Gladbach und Stuttgart verschenken den Sieg

14. Februar 2013, 19:27 Uhr

Kein deutscher Sieg in der Europa League: Hannover und Leverkusen kassieren Niederlagen, Stuttgart und Gladbach verdaddeln den Sieg in letzter Minute. Vor allem das 3:3 im Borussia-Park war turbulent.

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Mit Stolz und Selbstbewusstsein sind die vier deutschen Mannschaften in die K.o.-Runde der Europa League gegangen. Doch nach den Hinspielen ist Ernüchterung eingetreten, droht doch allen Teams aus der Bundesliga nun das Aus. Während Stuttgart und Hannover derzeit nicht stark genug für Europa zu sein scheinen, mussten Leverkusen und Gladbach die größere Abgezocktheit südeuropäischer Clubs anerkennen.

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Drei Elfer, zwei Tore für Gladbach: Marx verwandelt zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich©

Borussia Mönchengladbach - Lazio Rom 3:3

Borussia Mönchengladbach hat an einem völlig verrückten Fußball-Abend mit drei Foulelfmetern, einem Platzverweis und zwei späten Toren einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale der Europa League verpasst. Durch ein Tor von Libor Kozak in der vierten Minute der Nachspielzeit trotzte Lazio Rom dem Bundesligisten am Donnerstag ein 3:3 (1:0) ab. Mit einem seiner Kunstschüsse hatte Juan Arango die Hausherren Minuten zuvor den nach der Pause entstandenen Rückstand gedreht und die Fohlen auf die Siegerstraße gebracht, doch am Ende jubelten vor allem die Gäste aus Rom, die auf den verletzten Nationalspieler Miroslav Klose verzichten mussten.

Der Borussia dürfte nun in einer Woche in Italien nur mit einem Sieg der erstmaligen Einzug in ein Europacup-Achtelfinale seit 18 Jahren gelingen. Martin Stranzl hatte Gladbach per Foulelfmeter (17.) in Führung gebracht, doch Sergio Floccari (57.) und Kozak (64.) trafen für die Gäste. Nach einem Foul im Strafraum und der zweiten Gelben Karte musste Lazios André Dias vom Feld (68.), den fälligen Strafstoß konnte Stranzl aber nicht im Tor unterbringen. Beim dritten Strafstoß für die Hausherren machte es Thorben Marx besser (84.). In dem turbulenten Spiel hatten die Gladbacher zudem Pech bei zwei Pfostentreffern von Arango und Stranzl.

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Stuttgarts Abwehrspieler können's nicht glauben: In der Nachspielzeit gleicht Glynor Plet für Genk aus©

VfB Stuttgart - KRC Genk 1:1

Beim VfB Stuttgart klappt es unterdessen auch auf internationaler Bühne nicht: Der VfB Stuttgart hat nach seiner beispiellosen Pleitenserie in der Bundesliga durch ein 1:1 (1:0) gegen den KRC Genk keine ordentliche Ausgangsbasis für den Einzug ins Europapokal-Achtelfinale schaffen können. Christian Gentner brachte die Schwaben mit seinem Tor in der 42. Minute in Führung. In den ersten Sekunden der Nachspielzeit schockte aber Glynor Plet die Schwaben. Nun gehen die Schwaben auch nicht mit dem erhofften Selbstvertrauen in die wegweisende Bundesliga-Partie bei 1899 Hoffenheim am Sonntag. Im Rückspiel am kommenden Donnerstag in Belgien muss der VfB um das Erreichen der nächsten Runde im internationalen Fußball-Geschäft ernsthaft bangen.

