. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
1. Mai 2011, 12:54 Uhr

Guttenberg will nicht getäuscht haben

Mitte Mai will die Prüfkommission der Universität Bayreuth berichten, wie sie die Vergehen Karl-Theodor zu Guttenbergs in der Plagiatsaffäre bewertet. In einem Schreiben hat sich der Ex-Verteidigungsminister wieder gegen den Täuschungsvorwurf verwahrt.

Karl-Theodor zu Guttenberg, Plagiat, Universität Bayreuth, Kommission, Bericht, Brief, CSU, Rücktritt, Täuschung

Das akademische Urteil seiner Alma Mater steht noch aus: Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg Anfang März© Maurizio Gambarini/DPA

Die Haltung mutet etwas seltsam an angesichts der öffentlich einsehbaren, erdrückenden Beweislast. Aber Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wehrt sich weiter gegen den Vorwurf, er habe in seiner Dissertation vorsätzlich getäuscht. Laut "Spiegel" spricht Guttenberg in einer knapp dreiseitigen Stellungnahme an die "Kommission Selbstkontrolle in der Wissenschaft" der Universität Bayreuth von einem "Missverständnis". Er habe die Arbeiten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags nur für seine Abgeordnetentätigkeit verwendet. Sie seien überwiegend in den Jahren 2003 und 2004 entstanden, die Dissertation habe er 2006 abgegeben. Aus dieser "zeitlichen Abfolge" lasse sich jedoch nicht auf ein "vorsätzliches wissenschaftliches Fehlverhalten" schließen.

Fehler ja, Täuschung nein

Damit beharrt Guttenberg auf der Position, die er im Verlauf der Affäre am längsten vertreten hat: Fehler, ja klar, die habe er gemacht. Dazu stehe er auch. Aber bewusst getäuscht? Nein, das habe er nicht. Diesen Versuch, sich mit einer an den Haaren herbeigezogenen, wenig glaubwürdigen Ausrede aus der Verantwortung zu stehlen, haben Kritiker aus der Politik, etwa der Grüne Jürgen Trittin, oder aus der akademischen Welt, etwa der Bayreuther Jura-Professor Oliver Lepsius, bereits hinlänglich gerügt. Aber Guttenberg ist dabei geblieben. Auch gegenüber der Wissenschaftler-Kommission scheint der gefallene Polit-Star davon nicht abrücken zu wollen. Der CSU-Politiker hatte in der Plagiats-Affäre am 1. März seinen Rücktritt vom Ministerposten erklärt und zog sich danach auch von allen anderen politischen Ämtern zurück. Bislang gibt es keine gleichsam offizielle Bewertung seines Plagiats, trotz der für jeden einsehbaren Nachweise von GuttenPlag Wiki. Erst Mitte Mai sollen die Ergebnisse des Berichts der Kommission in Bayreuth vorgestellt werden - die Wissenschaftler wollen dann auch ausdrücklich zu dem Täuschungsvorwurf Stellung beziehen. Die Universität Bayreuth hatte Guttenberg Ende Februar bereits den Doktortitel aberkannt, sich aber zu dem Vorwurf der Täuschung nicht geäußert

Arbeit der Kommission weitgehend abschlossen

Dem "Spiegel"-Bericht zufolge erinnert Guttenberg in seiner Stellungnahme daran, dass das Prüfverfahren der Kommission "vertraulich" sei. Er bittet zudem darum, darauf hinzuweisen, dass er der Veröffentlichung des Ergebnisses zugestimmt habe. Die Prüfungskommission hatte dem CSU-Politiker Anfang April die Möglichkeit gegeben, erneut Stellung zu nehmen, unter anderem zu den Arbeiten der Wissenschaftlichen Dienste, die er in seiner Dissertation verwendet hatte. Guttenbergs Einlassung war am vergangenen Dienstag kurz vor Ende der Frist per Fax eingegangen. Aus der Kommission hieß es dem "Spiegel" zufolge nach der Lektüre seiner relativ kurzen Erklärung, dass die Einlassung des Ex-Ministers wohl nichts am Ergebnis ihrer Prüfung ändern werde. Schon vor Wochen hatte es geheißen, die Arbeit der Kommission sei weitgehend abgeschlossen.

fgüs mit AFP
 
 
Leser-KommentareBETA
MEHR ZUM ARTIKEL
Guttenberg und die Universität Bayreuth Stillgehalten, ihr Professoren!

Karl-Theodor zu Guttenberg will der Universität Bayreuth einen Maulkorb umhängen, damit sie seine Täuschung nicht öffentlich Täuschung nennt. Mit aller Kraft verteidigt er so die Mär vom Märtyrer. mehr...

Plagiatsvorwürfe gegen Silvana Koch-Mehrin FDP-Politikerin soll bewusst abgeschrieben haben

Es ist erst der Zwischenbericht: FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin soll in ihrer Doktorarbeit auf mehr als einem Viertel der Seiten Plagiate stehen haben. Die Plagiatsjäger sind sich sicher: Ein klarer Fall von Plagiarismus, aber guttenbergsche Ausmaße nimmt der Fall nicht an. mehr...

Guttenberg ohne Mandat "Zu häufig im Ausland unterwegs"

Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat nun auch sein letztes Mandat - im Kulmbacher Kreistag - niedergelegt. Die Begründung: er habe nicht mehr genügend Zeit für dieses Amt. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe