Frankreich stolpert ins Viertelfinale

19. Juni 2012, 22:40 Uhr

Raus mit Applaus: Schweden überzeugt im letzten Gruppenspiel beim 2:0 gegen Frankreich. Der einstige Geheimfavorit jedoch wird sich im Viertelfinale gegen Spanien gehörig steigern müssen.

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Schwedens Granqvist und Frankreichs Ribery im verbissenen Zweikampf©

Ein Traumtor von Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimovic hat die Franzosen bei der Fußball-EM den Gruppensieg gekostet und Franck Ribéry und Co. ein Viertelfinale gegen Titelverteidiger Spanien eingebrockt. Der maßlos enttäuschende Geheimfavorit verlor am Dienstagabend nach dem Seitfallzieher von Ibrahimovic in der 54. Minute und dem Abstauber von Sebastian Larsson in der Nachspielzeit 0:2 (0:0) gegen die bereits vorzeitig gescheiterten Schweden. Die Skandinavier belohnten sich in Kiew damit für ihren großen Einsatz.

Frankreich war vier Tage vor dem K.o.-Spiel gegen Spanien in Donezk weit davon entfernt, wie ein Titelkandidat aufzutrumpfen und unterlag erstmals nach 23 Länderspielen ohne Niederlage. Zuletzt hatte es am 3. September 2010 gegen Weißrussland mit 0:1 eine Pleite für den Europameister von 1984 und 2000 gegeben. Dennoch überstand Frankreich erstmals seit der WM 2006 wieder die Vorrunde bei einem großen Turnier, muss im Viertelfinale aber auf den gesperrten Innenverteidiger Philippe Mexès verzichten.

Toivonen trifft den Pfosten

Den Franzosen war anzumerken, dass sie nicht unbedingt gewinnen mussten - entsprechend niedrig waren lange Zeit das Tempo und die Konzentration auch in der Defensive. Ein Kopfball von Sebastian Larsson (4.) war noch zu unplatziert, um für große Aufregung zu sorgen. Dafür hatte Ola Toivonen die Führung für die Schweden vor Augen. Der Stürmer war schon an Schlussmann Hugo Lloris vorbei, schob den Ball aus spitzem Winkel aber nur an den Außenpfosten (10.).

Zwei Minuten zuvor vergab der engagierte Ribéry die beste Chance der Franzosen in der ersten Hälfte. Der Bayern-Profi scheiterte nach Fehler von Andreas Granqvist an Torhüter Andreas Isaksson. Ribéry war noch der agilste in der Equipe von Trainer Laurent Blanc. Der Coach schonte entgegen seiner Ankündigung in Yohan Cabaye und Jérémy Menez ausgerechnet die beiden Torschützen vom 2:0 gegen die Ukraine. Menez war bereits mit einer Gelben Karte vorbelastet und sollte wohl keine Sperre riskieren. Er kam dann aber noch in der zweiten Hälfte. Anstelle des anfangs pausierenden Duos erhielten Yann M'Vila und Hatem Ben Arfa eine Chance.

Franzosen zeigen zu wenig

Auch nach zwei Niederlagen unterstützen rund 10 000 schwedische Fans unter den 63 010 Zuschauern ihre Mannschaft. Sie zeigte wie von Trainer Erik Hamrén versprochen viel Einsatz. Ibrahimovic trat in der ersten Hälfte kaum in Erscheinung. Doch nach Chancen für Karim Benzema (51.) und Larsson (53.) kam der große Moment für den Torjäger vom AC Mailand: Eine Larsson-Flanke von der rechten Seite nahm Ibrahimovic aus 14 Metern direkt mit rechts und traf in der Luft liegend ins untere Eck.

Danach gab es sogar Chancen zum 2:0: Der zur Pause eingewechselte Christian Wilhelmsson scheiterte nach Zuspiel von Ibrahimovic ebenso an Schlussmann Lloris (57.) wie Olof Mellberg (58.) nach dem anschließenden Eckball.

Erst jetzt wachten die Franzosen auf: Samir Nasri schoss knapp vorbei (64.), M'Vila konnte Isaksson nicht überwinden (71.). Trainer Blanc wechselte noch Menez ein, doch auch dessen Schuss parierte Schwedens Schlussmann (82.). Der eingewechselte Olivier Giroud köpfte hauchdünn über die Latte (83.) - Larsson traf dagegen ins Netz.

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