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21. Mai 2010, 09:50 Uhr

Kraft erneuert Gesprächsangebot an FDP

In NRW läuft alles auf eine große Koalition hinaus. Oder doch nicht? SPD-Landeschefin Hannelore Kraft hat der FDP indirekt erneut Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die CDU dagegen will einen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers durchsetzen.

Hannelore Kraft, Jürgen Rüttgers, NRW, Koalitionsverhandlungen, große Koalition

Wer wird neuer NRW-Ministerpräsident? Hannelore Kraft (l.) oder Jürgen Rüttgers© Jörg Carstensen/DPA

Nach dem Scheitern der rot-rot-grünen Sondierungsgespräche in Nordrhein-Westfalen hat SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft ihr Gesprächsangebot an die FDP indirekt erneuert. Sie sagte am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin", bislang seien die Liberalen mit ihrer strikten Verweigerung einer Ampelkoalition mit SPD und Grünen ihrer demokratischen Verantwortung nicht gerecht geworden. "Ich weiß nicht, ob sich die FDP noch mal rührt, ich bin da sehr gespannt", sagte Kraft.

Zunächst wolle die SPD jetzt mit der CDU über eine große Koalition reden. Entscheidend sei ein Politikwechsel. "Die CDU muss erst zur Erkenntnis gelangen, dass sie abgewählt worden ist", betonte Kraft. Der Ministerpräsident werde in NRW vom Landtag gewählt. "Und wir haben im Landtag die gleiche Zahl von Sitzen. Das ist entscheidend." Kraft schloss auch Neuwahlen nicht aus. "Das ist am Ende immer möglich. Das hängt jetzt davon ab, inwieweit die CDU beweglich ist und ob sich die FDP noch einmal zu Gesprächen bereit findet."

Die nordrhein-westfälische CDU beansprucht in einer möglichen großen Koalition die Führung, Jürgen Rüttgers soll Ministerpräsident bleiben. "Es gibt eine ganz einfache Regel, die die SPD und wir seit 60 Jahren akzeptieren: Nämlich dass die Partei, die vorne gelegen hat, den Ministerpräsidenten stellt", sagte CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid am Freitag im WDR. Rüttgers habe von den CDU-Gremien einstimmig den Auftrag erhalten, die Gespräche mit den anderen Parteien zu führen, "und deshalb ist er für uns auch der nächste Ministerpräsident".

Krautscheid mutmaßt über Wählerwillen

Krautscheid betonte, eine große Koalition sei momentan "die bei diesem Wahlergebnis wahrscheinlichste offene Möglichkeit. Wenn man sieht, was für Brocken auf das Land zukommen - etwa bei den kommunalen Finanzen und bei der Haushaltssanierung - dann glaube ich, ist bei vielen Bürgern das Gefühl da: ,Das könnte eine große Koalition am besten stemmen'", erklärte Krautscheid.

In der kommenden Woche werde die CDU eine Verhandlungskommission einsetzen, die sich dann mit der SPD treffen werde. "Wir wollen versuchen, nach einem doch recht harten Wahlkampf mit der SPD ein Klima der Vernunft, eine Verhandlungsposition auf Augenhöhe herzustellen", erklärte Krautscheid.

Als besonders schwierig gilt eine Einigung in der Bildungspolitik. Während die CDU bislang eisern am mehrgliedrigen Schulsystem festhielt, hat die SPD den Wählern Gemeinschaftsschulen bis zur 10. Klasse versprochen. Krautscheid signalisierte aber Bewegung seiner Partei bei dem Thema. Sie müsse nun prüfen, "welche Positionen der CDU überdacht und korrigiert werden müssen".

Am Donnerstagabend waren die Sondierungsgespräche von SPD, Grünen und Linkspartei gleich beim ersten Treffen geplatzt. Kraft sagte an die Adresse der Linken: "Ich war wirklich entsetzt über das, was wir dort gehört haben. Wir haben viel Geschichtsklitterung gehört und gemerkt, dass die Linkspartei nicht richtig weiß, was es bedeutet, eine regierungstragende Fraktion zu stellen."

