Stuttgart blamabel, deutscher Erfolg komplett

6. Dezember 2012, 22:58 Uhr

Das hat es selbst in den glorreichen 70er-Jahren nicht gegeben: Sieben Bundesliga-Mannschaften stehen in der K.o.-Runde der Europapokale. Als letztes Team schaffte es Stuttgart - trotz einer Blamage.

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Europa League, VfB Stuttgart, Borussia Mönchengladbach, Gladbach, Hanke, Cigerci, Molde, Leverkusen, Hannover, Bayer Leverkusen, Hannover 96

Die Stuttgarter Harnik (l.) und Sakai (r.) versuchen Moldes Diouf vom Ball zu trennen. Trotz eines 0:1 sind die Schwaben eine Runde weiter.©

Die Fußball-Bundesliga zieht mit allen sieben Mannschaften in die K.o.-Phase des Europapokals ein. Der VfB Stuttgart löste am Donnerstagabend trotz eines peinlichen 0:1 (0:1)-Ausrutschers gegen Molde FK als letztes deutsches Team das Ticket für die nächste Runde. Die Schwaben profitierten von einem 1:1 zwischen Steaua Bukarest und FC Kopenhagen und kamen damit als Zweiter der Gruppe E weiter. Die bereits qualifizierte Borussia aus Mönchengladbach überzeugte mit einer B-Elf beim 3:0 (2:0) bei Fenerbahce Istanbul. Ebenfalls mit einer Nachwuchs-Elf besiegte Bayer Leverkusen Rosenborg Trondheim mit 1:0, und Hannover 96 schaffte ein 2:2 bei UD Levante.

Ebenfalls im Europacup überwintern die Champions-League-Starter Borussia Dortmund, Bayern München und Schalke 04. Hannover 96 und Bayer Leverkusen hatten schon vor ihren letzten Gruppenspielen das Weiterkommen in der Europa League sicher.

VfB Stuttgart - Molde FK 0:1 (0:1)

Die Stuttgarter machten es allerdings bis zum Schluss unnötig spannend. Der Ivorer Davy Angan nutzte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte eine Schwäche der VfB-Abwehr zum 1:0. Eigentlich wollten es die Hausherren mit einem Sieg aus eigener Kraft in die nächste Runde schaffen.

Doch die Gastgeber agierten im Spielaufbau und Abschluss zu unkonzentriert. Erst in Halbzeit zwei ging der VfB engagierter zu Werke, doch die Molde-Innenverteidigung stand stabil. Stuttgart spielte zwar im im permanenten Vorwärtsgang, überbot sich aber gegenseitig im Vergeben selbst hochkarätiger Chancen. Bei Minus zwei Grad bot der VfB eine ernüchternde Vorstellung, für die K.o.-Runde im Februar ist eine Steigerung bitter nötig.

Fenerbahce Istanbul - Borussia M'gladbach 0:3 (0:2)

Dagegen betrieben die Gladbacher Reservisten beste Eigenwerbung. Vor den Augen von Bundestrainer Jogi Löw, der auch Fenerbahce bereits coachte, trafen der Deutsch-Türke Tolga Cigerci (23. Minute), Mike Hanke (28.) per Foulelfmeter und der lange verletzte Luuk de Jong (79.) bei seinem Comeback für die B-Elf von Trainer Lucien Favre. "Fener" war als Gruppensieger gemeinsam mit dem fünfmaligen deutschen Meister schon vorher für das Sechzehntelfinale qualifiziert.

Bei der Borussia standen gleich neun Neue in der Startformation. Auch "Fener"-Chefcoach Aykut Kocaman ließ gleich zehn andere Profis als im letzten Spiel der SüperLig auflaufen. Mit den umfassenden Umbauarbeiten kamen die Gäste deutlich besser zurecht. Der frühe Lohn: Cigerci, der schon für die deutsche U 19 gespielt und sich erst im September für die Türkei entschieden hat, traf mit einem sehenswerten Schlenzer aus rund 18 Metern. Nur fünf Minuten später brachte Henri Bienvenu im Fenerbahce-Strafraum Gladbachs schwedischen Angreifer Branimir Hrgota zu Fall. Hanke ließ sich die Chance nicht entgehen. Auch nach der Pause ließen die Gladbacher nichts mehr anbrennen und polierten ihre Europa-League-Bilanz weiter auf. De Jong traf nach einem sehenswerten Alleingang des Youngsters Amin Younes aus kurzer Distanz zum 3:0 für die Fohlen.

Bayer Leverkusen - Rosenborg Trondheim 1:0 (0:0)

Bayer Leverkusen schloss die Gruppenphase mit einem 1:0 (0:0)-Heimsieg gegen Rosenborg Trondheim ab. Bei Bayer erhielten die Talente eine Chance - und nutzten sie. Der 21-jährige Julian Riedel traf bei seinem ersten Profispiel in der 65. Minute.

Trotz des Sieges der Bayer-Bubis kam Leverkusen als Gruppenzweiter nicht mehr an Metalist Charkow vorbei und kann daher in der K.o-Runde im Februar auf Hochkaräter wie den entthronten Champions-League-Sieger FC Chelsea treffen.

UD Levante - Hannover 96 2:2 (0:2)

Makelloser Erster trotz Last-Minute-Remis: Als einziger Fußball-Bundesligist hat Hannover 96 die Europa-League-Vorrunde ohne Niederlage als Gruppensieger abgeschlossen. Die Niedersachsen mussten sich zwar im letzten Spiel der Gruppe L bei UD Levante noch mit einem 2:2 (2:0) zufriedengeben, können aber dennoch als Erster bei der Auslosung am 20. Dezember nun auf einen vermeintlich schwächeren Gegner hoffen.

Der wenig später verletzt ausgewechselte Lars Stindl (18. Minute) und Didier Ya Konan (26.) trafen vor 17.500 Zuschauern im Estadi Ciutat de Valencia für die Elf von Trainer Mirko Slomka. Angel (49.) und Vicente Iborra (90.+4) erzielten die Tore für die Spanier, die als Zweiter in die K.o.-Phase einziehen.

dho/fw/DPA
 
 
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