Von Pol zu Pol

15. August 2009, 15:44 Uhr

Viermal am Nordpol, viermal am Südpol: Der Fotograf Michael Poliza hat eine einzigartige Tierwelt in einsamen, kalten Weiten vorgefunden. Atemberaubendes Doppelporträt der Kappen unseres Planeten. Von Peter Pursche

Pol, Poliza, Arktis, Antarktis

Vorsichtig lugt der Eisbär hinter einer Schneekuppe hervor, bestens getarnt©

Nächtlicher Blasendruck ist für die meisten Menschen eine Plage. Für den Hamburger Fotografen Michael Poliza aber war es ein Segen, dass er aufstehen musste. Als er um Viertel vor vier aus dem Zelt trat, fand er alle Zutaten für ein Foto vor, von dem er lange geträumt hatte: ein Meer von Blumen, mittendrin ein Eisbär und alles im leicht gedimmten Licht einer arktischen Sommernacht. "Zehn Meter war der Riese entfernt. Er guckte, ich guckte, langsam schlich ich ins Zelt, um die Kamera zu holen. Der Bär hielt tatsächlich still und trollte sich erst, als das Foto gespeichert war."

Drei Jahre hat Poliza an seinem neuen großen Fotoband "AntArctis" gearbeitet, je viermal war er in den beiden Polarregionen. Das Eisbärbild, das nun stern-Titel geworden ist, war für ihn der überraschende Höhepunkt seiner Expeditionen.

Hinter Elektrozaun gesichert

Das Foto entstand 100 Kilometer nördlich von Churchill, der "Eisbärhauptstadt der Welt" in Kanada. Im August blühen dort an der Hudson Bay mächtige Teppiche purpurner Weidenröschen. Am Hubbard Point errichtete Poliza ein kleines Camp mit zwei Zelten, gesichert durch einen 2,5 Meter hohen Maschendrahtzaun plus Elektrozaun. Wegen des feinen Geruchssinns der Eisbären musste die Verpflegung luftdicht verschlossen werden.

Immer wieder schlichen Bären um die kleine Trutzburg. Es patschte auch mal einer mit der Tatze auf die Strom führenden Drähte. Aber die Bären waren milde gestimmt. Glück für Poliza - der für den äußersten Notfall eine Waffe in petto hatte.

Denn wenn Ursus maritimus in der Arktis auf Jagd geht, besticht er durch geradlinige Brutalität und ist durch nichts aufzuhalten. Meist findet man ihn auf Eisfeldern oder treibenden Eisschollen. Hier stellt er seiner liebsten Beute nach - Robben und ihrem Nachwuchs. Häufig lauert der Bär stundenlang am Atemloch einer Robbe. Taucht das ahnungslose Tier auf, wird es mit den Zähnen gepackt oder mit einem Prankenschlag aus dem Wasser gehebelt und in einem blutigen Akt gefressen. Diese Mahlzeit macht den Räuber etwa eine Woche lang satt.

Übernommen aus ... Stern Ausgabe 33/2009

Ausgewählte Fotos aus dem stern als Poster zum Bestellen Spektakuläre Landschaftsaufnahmen, anrührende Tierporträts, ungewohnte Einblicke hat Michael Poliza bei seinen Reisen in die Polarregionen der Erde gesammelt. Mit drei dieser Bilder eröffnet der stern seine neue stern-Galerie: beeindruckende Fotografien als Poster zum Aufhängen, Staunen, Träumen. Eine Auswahl außergewöhnlicher Bilder aus dem stern wird von nun an in loser Reihe zu bestellen sein. Von Reportagefotos über Bilder der Woche bis hin zu Karikaturen, in DIN A2 (für 19,90 Euro) oder DIN A1 (für 29,90 Euro) - in hochwertigem, lichtechtem Sechs-Farben-Digitaldruck. Alle Poster und Bestellmöglichkeiten sowie die Versandoptionen finden Sie ab sofort unter www.stern.de/galerie

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