Ratgeber Zähne

Was gegen schlechten Atem hilft

Mundgeruch ist peinlich, keine Frage. Trotzdem lohnt der Gang zum Spezialisten. Zahnärzte können helfen, die Ursache des schlechten Atems zu finden und zeigen Wege auf, ihn zu bekämpfen.

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Entzündungen im Mundraum können eine Ursache für den unangenehmen Geruch sein©

Es existieren nur Schätzungen, wie viele Menschen in Deutschland unter Mundgeruch leiden - wahrscheinlich jeder Dritte bis Vierte.

Meist entsteht der schlechte Atem direkt im Mund. Nur selten kommt die so genannte Halitosis aus dem Magen. "Sogar Ärzte glauben, dass in der Regel Erkrankungen im Verdauungstrakt oder Allgemeinerkrankungen dafür verantwortlich sind", sagt Rainer Seemann vom Institut für Zahnerhaltung an der Berliner Charité. Er gründete 1999 die erste Halitosis-Sprechstunde in Deutschland. In seiner Beratungsstelle machte er erschreckende Erfahrungen: "Nicht wenige Betroffene hatten sich die Mandeln entfernen lassen und bereits die eine oder andere Magenspiegelung hinter sich, bevor sie bei mir landeten."

Bakterien erzeugen den Geruch

Mundgeruch entsteht durch Fäulnisprozesse. Die normale Mundflora besteht aus Billionen von Mikroben, die von Essensresten, abgestorbenen Zellen und Blut leben. Sie kleben an den Zähnen, in Zahnzwischenräumen, in Zahnfleischtaschen und an defekten Füllungen. Sie besiedeln auch den Zungenrücken. Die Mikroorganismen essen aber nicht nur, sie scheiden auch aus, unter anderem Schwefel-Verbindungen: Die nimmt unsere Nase als unangenehm wahr.

Zu den Bakterienarten, die Schwefelgase produzieren, gehören etwa Treponema denticola, Porphyromonas gingivalis, Prevotella intermedia, Haemophilus- und Fuso-Bakterien.

Auch Entzündungen können der Grund sein

Schlechter Atem entsteht meist, wenn Sie Ihre Zähne nicht oft genug putzen und deshalb Zahnbelag entsteht. Es gibt aber auch noch andere Ursachen:

  • Karies,
  • wenn Reste von Zahnwurzeln im Kiefer verfaulen,
  • Rauchen,
  • wenn die Mundschleimhaut entzündet ist,
  • wenn das Zahnfleisch entzündet ist (Gingivitis),
  • Parodontitis,
  • wenn Pilze in der Mundhöhle siedeln (Mundsoor);
  • Schnupfen,
  • entzündete Nasennebenhöhlen und
  • entzündete Rachenmandeln.

Auch ein trockener Mund entlässt schlechten Atem. Daher riechen viele Menschen morgens nach dem Aufstehen nicht gut aus dem Mund.

Bestimmte Krankheiten können Sie riechen

Geruch in der Mundhöhle kann aber auch von ganz anderen Erkrankungen des Körpers kommen. Etwa von Helicobacter pylori, einer Bakterienart, die für Magen- und Darmgeschwüre verantwortlich ist. Spezialisten können anhand des Mundgeruchs noch viel mehr erkennen:

  • Stress,
  • bestimmte Komplikationen bei Diabetes mellitus,
  • Nierenversagen,
  • eine Speiseröhre, in der sich Essensreste sammeln, und
  • die Fisch-Geruchs-Krankheit: Dabei kann ein bestimmtes Molekül nicht abgebaut werden, so dass Atem, Urin, Schweiß und sonstige Sekrete nach Fisch riechen.

Manchmal ist Mundgeruch nur eingebildet

Nicht jeder, der meint, aus dem Mund zu riechen, tut es auch. "In meiner Sprechstunde glaubte ungefähr jeder vierte Besucher fälschlicherweise, dass er unter Mundgeruch leidet", sagt Rainer Seemann von der Charité. Offenbar ist eingebildeter schlechter Atem recht häufig.

Menschen neigen dazu, bestimmte Reaktionen ihres Gegenübers als Abwehr zu interpretieren - auf ihren vermeintlichen Mundgeruch. "Fragt man diese Patienten, ob sie denn auf ihren schlechten Atem angesprochen werden, verneinen sie. Sie fragen auch nicht ihre Partner danach", sagt Seemann.

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