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2. November 2008, 14:09 Uhr

Grüne billigen Koalitionsvertrag mit SPD

Die SPD hat mit "Ja" gestimmt - und die Grünen ziehen nach. Auf ihrem Parteitag haben auch sie mit großer Mehrheit dem Koalitionsvertrag für eine rot-grüne Minderheitsregierung zugestimmt. Der hessische Grünen-Chef Tarek Al-Wazir macht derweil Druck auf die SPD und warnt vor einem Scheitern der geplanten Koalition.

Mahnt die SPD zur Geschlossenheit: Der hessische Grünen-Vorsitzende Tarek Al-Wazir© Boris Roessler/DPA

In Hessen haben nach der SPD auch die Grünen mit großer Mehrheit den rot-grünen Koalitionsvertrag gebilligt. Damit ist der Weg für die Wahl der SPD-Landesvorsitzenden Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin einer rot-grünen Minderheitsregierung frei. Auf einem Grünen-Parteitag am Sonntag in Frankfurt gab es bei 469 Delegierten nur acht Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Am Samstag hatte die SPD in Fulda mit 95 Prozent für das Papier gestimmt.

Ypsilanti will sich am Dienstag im Wiesbadener Landtag mit den Stimmen von Sozialdemokraten, Grünen und Linkspartei zur neuen Regierungschefin wählen lassen. CDU-Ministerpräsident Roland Koch ist nach dem Verlust der Mehrheit bei der Landtagswahl Ende Januar nur noch geschäftsführend im Amt.

Der hessische Grünen-Vorsitzende Tarek Al-Wazir hatte bei seiner Partei um Zustimmung zu dem Koalitionsvertrag mit der SPD geworben. Trotz schmerzhafter Kompromisse zeige der Vertrag, "was inhaltlich möglich wäre" für eine neue Umwelt-, Sozial- und Bildungspolitik in Hessen, sagte Al-Wazir am Sonntag auf einem Parteitag in Frankfurt. Zugleich mahnte er die SPD, die Wahl ihrer Landesvorsitzenden Andrea Ypsilanti zur Nachfolgerin von CDU-Ministerpräsident Roland Koch nicht an internem Streit scheitern zu lassen.

Die Hessen-SPD hatte den Koalitionsvertrag am Vortag gebilligt. Allerdings sprach sich der Stellvertreter der Vorsitzenden Andrea Ypsilanti, Jürgen Walter, gegen die Vereinbarungen aus. Ypsilanti ist auf seine Stimme angewiesen, wenn sie am Dienstag mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linkspartei Koch ablösen will.

Angesichts der anhaltenden Kritik an Ypsilantis Plänen sicherte SPD-Chef Franz Müntefering der hessischen Landesvorsitzenden seine Unterstützung zu. "Ich drücke die Daumen", sagte Müntefering der "Bild"-Zeitung. "Ich gehe davon aus, dass sie gewählt wird. Und dann gilt: Macht was Ordentliches draus! Hessen muss wieder vernünftig regiert werden." Die Abhängigkeit von der Linkspartei sei aber "natürlich ein Problem". Er hätte es anstelle des jetzigen Modells vorgezogen, wenn die Linke in ein Regierungsbündnis eingebunden worden wäre.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
vegefranz (03.11.2008, 10:53 Uhr)
Eilmeldung: integre SPDler konnten Politluder ausbremsen
Eilmeldung: integre SPDler konnten Politluder ausbremsen. Im Interesse der SPD konnte nicht anders gehandelt werden. Mit Koch muss jetzt anders verfahren werden. Wenn eine Mehrheit der Hessen ihn tatsächlich nicht mehr haben will (Gründe gibt es) wäre er in einem ehrlichen Wahlkampf anzugreifen
Frei_Talk (03.11.2008, 09:32 Uhr)
Aufwachen
Hallo liebe hessichen Stammesgenossen, seit ihr eigentlich bekloppt? Mir ist es fast egal ob die Ganzlinken oder die halblinken oder wer auch immer eine Regierung unter einer solchen Emma duldet. Es geht hier einfach und schlichtweg darum das eine kleine Frau die Emma zu oft gelesen hat und der Welt und den Männer mal zeigen will das sie Chefin wird. Anders kann ich es nicht verstehen das man ein Regierung ohne eine vernünftige Mehrheit baut. Es wurde immer mal auf die ach so tollen Stärken unserer glorreichen Demokratie hingewiesen...:-)....Hier sehe ich nur ein Machtspiel und sonst nichts...Ihr Hessen seid verblödet...Gute Nacht.
He Münte....zieh meine Stimme ab für nächstes Jahr...Hessen wird nicht vergessen...
blackblondi (03.11.2008, 09:28 Uhr)
ich hoffe,
daß Frau Ypsilinki morgen das gleiche Schicksal erleidet, wie seinerzeit Heide Simonis.
kaisergarten (03.11.2008, 09:01 Uhr)
Brrr... was für ein Gruselkabinett
Al-Wazir, Ypse, Koch selten so viele unsympathische Menschen auf einem Schlag gesehen...brr. Vielleicht ganz gut das das Zentrum des Bösen (Finanzmarkt) in Frankfurt liegt. Allein wenn ich diese Sparche höre sch, sch, sch, wat ein Genuschel! Grausig!
vegefranz (03.11.2008, 07:55 Uhr)
Beispiel für gelungene Integration
Herr Al Wazir ist Vorsitzender einer fast schon bürgerlichen Partei. Das verwundert. Generell ist Deutschland doch so ein übles fremdenfeindliche Land voller Nazis, dass Ausländer immer und überall ausgegrenzt werden und keinerlei Chancen aus dem Kreislauf der Sozialhlfe haben. Sollte das doch nicht so sein?. Herr Wazir, bitte führen Sie ihre Arbeit fort (auch wenn ich ihre Auffassung nicht immer teile). Sie sind ein Beispiel dafür, dass in Deutschland jeder Einwanderer mit Fleiss und Köpfchen vorwärts kommem kann.
arniston (03.11.2008, 06:28 Uhr)
muppetshow
muppetshow in hessen, ein tollhaus.
mackeldei (03.11.2008, 00:10 Uhr)
zu kurze Beine
Lügen haben kurze Beine .Wie will Frau Ypsilanti , gerade mal noch einen Meter groß , den Stuhl eines Ministerpräsidenten erklimmen ?
ganzbaf (02.11.2008, 22:20 Uhr)
Heul...

doch ;-P
manesse (02.11.2008, 21:46 Uhr)
Wahlbetrug durch die Sozen?
Der Berliner Kurier meldet in der Online-Ausgabe, dass einige hessische SPD-Landtagsabgeordnete in der Wahlkabine ihre Stimmkarten mit dem Handy abfotografieren wollen, um später beweisen zu können, dass sie der Frau Ypsilanti nicht in den Rücken gefallen sind. Das hessische Gesetz fordert hingegen ausdrücklich eine geheime Wahl des Ministerpräsidenten. Zur Wahlkampflüge soll sich nun also noch Wahlbetrug gesellen. Die Hessen-Sozis sind ganz offensichtlich auf demokratischen Abwegen. Muss jetzt noch der Landesverfassungschutz eingeschaltet werden, um eine gesetzesmäßige Wahl zu gewährleisten? Muss man am Ende die Landtagsabgeordneten der SPD einer Leibesvisitation unterziehen, damit der Wahlvorgang gesetzesgemäß stattfinden kann?
knilch_59 (02.11.2008, 21:27 Uhr)
Lehrstunde in Geschichte und Wirtschaftspolitik
Hessen gehört traditionell zu den „SPD-Ländern“. 13 Jahre unter CDU-Führung stehen über 45 Jahre mit SPD-Ministerpräsidenten gegenüber. Das hat das Land niemals davor bewahrt, immer Netto-Zahler im Länder-Finanzausgleich gewesen zu sein, im Gegensatz zu solch "fortschrittlichen" CDU/CSU Ländern wie Niedersachsen oder Bayern. Sogar 9 Jahre CDU-Regierung konnten fundamental daran noch nichts ändern, aber die Zahlungen werden schon geringer, der Vorsprung, den die SPD herausgeholt hatte, wird von der Bande rund um Roland Koch planmäßig abgebaut.
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Es wird Zeit, dass jemand den rasenden Niedergang aufhält, den die CDU inszeniert hat. Und wenn zur Wahl der Ministerpräsidentin der Stimmen der Linkspartei bedarf, dann ist das das kleinere Übel. Vernunft sollte ein überparteilicher Grundwert sein, aber bei CDU und FDP ist das noch nicht angekommen.
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