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26. Januar 2012, 14:11 Uhr

Kein Platz für Bufdis

Der Bundesfreiwilligendienst entwickelt sich zu einem Renner: Wider Erwarten reichen die verfügbaren Plätze nicht aus, nur jeder zweite Bewerber bekommt einen Platz.

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Nur etwa die Hälfte der Bewerber wird einen "Bufdi"-Platz bekommen - die 35 000 Plätze reichen nicht aus© Jan Woitas/DPA

Mit einem solchen Ansturm hatte niemand gerechnet: Voraussichtlich wird nur jeder zweite Bewerber für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) in diesem Jahr einen Platz bekommen. Auf die 35.000 vom Bund finanzierten Freiwilligenplätze kommen 60.000 Bewerber, wie ein Sprecher des Familienministeriums mitteilte.

Der Mitte vergangenen Jahres weggefallene Zivildienst sei damit schon fast komplett kompensiert. Die 90.000 früheren "Zivis" hätten in ihren zum Schluss nur noch sechs Monate dauernden Einsätzen rechnerisch pro Jahr 45.000 Dienstjahre geleistet. Auf die "Bufdis" genannten Teilnehmer des Bundesfreiwilligendienstes entfallen demnach in diesem Jahr bereits 41.000 Dienstjahre. Die angebotenen 35.000 Plätze seien "schon bald vergeben".

Um mehr Plätzen für Freiwillige zur Verfügung zu stellen, müsse der Bundestag zusätzliche Mittel bewilligen. "Es ist keine Frage des Wollens, es ist eine Frage des Dürfens", so der Ministeriumssprecher. Das Parlament habe das Budgetrecht. Der BFD wird vom Bund mit 250 Millionen Euro aus Steuermitteln finanziert.

Über eine Zuteilung der Bewerber angesichts des begrenzten Angebots an Plätzen will das Ministerium mit den Trägern sprechen. Einige große Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Caritas haben einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge ihre aktuellen Kontingente fast voll besetzt. Die meisten Freiwilligen werden dabei im Rettungsdienst eingesetzt, der Rest in Krankenhäusern und Pflegediensten. Die evangelischen Träger, denen 3900 Stellen bewilligt wurden, könnten schon jetzt keine Bewerber mehr annehmen.

Wo gibt es jetzt noch Stellen?

BFD-Stellen gibt es in sozialen, kulturellen oder ökologischen Einrichtungen. Bewerben kann man sich entweder direkt, einen Überblick über das Angebot vermitteln Internetbörsen wie bundes-freiwilligendienst.de. Auch bei Trägern wie dem Paritätischen Wohlfahrtsverband oder der Diakonie nachzufragen kann sich für Freiwillige lohnen. Eine Alternative zum Bundesfreiwilligendienst bietet ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, das ebenfalls von zahlreichen Trägern angeboten wird.

Für den BFD bewerben kann sich jeder, egal ob jung oder alt, Mann oder Frau. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. 40 Prozent der "Bufdis" sind älter als 27 Jahre. Der BFD beginnt meist im September, doch gerade Ältere können jederzeit einsteigen. Wer zeitlich flexibel ist, kann laut DRK meist nach wenigen Tagen oder Wochen anfangen. In vielen Fällen können Einrichtungen dies individuell auf die Bewerber zuschneiden. Die Dauer des BFD ist je nach Einrichtung verschieden, er kann zwischen 6 und 24 Monaten umfassen.

Wie viel die Freiwilligen verdienen, ist Verhandlungssache. Eine Vergütungstabelle wie für Zivildienstleistende gibt es nicht. Maximal können sie ein Taschengeld von 330 Euro monatlich bekommen. Die Einsatzstelle ist aber nicht verpflichtet, so viel Geld zu zahlen. Dafür übernimmt sie die kompletten Sozialversicherungsbeiträge, Bufdis sind damit kranken-, pflege- und unfallversichert. Außerdem übernehmen viele Einsatzstellen die Kosten für Unterkunft und Verpflegung.

pen/DPA
 
 
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