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23. Oktober 2009, 14:22 Uhr

Jean Todt beerbt Max Mosley als Fia-Präsident

Der Internationale Automobilverband Fia hat einen neuen Präsidenten. Ex-Ferrari-Teamchef und Schumacher-Intimus Jean Todt tritt das Erbe von Max Mosley an. Todt setzte sich bei der Wahl gegen Ex-Rallye-Weltmeister Ari Vatanen durch. Ein deutscher Fia-Vizepräsident muss seinen Hut nehmen.

Zoom
FIA, Max Mosley, Jean Todt, Ari Vatanen

Jean Todt (r.) unmittelbar vor der Wahl zum Fia-Präsidenten im Gespräch mit Michael Schumacher© DPA

Favorit Jean Todt hat die Wahl zum neuen Fia-Fräsidenten klar gewonnen und damit dem scheidenden Max Mosley einen Herzenswunsch erfüllt. Als Nachfolger des zuletzt umstrittenen Briten wird der ehemalige Ferrari-Teamchef den Automobilweltverband Fia bis 2013 anführen. Der Franzose, der vor der Sitzung noch von Rekordweltmeister und Wahlkampfhelfer Michael Schumacher in der Lobby eines Pariser Hotels begrüßt worden war, erhielt am Freitag 135 Stimmen. "Das ist positiv, sehr positiv", erklärte Schumacher in einer ersten Reaktion. Die Wahl Todts bedeutet auch einen großen Triumph für Mosley, der Todt als beste Wahl gesehen hatte.

Rudolf Graf von Schulenburg im Gremien

Verlierer Ari Vatanen aus Finnland kam dagegen nur auf 49 Stimmen. Enthaltungen bzw. ungültige Wahlzettel gab es zwölf. Überwacht wurde die Abstimmung von einem unabhängigen Gerichtsabgeordneten (Huissier de Justice).

Mit Todt wird auch der deutsche Rudolf Graf von Schulenburg in die Gremien der "Fédération Internationale d'Automobile" einziehen. Der Präsident des Automobilclubs von Deutschland (AvD) wurde vor der Wahl von Todt als Senatsmitglied nominiert. Raus ist dagegen Hermann Tomczyk. Der ADAC-Sportpräsident hatte sich mit seinem nationalen Club auf die Vatanen-Seite gestellt und einen Neuanfang bei der Fia gefordert. Die Rechnung ging nicht auf: Nach vier Jahren als Fia-Vizepräsident für den Bereich Motorsport muss Tomczyk seinen Hut nehmen.

Todt ist dagegen am Ziel. "Ich kann mir niemand vorstellen, der fähiger und engagierter wäre, unseren Sport zu verbessern als Jean Todt", hatte Schumacher vor der Wahl in einem Offenen Brief an die Verantwortlichen der 221 nationalen Automobilclubs und - Organisationen Werbung für seinen ehemaligen Wegbegleiter betrieben. Zusammen hatten sich von 2000 bis 2004 unter anderem fünfmal die Fahrerweltmeisterschaft in der Formel 1 gewonnen.

Harte Bandagen im Wahlkampf

Todt hatte es nach seinem Einstieg bei der damals arg kränkelnden Scuderia 1993 zum Teamchef geschafft, 2004 wurde er zum Generaldirektor ernannt, zwei weitere Jahre später sogar zum Ferrari- Geschäftsführer. Seine Bilanz: 98 Grand-Prix-Siege und 13 WM-Titel mit dem italienischen Traditionsrennstall.

Todt, der in dem teilweise mit harten Bandagen geführten Wahlkampf, immer wieder namhafte Sportler und Funktionäre wie auch Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone für sich werben ließ, war um kurz vor 10.00 Uhr in dem Hotel im Pariser ersten Arrondissement eingetroffen. Vatanen, der sich für mehr Transparenz einsetzen und den Mitgliedsclubs mehr Macht übertragen wollte, war da schon längst vor Ort. Nach jeweils 15-minütigen Reden ging es an die Wahlurne.

DPA/kbe

KOMMENTARE (5 von 5)
 
Benkku (23.10.2009, 20:09 Uhr)
Zustimmung!
Der Finne Ari Vatanen ist zunächst wegen seiner verbohrten Affinität zur NATO in seinem Nicht-NATO-Heimatland bei der EU-Wiederwahl gescheitert. Jesus ist des Pfingstlers bester Freund. Der Mann scheint nun zusammen mit ihm auf der Suche nach einem ertragreichen Posten zu sein. Dumm gelaufen für ihn, aber richtig so. Den braucht man da gar nicht, wo der hin wollte.
Hans-aus-Brasil (23.10.2009, 20:00 Uhr)
Überall die selben Kommentare
In allen Zeitschriften der selbe Mist zu diesen Thema. Todt wird sich hütten Ferrari zu bevorteilen oder er ist weg vom Fenster und mit dazu die Formel 1
Ferrari muss doch erst mal einen Renner haben der vorne mitfahren kann. Und das ist momentan absolut nicht der Fall. Was soll also all das gelaber von Ferrari wir alles domenieren usw.......
Kattzoff (23.10.2009, 15:23 Uhr)
Schlaue Kommentatoren
Wenn ich diese Schlauheiten hier wieder lese
kann man nur mit dem Kopf schütteln,wer weiß denn tatsächlich wie es hinter den Kulissen zugeht?Jean Todt oder Vatanen wer von den schreibern hier weiß denn schon wer besser ist?
medanlumpur (23.10.2009, 15:00 Uhr)
Motorsport
Man muss der FIA gratulieren zu dieser Entscheidung. Jean Todt , ein Teamchef der bei den roten in all den Jahren niemals ausgeflippt ist trotz vieler Probleme am Anfang, wird der FIA wieder ein menschliches Angesicht geben. Ich gratuliere der FIA und Jean Todt.
gaga007 (23.10.2009, 13:58 Uhr)
... Ex-Ferrari Teamchef Jean Todt ...
Diese Personalentscheidung der FIA hat durchaus Vorteile: es gibt grundsätzlich keine Möglichkeit, gegen das Ferrari-Team Einsprüche einzulegen, Mercedes muß immer aus der letzten Reihe starten und Ferrari wird Weltmeister von 2010 - 2025.
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