltet Abstand, schon wird keiner verletzt.
Zum Thema Tschernobyl: Es war eine verdammte Katastrophe, das lässt sich nicht leugnen. Aber jeder, wirklich jeder der sich mit der Technik eines KKW auskennt, weiss wieviel dort schiefgelaufen ist. Konstruktionsfehler, überbrückte Sicherheitssysteme, fehlende Kompetenz, unbeachtete Vorschriften, fehlende Wände!!! usw. Erst die Kombination aus all dem hat zum GAU geführt. Man hat aus den Fehlern gelernt. Die Reaktoren sind mittlerweile inherrent Sicher, d.h. ein katastrophales Fehlverhalten kann physikalisch ausgeschlossen werden. So etwas, wie in Tschenobyl wird mit sicherheit nicht mehr passieren, zumindest nicht in Deutschland und der Schweiz(es sei denn, es fällt eine Atombombe auf ein KKW).
@REINI2: Ich habe das Gefühl, du hättest dich von der Panikwelle mitreissen lassen. Wie wäre es, wenn du selber Informationen sammelst (und das nicht nur aus Greenpeace heftchen) und dir dein eigenes Bild machst. Besuche mal ein KKW, lass es dir erklären. Mangelnde Informationspolitik ist der Auslöser für all diese Panik. In der Schweiz ist es ganz anders. Da gibt es keine Demonstranten, weil die Menschen informiert werden. Und ausserdem, Deutschland importiert Energie, ich weiss das.(ich arbeite in einem ausländischen KKW). Natürlich kann es auch Zeiten geben, wo zu viel Energie produziert wird, dann wird exportiert, kommt aber eher seltener vor.
Mfg
whismerh2 (11.11.2008, 09:49 Uhr)
@an die Demonstrationsgegner
Abgesehen von den oberschwachsinnigen Komentaren, von wegen sind alles nur Arbeitsloses die sich gegen dieses System wehren,
oder hinterfragen, kann ich hier nur absolute Oberflächigkeit an die betreffenden Kommentatoren vorwerfen.
Selbigen Kommetatoren die sich schon vehement gegen den Staat und seiner Vorgehensweise beschert haben,tun jetzt diese Menschen als Hartz Vieler abschreiben, das ist arm. Sicher ist nicht alles richtig , aber wenn wir uns alles gefallen lassen, könne wir bald nach Hause gehen.Und eines ist sicher die Atomlobby verschweigt uns vieles.
Schlaubergers ;-I
jackiki (11.11.2008, 07:36 Uhr)
dissertation mit....
...wikipedia geschrieben !!!
keinheiliger (11.11.2008, 04:25 Uhr)
AKW Gegner sind alle Hartz4er, wie soll es auch anders sein!
Ich muss bedauerlicherweise feststellen, dass die Kernkraftbefuerworter hier im Forum nur mit Beleidigungen, dummen Vergleichen und Ahnungslosigkeit glaenzen.
Hingegen die Kernkraftgegner mit Argumenten zu ueberzeugen versuchen, natuerlich mit wenig Erfolg, wenn man die Beitraege solcher Kommentatoren, wie albundy69, Mariosagte oder auch, jetzt neu, wie ich erfuhr, Doktor vegefranz ( nebenbei, die Dissertation macht neugierig) lesen muss.
Nehme mal vorweg, dass ich auch nicht mit der Gewaltbereitschaft einiger Demonstranten einverstanden bin, es ist aber verstaendlich und auch nicht hinnehmbar, dass den Menschen dort dieses Zwischenlager zugemutet wird.
Allein die Ueberschrift: Behaelter strahlen staerker als zuvor, sollte ebenfalls nachdenklich machen und laesst den Verdacht aufkommen, dass die Energiebranche offensichtlich brutal spart.
Atomkraft ist nicht sicher, wie jede andere Technik auch, nur das bei einem Unfall Katastrophendimensionen erreicht werden, die sich nur erahnen lassen und es ist wirklich schon genug passiert: wikipedia.org/wiki/Liste_von_Unfällen_in_kerntechnischen_Anlagen
Abgesehen davon sind nicht die Un-und Zwischenfaelle alleinige Bedrohung, sondern der Muell und das weiss auch die hochsubventionierte Energiewirtschaft.
Der Schuhverkaeufer hier im Forum, der ja auch ein Unterstuetzer McCains ist, welcher den Vorsatz hatte ueber 200 neue AKWs zu bauen, schreibt hier locker von einem Kreislauf, der bei ihm wohl gerade vorm Rechner kollabierte und die Hirntemperatur gefaehrlich ansteigen liess. Und natuerlich, wie soll es anders sein, Oekofuzzis koennen nur Hartz4er sein. Duemmer kann man eigentlich nicht mehr kommentieren. MfG
LaoLu (11.11.2008, 00:46 Uhr)
Ey Leute!
Franz hat 'ne Dissertation geschrieben!
EY!
gmathol (10.11.2008, 23:48 Uhr)
Einlagerung des Atommuells dort wo er erzeugt wurde!
...das wird den Befuerwortern den Spass am Betrieb verleiden. Gefaehrlichen Muell erzeugen und diesen dann Regionen aufzudruecken die keine AKW's betreiben ist schlichtweg asozial.
Castor-Behaelter sollten z. B. im Regierungsviertel von Berlin entgelagert werden!
REINI2 (10.11.2008, 22:42 Uhr)
Der nächste GAU kommt so sicher wie das Amen in der Kirche
Ihr wisst nicht mal was „Tschernobyl“ bedeutet, ihr kleine Penner!
Ich habe erlebt wie die Menschen auf einmal nicht mehr wussten was sie essen sollten!
Die blöden Politiker redeten nur Käse.... so wie heute auch, nur war der nicht genießbar!
Oja... die Deutschen AKWS sind sehr sicher. So sicher wie der Finanzmarkt, ihr Träumer! So sicher wie Politiker nicht lügen.... Mensch kann man in Deutschland die Leute leicht verarschen! Es geht NUR UMS GELD!
AKWS sind so sicher wie die Achsen der ICEs. Ich glaube ihr habt null Ahnung wie viele Millionen in Deutschland sterben müssten...... sollte doch mal eine Kleinigkeit schief gehen.
Aber das wäre natürlich nur Pech. Je kleiner der Verstand, desto AKW..... und cducsufdp Wähler!! Hohohoho
In Russland starben Hunderttausende an den Verstrahlungen ..... und ihr Schnarchzapfen macht euch lustig über Menschen die gegen solch eine Menschenverachtende Energieerzeugung demonstrieren. Wir haben nicht mal ein ENDLAGER und somit dürfte nicht mal EIN AKW betrieben werden!
Natürlich wisst ihr auch nicht, dass Deutschland Strom EXPORTIERT. Für euch:
Wir verkaufen Strom!
Wir müssen ja angeblich SO VIEL Strom Importieren.... Clement hat ja schon den Niedergang Deutschlands befürchtet! Reine Verarsche! Ich helf euch mal ein wenig, damit ihr von der Wahrheit nicht ganz abgeschnitten werdet:
2007 EXPORTIERTE Deutschland 19 MILLIARDEN Kilowatt STROM ins AUSLAND!
Hier die Info.
http://www.wir-klimaretter.de/index.php?Itemid=256&id=1361&option=com_content&task=view
Kiezzabel (10.11.2008, 21:42 Uhr)
genau, mario
hier bei uns um die ecke steht ein AKW in Krümmel.
Kannst ja dahin ziehen, Grundstücke sind da nicht mehr so teuer. Mach dir keine Sorgen: Die signifikante Häufung von Leukämiefällen ist nur ein doofer Zufall. Das bestätigt dir die Bundesregierung gern auf Anfrage ...
Mariosagt (10.11.2008, 20:12 Uhr)
Mehr Atomkraft bitte
Ich bin für Atomkraft.
Wir haben in Deutschland sehr sichere und hochwertige AKWs.
Nicht zu vergleichen mit Tschernobyl.
Wie dumm sind wir, wenn jedes andere Land das die Technik schlechter im Griff hat, billig Atomstrom hat, und wir als Vorreiter abspringen?
.
Und Demonstranten die GEGEN die "Risiken" demonstrieren und sich diesen dann total aussetzen .. die waren vorher auch schon verstrahlt .. und deshalb kann man sie nicht mehr ernst nehmen.
.
schroedinger (10.11.2008, 17:44 Uhr)
Dreisatz
4,8µSv/h bei einer durchschnittlichen Belastung 2mSv/a im Schnitt, bedeuten 416h um die Jahresdosis abzubekommen.
Einerseits finde ich gerechtfertigt, dass die Leute demonstrieren, auch wenn meine persönliche Meinung eine andere ist. Aber wenn die Leute von
Greenpeace gezielt Angst schüren, weil sie nicht im Dreisatz rechnen können, finde ich das eine fragwürdige Kampagne.
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