29. Juli 2007, 14:03 Uhr

Strompreise werden nicht sinken

Ernüchternde Aussichten: Obwohl das Bundeskartellamt den Energiekonzernen bei ihrer Preispolitik künftig besser auf die Finger schauen kann, wird Strom wohl nicht billiger werden. Das sagte jetzt der Präsident der Wettbewerbshüter. Für Sparwillige hat er nur einen Rat.

Das Rädchen dreht sich und dreht sich und dreht sich - und die Kosten steigen und steigen und steigen©

Das Bundeskartellamt glaubt nicht, das die Strom- und Gaspreise als Folge der geplanten schärferen Wettbewerbsregeln sinken werden. Präsident Bernhard Heitzer sagte jetzt im Deutschlandfunk, die erweiterten Befugnisse der Wettbewerbshüter zur Überwachung der Branche reichten allein nicht aus, die Tarife in naher Zukunft zu drücken. Das Kartellamt könne nur gegen "extreme Ausreißer" vorgehen. Heitzer riet der Bevölkerung, quasi selbst als Regulierer aufzutreten und zu billigeren Anbietern zu wechseln. Auf diese Weise habe Vattenfall in Berlin "ordentlich was auf die Nase bekommen".

Kritik an den Plänen von Wirtschaftsminister Michael Glos für die Kartellrechtsnovelle wies Heitzer zurück. "Sie wirkt jetzt schon sozuagen als drohendes Instrument im Vorfeld." Eine flächendeckende "Preiserhöhungsorgie" sei nicht erkennbar. Diverse Firmen verzichteten auf Tarifanhebungen. "Da sind einige nicht dabei, die vielleicht sonst dabei gewesen wären“, sagte er und nannte in diesem Zusammenhang die Konzerne Eon und RWE.

Heitzer wies daraufhin, dass die Novelle 2012 auslaufe. Bis dahin müsse der Markt - auch europaweit - in Gang gekommen sein. Die Novelle flankiere die Bemühungen um mehr Wettbewerb. "Es wäre falsch, hier vom Kartellamt mit dieser singulären Maßnahme das zu erwarten, was sich die Bürger erhoffen, nämlich bald wettbewerbsfähigere und am Markt sich bildende Strom- und Gaspreise." Entscheidend seien auch ein erleichterter Marktzugang, niedrigere Gebühren für die Nutzung der Netze sowie ein deutlicher Ausbau des grenzüberschreitenden Stromhandels.

Umweltminister Sigmar Gabriel appellierte derweil an Bundes- und Länderbehörden, den Stromanbieter zu wechseln und voll auf Ökostrom zu setzen. "Es wäre natürlich toll, wenn Behörden und öffentliche Einrichtungen mit gutem Beispiel vorangehen würden", sagte der SPD-Politiker der "Berliner Zeitung". Damit würden sie den Unternehmen beim Marktzutritt helfen und sie schneller wettbewerbsfähig machen. Sein Ministerium beziehe Ökostrom. Auch die Hansestadt Hamburg hatte jüngst beschlossen, alle kommunalen Einrichtungen mit Ökostrom zu versorgen.

 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
Guenter1 (29.07.2007, 23:56 Uhr)
Ich nehme Ökostrom
Aber leider fehlt mir für Öko das geld da der Staat mich auf meinen Freund Peter (Hartz4) gesetzt hat. Rentner mögen auch Öko aber leider können sie es sich auch nicht leisten sie können sich wenn es so weitergeht nicht mal Atom leisten auch wenn sie ihn selber herstellen könnten.
mupfeline (29.07.2007, 15:32 Uhr)
Ein Schelm der schlechtes dabei denkt
Waren nicht die Vertreter der Windenergieerzeuger einer der Hauptsponsoren der Grünen bei einigen Wahlen? Natürlich ist Öko-Strom eine feine Sache ... Mensch/Mann/Frau muss sich jedoch den Öko-Strom auch leisten können. Nicht jede/jeder kann es sich leisten nur seinem ökologisch korrekt orientiertem Gewissen zu folgen. Es gab und gibt leider Gottes Menschen(wir sind einige davon) die zuerst auf den Preis und dann auf das grüne Gewissen schauen! Wir tun das nicht gern - aber wir müssen es tun - weil nähmlich nur ein Hungerlohn gezahlt wird.
Also beißt sich die Katze wiedereinmal in den Schwanz ...
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