9. Januar 2013, 06:45 Uhr

FDP stürzt auf zwei Prozent

Ist die FDP noch zu retten? Ihre Umfragewerte stürzen ins Bodenlose. Strahlende Siegerin ist wieder mal Kanzlerin Angela Merkel. Ihre CDU setzt eine neue Bestmarke - und hat doch nichts davon.

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Führungsduo in Schieflage: Parteichef Rösler und Fraktionschef Brüderle können die Talfahrt der FDP in den Umfragen nicht aufhalten.©

Der anhaltende Führungsstreit bei der FDP kostet die Liberalen Wählerstimmen. Im stern-RTL-Wahltrend halbiert sich ihr Wert von 4 Prozent vor Weihnachten auf nur noch 2 Prozent. Es ist ihr schlechtester Wert seit Mitte Februar 2012. Auch die SPD büßt bei den Wählern Vertrauen ein. Sie sinkt um 2 Punkte auf 25 Prozent. Für die Sozialdemokraten ist es der niedrigste Wert seit Ende April 2012.

Die Union dagegen klettert um 1 Punkt auf ein neues Rekordhoch von 42 Prozent. Es ist im stern-RTL-Wahltrend der bislang höchste Wert für CDU/CSU, seit Angela Merkel im Herbst 2005 zur Kanzlerin gewählt wurde. Zu Beginn des Wahljahres 2013 hat die Union damit einen Vorsprung von 17 Punkten vor der SPD. Nach Ansicht von Forsa-Chef Manfred Güllner profitiert die Union vom Niedergang der FDP. Dem stern sagte er, fast die Hälfte der liberalen Wähler von 2009 würden sich jetzt für CDU/CSU entscheiden.

Enttäuschte SPD-Wähler wenden sich eher den Grünen und der Linken zu: Die Grünen steigen um 2 Punkte auf 15 Prozent. Die Linke verbessert sich um 1 Punkt auf 9 Prozent zu. Nur die Piraten bleiben unberührt: Sie verharren in ihrem Tief von 3 Prozent, liegen damit aber noch vor der FDP. Auf "sonstige Parteien" entfallen 4 Prozent.

Der SPD schadet vor allem das Auftreten ihres Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Meinungsforscher Güllner zum stern: "Die Menschen sehen ihn mittlerweile eher negativ. Zum Vergleich: Als Gerhard Schröder 1998 Kanzlerkandidat wurde, löste das einen Sog zur SPD aus. Steinbrück dagegen zieht die Partei nach unten." Mit 42 Prozent ist die Union derzeit alleine 2 Punkte stärker als SPD und Grüne zusammen (gemeinsam 40 Prozent.) Zur Regierungsbildung wäre sie jedoch bei einem derartigen Wahlergebnis auf SPD oder Grüne als Koalitionspartner angewiesen.

Datenbasis: 1503 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 2. bis 4. Januar 2013, statistische Fehlertoleranz: +/- 2,5 Prozentpunkte. Institut: Forsa, Berlin; Auftraggeber: stern und RTL

Matthias Weber
 
 
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