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7. Februar 2007, 08:39 Uhr

Bodenkämpfe inklusive

Über den umstrittenen Einsatz von Tornados im umkämpften Süden Afghanistans befindet nun der Bundestag. Ehemalige Militärs gehen davon aus, dass es nicht nur bei den gewünschten Aufklärungsflügen bleiben wird.

© Fabian Matzerath/DDP

Der frühere Generalinspekteur Harald Kujat hat sich gegen eine Beschränkung der Weitergabe von Aufklärungsdaten der Bundeswehr-Tornados in Afghanistan ausgesprochen. "Das kann doch kein Mensch verantworten", sagte er der "Sächsischen Zeitung". Dem Befehlshaber der ISAF-Mission dürften "keine Fesseln angelegt werden, die letztlich dazu führen, dass er in seiner Auftragserfüllung behindert wird", sagte der ehemalige Vorsitzende des Nato-Militärausschusses.

Hintergrund: Das Bundeskabinett will am Mittwoch über den Einsatz der Aufklärungsflugzeuge zur Nato-Unterstützung in umkämpften Gebieten Afghanistans entscheiden. Die deutschen Piloten sollen den Nato-Truppen am Boden Bilder von Taliban-Stellungen liefern. Der Einsatz der Maschinen und von bis zu 500 Soldaten soll nach den Planungen zunächst bis Oktober befristet werden. Die endgültige Entscheidung soll der Bundestag voraussichtlich Anfang März treffen. Mitte April könnten die Tornado-Maschinen dann in Afghanistan sein.

Ex-Luftwaffengeneral Hermann Hagena geht davon aus, dass Tornado-Aufklärungsflugzeuge der Bundeswehr in Afghanistan notfalls auch in Bodenkämpfe eingreifen werden. Er sagte dem Sender NDR Info: "Wenn sich ein Ziel oder eine konkrete Bedrohungslage für eigene Truppen am Boden ergibt, und wenn Tornados in der Luft sind, die Ziele erkennen, die für eigene Truppen bedrohlich sind, dann ist es natürlich, dass ein Flugzeugführer in einer solchen Situation in der Lage ist und bereit sein muss, auch zu schießen."

Hagena sieht aber auch noch andere Aspekte des Einsatzes: "Es ist natürlich immer eine gute Ausbildung für die Piloten, in einem fremden Terrain unter Wetterbedingungen, die anders sind als zu Hause, mit Einsatzprofilen, die man hier vielleicht nicht fliegen kann, einmal zum Einsatz zu kommen."

DPA
 
 
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