. .
Mensch - Hintergründe und Wissen
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
15. Mai 2008, 10:34 Uhr

Robbie Williams zum Chardonnay

Rotwein schmeckt besser zur Musik von Jimi Hendrix oder den Rolling Stones. Schottische Forscher haben in einer - wahrscheinlich fröhlichen - Studie herausgefunden, dass Musik das Geschmacksempfinden beim Weintrinken beeinflusst.

wein, musik, wein-musik, musik zum wein

Wenn die Vier zum Chardonnay "Rock DJ" von Robbie Williams hören, schmeckt ihnen der Wein noch besser© Picture-Alliance/DPA

Forschung gilt häufig als ernst und etwas spröde. Mitunter lassen sich wissenschaftliche Zusammenhänge aber auch in einer geselligen Runde klären. So riefen schottische Wissenschaftler zu einer Weinverkostung zu Forschungszwecken auf. Die Studie war eine Zusammenarbeit zwischen einem chilenischen Wein-Produzenten und der Abteilung für Psychologie an der Heriot Watt University in Edinburgh. 250 Studenten der Uni durften mit unterschiedlicher Musik-Beschallung verschiedene Weine testen. Das Ergebnis: Der Geschmack von Cabernet Sauvignon wird von den Weintrinkern stärker mit "mächtiger und schwerer Musik" empfunden. Chardonnay hingegen habe bei "schwungvollen und erfrischenden" Melodien deutlich besser gemundet.

Die schottischen Psychologen gehen allerdings noch weiter. Sie empfehlen zu Cabernet Sauvignon unter anderem "All Along The Watchtower" von Jimi Hendrix, "Honky Tonk Woman" von den Rolling Stones, "Live And Let Die" von Paul McCartney sowie "Won't Get Fooled Again" von The Who. Chardonnay dagegen entfalte sich bestens bei "Atomic" von Blondie, "Rock DJ" vom Pop-Künstler Robbie Williams, "What's Love Got To Do With It" von Tina Turner oder auch "Spinning Around" von Kylie Minogue.

Der beteiligte Weinhersteller Aurelio Montes fühlt sich laut "times online" durch diese Beobachtung bestätigt. "Ich habe immer schon daran geglaubt, dass gregorianische Kirchenmusik den Geschmack unserer Weine besonders gut unterstützt. Da war es eine logische Folge, dass auch wissenschaftlich untersuchen zu lassen."

Die Gründe liegen im Gehirn

Die Ergebnisse der ungewöhnlichen Studie erklären die schottischen Wissenschaftler mit der "cognitive priming theory" aus der Psychologie. Hört man eine bestimmte Art von Musik, sollen bestimmte Bereiche des Gehirns angeregt werden. In der Folge verändert das auch die Wahrnehmung des Wein-Geschmacks.

Laut Adrian North, dem Leiter der Studie, sei schon lange bekannt, dass Musik das Verhalten der Hörer beeinflussen kann. Vor einiger Zeit war North Teil einer Forschungsgruppe, die den Einfluss von Musik auf das Kaufverhalten von Weintrinkern untersuchten. In der Weinabteilung eines Supermarkts wurde so über zwei Wochen entweder deutsche Blas- oder französische Akkordeonmusik gespielt. Es stellte sich heraus, dass die Käufer bei der französischen Musik etwa dreimal häufiger zu französischen Weinen griffen und bei der Blas-Musik zu den deutschen. "Nun haben wir zum ersten Mal gezeigt, dass das auch für den Geschmackssinn und damit die Art und Weise wie ein Glas Wein schmeckt, gilt", sagte er "times online".

Diese Beobachtung offenbart Weinhändlern und Restaurants ganz neue Marketingstartegien: Weinhändler könnten künftig dazu übergehen, Empfehlungen zur passenden Musik auf die Flaschen drucken zu lassen, erklärte North. Überrascht sein sollte man wahrscheinlich auch nicht mehr, wenn ein Kellner plötzlich Wagner spielt, um den Geschmack des Hausweins zu untermalen.

nis/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Hirnforschung Teurer Wein schmeckt besser

Sind es die fruchtigen Aromen? Die feine Holznote? Oder der stolze Preis? Ob ein Wein besser mundet, wenn er mehr kostet, haben kalifornische Wissenschaftler in einer Studie ergründet. mehr...

Forschung Weintrauben schützen vor Karies

Bestimmte Stoffe aus Weintrauben bekämpfen ein Bakterium, das Zahnbelag und Karies verursacht. Rote Trauben wirken besser als weiße. Abfallprodukte aus dem Weinbau könnten deshalb künftig in Mundspül-Lösungen weiter genutzt werden. mehr...

Musik-Psychologie Kiffen und Mozart hören

Jazzfans lieben Wein, Musicalfans sind brave Bürger und Hip-Hop-Fans nehmen Drogen. Alles nur Klischee? Nein, sagen Psychologen der Uni Leicester nach einer Fragebogen-Studie. Die offenbarte aber auch eine überraschende Erkenntnis. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch