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Partei will Sachsen-Anhalt komplett einzäunen

Ja, Sie haben richtig gelesen. Der Landesverband Sachsen-Anhalt der Partei Die Rechte will laut seinem Wahlprogramm einen Maschendrahtzaun um das Bundesland ziehen. Als "Schutz seiner Bürger vor weiteren Invasoren". Noch Fragen?? 

Ein Glosse von Jessica Kröll

Maschendrahtzaun

Kein Scherz: Ein Maschendrahtzaun soll Sachsen-Anhalt schützen, fordert Die Rechte in ihrem Wahlprogramm

Mit dem Lied Maschendraht-Zaun landete Stefan Raab in Zusammenarbeit mit Truck Stop 1999 in Deutschland einen Nummer-eins-Hit. Die Partei Die Rechte erhofft sich wahrscheinlich einen ähnlichen Erfolg. Denn der sage und schreibe 50-Mitglieder starke Landesverband Sachsen-Anhalt fordert in seinem Wahlprogramm unter Punkt 8 "Innere Sicherheit" neben der Wiedereinführung der Strafe wegen Landfriedensbruch und einer "angemessenen personellen und technischen Ausstattung der Polizei" einen drei Meter hohen Maschendrahtzaun um das Bundesland Sachsen-Anhalt. "Zum Schutz seiner Bürger vor weiteren Invasoren". 

Man könnte jetzt viele Fragen stellen. Zum Beispiel, warum der Zaun ausgerechnet drei Meter und nicht drei Meter fünfzig oder fünf Meter hoch sein soll.  Auch, was genau ein "gesicherter" Zaun ist und ob deshalb die Polizei "technisch aufgerüstet" werden soll, damit sie den Zaun besser sichern kann.

Tut's nicht auch ein Doppelstabmattenzaun?

Oder warum es Maschendraht sein muss und ob nicht Stacheldraht besser wäre. Vielleicht täte es aber auch ein Doppelstabmattenzaun, ein Kunststoffzaun oder aber auch ein massiver Holzzaun. Oder was ist denn mit der guten, alten Mauer? Damit kennt man sich im Osten doch gut aus (Achtung, Witz!).

Vielleicht hat man sich im Parteibüro aber auch einfach nur vertippt und will sich gar nicht vor Invasoren, sondern vor Investoren schützen. In dem Fall natürlich nur vor ausländischen. Die Redaktion hat sich jedoch dagegen entschieden, die Verantwortlichen zu kontaktieren, um all diese Fragen zu stellen. Soviel Pressefreiheit muss sein. 

So lustig wie die stern-Redaktion macht sich übrigens auch gerade das Netz über das Anliegen der Rechten. 




Auf der Internetseite der Partei wird auf die verkorkste Politik unseres Landes hingewiesen. "Wir möchten dies ändern und entschieden für deutsche Interessen eintreten. Frei nach dem Motto: 'Erst Deutschland, dann die Welt'! In dem Fall müsste es wohl besser heißen: "Erst Sachsen-Anhalt, dann die Welt".

Der "Schland.Blog" gibt der angeblich so heimatliebenden Partei in dem Zusammenhang den Tipp, doch mal einen Blick auf die eigene Landeshymne zu werfen. In dem "Lied für Sachsen-Anhalt" heißt es in der dritten Strophe:

"Wollen wir nun eine Heimat baun,

müssen wir uns dafür mühn,

eine gute Heimat ohne Zaun,

Sachsen-Anhalt stolz und kühn."

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