Nur noch 15.200 Zuschauer wollten den VfB Stuttgart am Donnerstagabend sehen. VfB-Trainer Bruno Labbadia setzte trotz der fünf Misserfolge in Serie auf Kontinuität und schickte exakt das Team auf den Platz, das am Samstag beim 1:4 gegen Bremen die letzte Enttäuschung hatte einstecken müssen. Dem Spiel der Schwaben war die Verunsicherung deutlich anzumerken. Spürbar war die Angst, nur keinen Fehler machen zu wollen. Einzig Ibrahima Traoré zeigte Mut und Engagement. Und auch das Führungstor brachte nicht die erhoffte Befreiung für den VfB. Das Spiel blieb auf einem sehr mäßigen Niveau, und der Ausgleich in letzter Minute war ein Schock für die Schwaben.

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Anfang vom Ende für Bayers Europapokal-Ambitionen? Cardozo erzielt den Siegtreffer für Benfica Lissabon

Bayer Leverkusen - Benfica Lissabon 0:1

Nach einer schmerzhaften Heimniederlage droht Bayer Leverkusen wie schon vor 19 Jahren gegen Benfica Lissabon das Aus im Europacup. Die Werkself unterlag den Portugiesen im Hinspiel der ersten K.o.-Runde der Europa League am Donnerstag mit 0:1 (0:0) und muss damit für den Einzug ins Achtelfinale im Rückspiel in einer Woche unbedingt gewinnen. Oscar Cardozo besiegelte mit seinem Treffer nach einem Konter in der 61. Minute die Niederlage für den Fußball-Bundesligisten, der nun schon seit vier Partien sieglos ist.

Bei leichtem Schneetreiben zeigten die beiden Teams ein flottes und engagiertes Match, dem allerdings die großen Torchancen fehlten. Die Leverkusener versuchten sich schnell durch das Mittelfeld zu kombinieren, aber Benfica, das Bayer 1994 durch ein 1:1 und ein 4:4 aus dem Wettbewerb geworfen hatte, machte geschickt die Räume eng. An der aufmerksamen Defensivreihe der Portugiesen war für die Gastgeber um den glücklosen Torjäger Stefan Kießling kein Vorbeikommen. Nach einer Stunde hätte Leverkusen in Führung gehen müssen - lag aber plötzlich in Rückstand. Nach einem Eckball bekam Michal Kadlec den Ball wenige Meter vor dem Tor vor die Füße, zögerte aber zu lange und scheiterte an Moraes. Im direkten Gegenzug machte es Cardozo mit all seiner Erfahrung besser.

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Huszti wehrt Eschenkos Kopfball mit Mühe ab. Insgesamt musste Hannover die Überlegenheit der Startruppe von Anschi Machatschkala anerkennen©

Anschi Machatschkala - Hannover 96 3:1

Auch Hannover 96 hat es bei der Kraftprobe im Moskauer Fußball-Kühlschrank eiskalt erwischt. Nach dem 1:3 (1:1) gegen Anschi Machatschkala am Donnerstagabend muss der Fußball-Bundesligist wie die anderen deutschen Teams um den Einzug ins Achtelfinale der Europa League bangen. Auf dem Kunstrasen des Luschniki-Stadions, wohin der Milliardärs-Club aus dem Nordkaukasus ausgewichen war, nach ordentlichem Start von der Truppe um Superstar Samuel Eto'o in der zweiten Halbzeit die Grenzen aufgezeigt. Im Rückspiel in einer Woche müssen sich die Roten steigern, damit die eigene Europa-Reise weitergeht.

Szabolcs Huszti (22. Minute) hatte Hannover vor nur etwa 10.000 Zuschauern in Führung gebracht. Eto'o (34.), Odil Achmedow (48.) und Moubarak Boussoufa (64.) erzielten die Tore für die Russen, die sich in Marbella auf das Rückspiel in Hannover vorbereiten werden. Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler hielt einen von Eto'o (59.) aufreizend lässig geschossenen Foulelfmeter und machte zudem weitere Chancen der Russen zunichte. So verhinderte der Goalie eine noch klarere Niederlage, die den Hannoveranern wohl schon sämtliche Chancen geraubt hätte. Allerdings hatten auch die 96er Gelegenheiten, das Ergebnis zu verkürzen. Abdellaue, da Silva Pinto und Ya Konan vergaben aber.

dho/DPA
 
 
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