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23. Februar 2012, 12:53 Uhr

Kabelpanne statt Physikwunder

Ein fehlerhaftes Kabel hat möglicherweise die Messungen des Atomforschungszentrums Cern mit ultraleichten Teilchen verfälscht, die die Relativitätstheorie in Frage gestellt hatten.

Cern, Teilchenpysik, Physik

Auch bei High-Tech-Giganten wie dem Cern können sehr simple Fehler passieren© Martial Trezzini/DPA

Ein Team am Cern bei Genf hatte im Jahr 2011 Messergebnisse verkündet, die nahelegten, dass manche Elementarteilchen doch schneller als das Licht sein könnten. Den im September veröffentlichten Messungen zufolge legten Neutrinos die 730 Kilometer lange Strecke zwischen dem Cern und einem unterirdischen Forschungslabor im italienischen Gran Sasso mit einer Geschwindigkeit zurück, die um 60 Nanosekunden unter der des Lichtes lag. Nun erklärte die Opera-Forschergruppe jedoch, es seien "zwei mögliche Effekte identifiziert worden, welche die Messung der Neutrino-Geschwindigkeit beeinflusst haben könnten". Nun seien weitere Tests erforderlich. Die neuen Versuche sollen Mai unternommen werden.

Die Lichtgeschwindigkeit gilt laut Relativitätstheorie als absolute Tempogrenze des Universums. Sie wurde noch in keinem Experiment eindeutig durchbrochen.

Messfehler durch defekte Hardware

Bei den möglichen Messfehlern geht es konkret um ein Gerät, das für die Synchronisierung von GPS-Daten eingesetzt wurde und eventuell nicht präzise genug funktionierte. "Er könnte zu einer Überschätzung der Flugzeit der Neutrinos geführt haben", vermuten die Opera-Wissenschaftler. Zudem steht ein möglicherweise defektes Glasfaserkabel in Verdacht, durch das die GPS-Signale an den Hauptzeitmesser übertragen wurden, was in diesem Fall zu einer Unterschätzung der Geschwindigkeit geführt haben könnte.

Bei dem Opera-Projekt war in einem unterirdischen Labor in den Abruzzen die Geschwindigkeit von Elementarteilchen gemessen worden, die im rund 730 Kilometer entfernten Cern bei Genf erzeugt worden waren. Diese sogenannten Neutrinos waren dabei scheinbar schneller als das Licht unterwegs, wenngleich nur um 0,025 Promille und damit extrem geringfügig.

san/DPA/AFP
 
 
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