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 44)
 
Oetker333 (22.05.2010, 21:29 Uhr)
nochmals @dreicon
Jetzt sagen Sie die Unwahrheit. Im SPD-Parteiprogramm wird weiterhin der demokratische Sozialismus als Ziel definiert. Was man darunter versteht ist natürlich Interpretationssache. Außerdem hieß er Schumacher und nicht Schumann, nur so mal am Rande =). Und bitte lassen Sie Brandt und Co. aus dem Spiel. tote sollte man nicht wieder wecken. Rüttgers hat es auf fatale Weise selbst erfahren als er sich als "Nachfolger" von Johannes Rau aufgestellt hat.
Oetker333 (22.05.2010, 21:23 Uhr)
@dreicon
Mmmh dann zitiere ich nochmal ihren Kommentar:
"Na, dann immer weiter mit dem Dreckwerfen. Nichts wissen, aber doch wissent, daß die LINKEN natürlich "keinen Hauch" von Regierungsfähigkeit haben. Und natürlich beurteilen können, wer die Verlogenste ist.
Mein Gott, Diskussion auf BLÖD-Zeitungsniveau.
Getroffen?"
Erstens werfen Sie mir vor mit Dreck zu werfen. Bitte belegen Sie es an meinen Aussagen. Wie gesagt nur weil ich ihre Meinung über die rot-rot-grünen Gespräche nicht teile werfe ich nicht mit Dreck. Ich respektiere ihre Meinung. bitte tun sie das auch bei mir.
Zweitens werfen Sie mir Unwissen vor. Ich aber beschreibe nur was ich von der ganzen Sache denke. Und dass Sie mehr wissen als ich bezweifle ich, da sie bestimmt auch nicht an den Gesprächen beteiligt waren. Ja ich halte die NRW-Linke zu ihrer großen Mehrheit für regierungsunfähig insbesondere den Großteil der Landtagsfraktion. Gründe in meinem ersten Kommentar.
Und mit Verlogenste mein ich natürlich nicht dass Ypsilanti die Verlogenste aller Politiker ist. Da gibt es auf schwarz-gelber Seite genug Leute die besser zutreffen. Aber Ypsilanti ist schon verlogener als Frau Kraft, wobei ich Kraft nicht als verlogen bezeichne.
Drittens haben Sie die Diskussion als Blöd-Zeitungsniveau bezeichnet, im selben Kommentar, welchen Sie mir als Antwort geschickt haben. Da fühle ich mich natürlich als erster betroffen.

Einfach mehr Achtung vor den anderen Kommentatoren. Das ich Sie nicht mehr überzeugen kann, dass die NRW-Linke nicht regierungswilig und dadurch auch nicht fähig ist, hab ich schon bemerkt =)
dreicon (22.05.2010, 18:38 Uhr)
Und es ist doch Betrug am Wähler
wenn die E(hemalig)SDP mit der U(n)CDU ins schwarze Lotterbett schlüpft. Denn gerade in NRW gibt es halt noch sehr viele altSPDler, die es einfach nicht wahrhaben wollen, daß SchröderClement und Konsorten, als a....kriecherische Vorleistung der Wirtschaft gegenüber, den Kapitalismus als letztlich "alternativlos" in das Parteivokabular verankert haben. Wenn aber ein Sozialdemokrat nicht mehr sozialistisch argumentiert, ist er es irgendwann nicht mehr. Und deshalb, nur deshalb gibt es die LINKE. Und weil diese dank Oskar die "reine Lehre" nach wie vor vertritt, soll sie auf einmal nicht regierungsfähig sein? Schumann, Ollenhauer, Wehner und Brandt werden in ihren Gräbern rotieren.
dreicon (22.05.2010, 18:24 Uhr)
@nerventanz (21.05.2010, 17:37 Uhr)
Wie kann ein Land, das außer einigen Jahren mit "Nullwachstum" jedes Jahr seit 1949 sein BSP gesteigert hat, das sei Jahren eine schrumpfende Bevölkerung hat, das ein seit über 10 Jahren hinweg ein sinkendes Lohnniveau hat, plötzlich kein Geld mehr haben?

Etwa weil jeder Ertragszuwachs nicht mehr die Gesellschaft erreicht, sondern in den nichtkonsumtiven Geldspreichern der Reichen geparkt wird?
Oetker333 (22.05.2010, 16:19 Uhr)
@prologo
Sie vertrauen auf die Angaben der Linkspartei über die Gespräche. Ich vertraue auf die Angaben der SPD aus den schon genannten Gründen. Da wir beide nicht dabei waren, werden wir natürlich nicht wissen wer Recht hat. ich denke mal Frau Kraft ist überzeugender =)
Oetker333 (22.05.2010, 16:16 Uhr)
@Pixelschubser
Ihr Kommentar zeugt natürlich von argumentativer Fülle. Da sie wohl mein Kommentar nicht gelesen haben nochmal: Wenn Frau kraft so machtgeil wäre, dann hätte sie Rot-Rot-Grün riskiert um Ministerpräsidentin zu werden egal was am ende für das Land NRW rauskommt. Hat sie aber nicht. Und verwechseln Sie "Wir" auch nicht mit den Anhängern der Linkspartei. Nicht umsonst hat sie 5,6% bekommen.
Oetker333 (22.05.2010, 16:13 Uhr)
@n8g8
Wie sie in Berlin und Potsdam sehen können, klappt es doch! Die Strategie der Linkspartei, es immer Rot-Grün in die Schuhe zu schieben klappt nicht immer. Man sollte doch überlegen, warum es im Osten klappt und im Westen nicht. Die Diskrepanz zwischen West- und Ostlinken ist doch höher als mancher Linksparteianhänger zugeben will.

P.S.:Im Fall von Saarland war ich bestimmt genauso sauer wie Sie wegen der geplatzten rot-rot-grünen Regierung.
Oetker333 (22.05.2010, 16:03 Uhr)
@prologo
Ich möchte sie auf meinen ersten Kommentar verweisen hinsichtlich der möglichen Gründe für das Scheitern von Rot-Rot-Grün und warum Frau Kraft ernsthaft an Rot-Rot-Grün gedacht hat. Natürlich will kraft Ministerpräsidentin werden. Aber wenn sie merkt, dass es mit der NRW-Linke nicht geht, dann geht es nicht aus den schon bekannten Gründen. Und das mit der Verlogenheit: Seien sie sich sicher, ich war für Rot-Grün in Hessen notfalls auch für Rot-Rot-Grün. Aber leider hat Frau Ypsilanti den Fehler begannen eine Zusammenarbeit mit der Linke kategorisch auszuschließen. Nach der Wahl sah es dann plötzlich anders aus. Frau Kraft hingegen hat Gespräche nicht ausgeschlossen, hat jedoch klar gemacht was sie derzeitig von der NRW-Linke hält. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied. Ich bin aufgeschlossen für Rot-Rot-Grün aber dafür muss die Basis vorhanden sein sowohl auf inhaltlicher, personeller und zuverlässiger Basis. Und die war leider bei der NRW-Linke nicht vorhanden. Und wenn man für Rot-Rot-Grün kämpft, dann sollte man nicht immer auf die SPD rumhacken. Ich erinnere nur an die Wahlplakate der NRW-Linke mit dem Spruch: "Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!" Das zeigt sich doch die Regierungsunwilligkeit der NRW-Linke. Außerdem finde ich den Spruch total geschmacklos, da dieser Spruch von den Rechten in der Weimarer Republik verwendet wurde. Darin sieht man, dass die NRW-Linke ein wenig Nachhilfe in Geschichte braucht.
Und zur DDR-Vergangenheit: Natürlich spielt es auch in NRW eine Rolle. Man kann ja nicht mit einer Partei zusammenarbeiten, die den Unrechtsstaat DDR (wohne selbst in Sachsen) verurteilt. Deswegen sind ja paradoxerweise die Ostlinken weiter als die Westlinken. Die Ostlinken haben ihre Erfahrungen gemacht mit der DDR. Sie bereuen es auch, daher kreide ich deren SED-Vergangenheit nicht an. Aber die Westlinken denken zu Teilen immernoch positiv über die DDR. Und das ist nicht zu akzeptieren.
Loewenherz_XL (22.05.2010, 12:13 Uhr)
Die SPD ist nicht resozialisierbar
Warum sich lange mit Neuwahlen aufhalten Frau Kraft? Der Wählerwille interessiert sie doch eh nicht. Tauschen sie doch einfach die störrische Wahlbevölkerung in NRW gegen willfährige und diktaturerprobte Chinesen aus. Die Stimmenverhältnisse im Landtag werden vorab von SPD/CDU/FDP/GRÜNE entsprechend der Parteispenden von Ackermann und der Geldelite festgelegt. Und die NRW-Chinesen bekommen dann am Wahltag einen vorab vom Wahlamt schon fertig ausgefüllten Wahlschein in die Hand gedrückt, damit der Schein der Demokratie gewahrt bleibt. Das hätte dann auch den Vorteil, das die demokratischen Linken außen vor bleiben, da sie als einzige Partei nicht von der Großfinanz gekauft sind. Und von dem Seeheimer Geschmeiß gibt es dann noch einen Verdienstorden für dat Hannilein
Pixelschubser (22.05.2010, 07:44 Uhr)
WER HAT UNS VERRATEN?
DIE SOZIALDEMOKRATEN!

Und "WIR" sind sind die Bürger, die Wähler und die Mitglieder der SPD.

Die Machtgeilheit dieser Frau ist eine Schande für die Partei.
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