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14. Juli 2010, 07:00 Uhr

SPD auf dem Weg zurück zur Volkspartei

Die miserable Performance der Bundesregierung zeigt Wirkung: Im aktuellen stern-RTL-Wahltrend erreicht die SPD ihr Jahreshoch. Und noch einer hat überraschend gute Werte - Christian Wulff.

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Immer vorwärts: SPD-Parteichef Sigmar Gabriel, Generalsekretärin Andrea Nahles© Fabrizio Bensch/Reuters

Die SPD legt in der Gunst der Wähler weiter zu. Im stern-RTL-Wahltrend kletterte sie im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 28 Prozent. Es ist ihr bislang bester Wert in diesem Jahr. In den vergangenen Monaten haben sich die Sozialdemokraten um 6 Punkte gesteigert- noch im Januar und Februar waren sie im stern-RTL-Wahltrend nicht über 22 Prozent hinausgekommen. Auch die Grünen erfreuen sich weiter großer Beliebtheit. Zum sechsten Mal in Folge erreichen sie ihr Rekordhoch von 18 Prozent. Die Linkspartei fällt dagegen um einen Punkt auf 11 Prozent.

Die Regierungsparteien, die vergangene Woche Beitragserhöhungen zur Deckung des Krankenkassendefizits beschlossen hatten, verharren im Tief: Die Union kommt erneut nur auf 31 Prozent. Die FDP stagniert in der dritten Woche in Folge bei 4 Prozent. Beide Parteien gemeinsam haben seit der Bundestagswahl vom September rund 13 Prozentpunkte eingebüßt. Mit zusammen 35 Prozent liegen Union und FDP weiter 22 Prozentpunkte hinter SPD, Grünen und Linken (gemeinsam 57 Prozent). Für "sonstige Parteien" würden 8 Prozent der Wähler stimmen.

Wulff verschreckt SPD-Wähler nicht

Der neue Bundespräsident Christian Wulff erhält von der Bevölkerung einen großen Vertrauensvorschuss. In einer weiteren stern-Umfrage sagten fast drei Viertel der Befragten (72 Prozent), Wulff werde das Amt gut ausfüllen. Dies erwarten trotz des intensiven Lagerkampfs um das Amt auch 73 Prozent der SPD- und 70 Prozent der Grünen-Anhänger. Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem stern: "Wulff verschreckt die SPD-Wähler nicht, obwohl er nicht der Kandidat ihrer Partei war." Gegen Johannes Rau (SPD) habe es 1999, zu Beginn seiner Amtszeit, im Unionslager wesentlich größere Vorbehalte gegeben.

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KOMMENTARE (10 von 28)
 
OttoB (14.07.2010, 18:45 Uhr)
Erst wenn alle Schröderianer
die Partei verlassen haben oder verstorben sind kann die SPD langsam Vertrauen aufbauen.
Ein Anfang könnte sein, Schröders Verrat zuzugeben und die Mitschuldigen mit Schröder aus der SPD zu schmeißen.
Die Seeheimer gleich mit.
Vorher bekommt ihr meine Stimme nicht.
Kein Politiker hat mehr gelogen, nicht mal diese Frau aus der FDP, wie heiß die denn noch?
Richtig: Homberger.
auwei (14.07.2010, 17:43 Uhr)
@mantrid
Zitat: "Während früher diese Parteien Jugendliche zu kontroversen ideologischen Grundsatzdiskussionen begeistern konnten, treiben sie diese heute nur noch die Flucht. " Könnte es sein, dass das ein weiteres Zeichen der Kapitulation der Politik vor dem großen Monster (oder der Chimäre) Globalmarkt ist? Wo der Primat der Politik im Nichts versinkt, weil sinistre Herren in Hinterzimmern mit gewaltigen Geldströmen die (Miss-)Geschicke der Menschen steuern - wozu da noch diskutieren? Wenn sich der Gestaltungsfreiraum auf "auf den Rücken legen" oder "Fundamentalopposition" verengt - wozu engagieren? Streng genommen werden Parteien immer überflüssiger - bis auf das Duopol "Marktradikale" und "Revoluzzer". Hey, Moment, gab es da nicht mal die Roten und weißen im sterbenden Zarenreich?
Mikeorganizer (14.07.2010, 17:36 Uhr)
Ich kann mir allerdings...
nicht vorstellen, dass jemand tatsächlich so blauäugig ist und eine Lobbyistenpartei gegen die nächste tauscht.

Oder doch ?

mantrid (14.07.2010, 17:14 Uhr)
Zahlenspiele
Weder CDU noch SPD schaffen es zur Zeit auch nur ein Drittel der Wähler zu erreichen. Gemessen an den Wahlberechtigten schaffen es beide nicht mal auf 20%! Volksparteien sind beide schon lange nicht mehr.

SPD und Union das war mal 40% + X. Da waren das noch Volksparteien. Nicht nur die Wähler, auch die Mitglieder laufen bzw. sterben ihnen davon. Sie schaffen es nicht mehr zu begeistern, weil sie vor lauter "Mainstream-Geilheit" Furcht vorm Konflikt haben. Querdenker in den eigenen Reihen werden kalt abserviert.

Während früher diese Parteien Jugendliche zu kontroversen ideologischen Grundsatzdiskussionen begeistern konnten, treiben sie diese heute nur noch die Flucht. Die Politk- und Politkerverdrossenheit wundert mich nicht.
Mikeorganizer (14.07.2010, 17:08 Uhr)
@Tempelhofer
ist schon klar sie verweisen hier auf die sternregeln denen sie offensichtlich nicht unterliegen.

in fast jedem Kommentar sind von Ihnen persönliche Angriffe und Nazizuordnungen zu lesen. Ungeachtet dessen bleiben die Sternadmins inaktiv bei Ihnen.

man denkt sich seinen Teil bei der Sache ....
auwei (14.07.2010, 14:40 Uhr)
@golgi
Grundsätzlich ist das nicht von der Hand zu weisen - allerdings haben die schwarzgelben "Wirtschaftsknechte" bereits zwei Mal derart deutlich ihre Unfähigkeit beweisen (vor 1998 und heute), dass sogar "die Wirtschaft" keine Lust mehr auf die Gurkentruppe hatte. Übrigens: "Wirtsachaft" ist nicht zwangsweise gleich "wildgewordenes Egomanentum", es gibt eine eher "linke" Wirtschaft - und die funktioniert sogar ganz gut (siehe Lula in Brasilien, die skandinavischen Länder, Bolivien usw.). Dass es dort einen himmelweiten Unterschied zu Betonkommunisten, VerstaatlichungsDOGMATIKERN (!) und notorischen Reichenplünderern gibt, liegt auf der Hand. Marktradikalität schadet letzendlich den (meisten) Marktakteuren - diese Ansicht setzt sich auch in Wirtschaftskreisen seehhhr langsam durch.
Blogger93 (14.07.2010, 11:44 Uhr)
@pkeszler und Lob an die SPD
@pkeszler: Sehr richtig. Jedoch sollte die Partei diesen Rechtsruck - der wie wir sahen ein Fehler war - nie mehr vergessen!

In der letzten Zeit gefällt mir der Kurs der Sozialdemokraten sehr, obwohl ich noch nie für die SPD gewesen bin. Hoffen wir, dass es Neuwahlen gibt, die FDP aus dem Bundestag fliegt und es wieder Rot-Grün gibt.

Und: Drücken wir Kraft heute ganz besonders die Daumen!
Tempelhofer (14.07.2010, 11:36 Uhr)
@ Mikeorganizer
Sie sollten sich einmal entscheiden.

Entweder, Sie akzeptieren die öffentlich ausgeschriebenen Community-Richtlinien, oder Sie verlassen dieses Forum. Also kommen Sie einmal zu einem Ende.

Hier ist der Link zu der Netiquette:

http://www.stern.de/sonst/user-diskussionen-die-sternde-regeln-1500709.html
pkeszler (14.07.2010, 11:34 Uhr)
SPD- wieder auf dem Weg zurück zur Volkspartei ?
Man kann der SPD nicht ewig die Fehler anlasten, die während der Regierungszeit von Schröder gemacht wurden. In der großen Koalition hat es die CDU verstanden, dass alle negativen Beschlüsse ebenfalls der SPD
angelastet wurden, obwohl sie eine bessere Politik gemacht hat, als jetzt die
Schwarz-Gelbe-Koalition macht.
golgi (14.07.2010, 11:30 Uhr)
"SPD-Aufwind"
Es klingt immer so optimistisch. Aber hat die SPD aus ihrer Geschichte nicht gelernt? Sozis und Wirtschaft (Kapital) passen nicht zusammen. Da kann die SPD machen was sie will, die Welt des Geldes (Wirtschaft, Banken) ist schon immer gegen die SPD gewesen, deshalb wird es nichts mit einer SPD-Regierung. Frau Kraft wird es spüren.Da haben FDP und cdu einen grossen Vorteil. Sie bedienen das Wirtschaftsklientel und schon können sie machen was sie wollen, die Wirtschaft macht es schon. Deshalb können die Politiker der Klientelparteien süffisant und überheblich lächeln bei Interviews und Talkshows wenn jemand von links mit ihnen diskutiert. Diese Politiker wissen die Wirtschaft ist der Pfeiler auf diesem stehen die Klientelparteien sehr fest..
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