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2. Dezember 2008, 13:38 Uhr

Deutsch soll ins Grundgesetz

Die CDU will ein Bekenntnis zur deutschen Sprache ins Grundgesetz aufnehmen. Eine große Mehrheit stimmte auf dem Parteitag in Stuttgart für einen entsprechenden Zusatz im Grundgesetz - und brüskierte damit die eigene Parteiführung.

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Eifriger Befürworter des Antrags: der saarländische Ministerpräsident Peter Müller© Michael Dalder/Reuters

Die CDU setzt sich für die Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz ein. Gegen den Willen der Parteiführung stimmte auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart am Dienstag eine große Mehrheit für einen entsprechenden Verfassungszusatz. Dieser soll lauten: "Die Sprache in der Bundesrepublik ist Deutsch." Die Partei sieht darin keine Gefahr, dass Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt werden, die eine andere Muttersprache haben.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Maria Böhmer, sagte der Deutschen Presse-Agentur DPA: "Deutsch ist das Band, das uns verbindet." Sprache sei die Grundlage für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Das gelte auch für die Integration von Migrantinnen und Migranten.

Bundestagspräsident Norbert Lammert wies darauf hin, dass die meisten Verfassungen der EU-Staaten ein solches Bekenntnis zur Sprache enthielten. Wenn Deutschland dem folge, sei das eine "schiere Selbstverständlichkeit" und habe nichts mit einem latenten Nationalchauvinismus zu tun. Die Frage sei auch schon im Zusammenhang mit der Föderalismusreform besprochen worden.

In der Debatte hatte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla darum gebeten, von einem entsprechenden Beschluss jetzt abzusehen und den Punkt später zusammen mit anderen möglichen Verfassungsergänzungen zu diskutieren. Saarlands Ministerpräsident Peter Müller meinte hingegen, die Partei müsse sich klar dazu bekennen, "was den Staat ausmacht". Neben der Flagge gehöre dazu auch die deutsche Sprache. Am Ende widersetzten sich die Delegierten im Sinne Müllers der Parteiführung und stimmten erstmals auf dem Parteitag gegen sie.

Die Formulierung soll nach dem Beschluss in den Artikel 22 Grundgesetz aufgenommen werden. Darin ist bisher Berlin als Hauptstadt festgeschrieben. Ferner heißt es in Absatz 2: "Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold."

Auch der Vorsitzende der Senioren-Union, Otto Wulff, verteidigte den Beschluss: "Sprache ist doch das höchste Kulturgut. Was spricht dagegen, dieses Kulturgut in der Verfassung festzuschreiben?", sagte er. Die Franzosen hätten doch überhaupt kein Problem, ihre Kulturgüter ähnlich hoch zu halten.

Die dem CDU-Bundesvorstand angehörende ehemalige Ausländerbeauftragte von Berlin-Tempelhof-Schöneberg, Emine Demirbüken-Wegner, meinte, dass die Bedeutung der deutschen Sprache auch von Migranten immer mehr anerkannt werde. "Wir sind weiter als viele denken."

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
manesse (02.12.2008, 18:03 Uhr)
@jsbach
Ihre Überschrift ist schlechtes Deutsch und sollte nie grundgesetzlich geschützt werden.
jsbach (02.12.2008, 17:48 Uhr)
Deutsch ist geil
Gut so. Das ist der wichtigste Schritt für die deutsche Sprache seit Luther und Goethe.
manesse (02.12.2008, 17:35 Uhr)
Muss
denn wirklich alles ins Grundgesetz geschrieben werden? Ein guter Deutschunterricht für alle - für deutsche Muttersprachler und für Migranten und Ausländer, die fremde Muttersprachen sprechen - wäre effektiver.
Gisella (02.12.2008, 16:59 Uhr)
so, wieder
haben unsere "Schnelldenker" vor, etwas Neues im Grundgesetz festzulegen???? Ja, spinnen die denn-wo und in welchem Land leben wir denn und was wird gesprochen "DEUTSCH". -Vor einigen Jahren hat man im Staate Florida versucht, eine Abstimmung darüber zu machen-ob nun spanisch oder english gesprochen werden sollte-wegen der vielen Mexicans und Cubans. Na, und was war das Ergebnis, wir brauchten nicht noch spanish zu lernen..........
SethusCalvisius (02.12.2008, 15:21 Uhr)
Stoiber hatte doch recht.
Er hat ja schon vor Jahren gesagt:
"Wir müssen unseren Kindern wieder mehr Deutsch lernen."
Vielleicht sollten wir ihn bei der Neuformulierung des Grundgesetzes um seine Mithilfe bitten
globalhumanist (02.12.2008, 15:17 Uhr)
AUA!
Die wollten doch nur dem Pofalla eins auswischen, weil der immer so nuschelt...
Witzige Idee aber sinnlos.
-Dagegen- (02.12.2008, 15:08 Uhr)
Real Satire
Unfähig die Bundesrepublik Deutschland zukunftsfähig zu machen, aber ständig das Grundgesetz ändern wollen...
Franzoesin (02.12.2008, 15:00 Uhr)
Die Sprache in der Bundesrepublik ist Deutsch."
Das ist normalerweise absolut normal - NUR: in der BRD eben nicht.
Ich lese schon die ersten "Meinungen" die eschreckend sind - UND noch hat die Vertetung Israels, der Türkei, der US-amerikanischen-Platten-
Indu-strie, usw. usw. nicht ihren Kommentar abgegeben - also keine Angst: Deutsch wird nicht Sprache der BRD- was die Vorschreiber beruhigen wird - ABER man sollte schon mal ein wenig Türkisch üben - denn das wird in 50 Jahren die offizielle Sprache der Rest-Deutschen sein.
johnniedeamonic (02.12.2008, 15:00 Uhr)
???
!!Wichtige Sondermeldung!!!
um durch die Finanzkrise verursachte Aufstände wie in Island zu verhindern verabschieden europäische Regierungen zur Zeit Multi-Milliarden Hilfspackete und Steuersenkungen um die Verbraucher zu entlassten.
!!!weitere Meldung!!!
Alle Länder Europas?
Nein!
eine kleine von Firmenlobbyisten übrenommene Republik an der Nord-Ostsee trotz weiterhin dem gesunden Menschenverstand und kümmert sich zur zeit um wichtigere Dinge wie Sprachreformen und absicherungen.
Prato61 (02.12.2008, 14:49 Uhr)
@tarpan8
Bin absolut Ihrer Meinung. Allerdings würde mich - vor allem in diesen Zeiten - zu dieser Farce noch die finanzielle Seite Interessieren. Für diesen Schwachsinn mussten doch sicher wieder Heerscharen von sog. Sprachwissenschaftlern zu Rate gezogen worden sein.
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