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Audi A1 Sportback: Großer Bahnhof für zwei Türen

Der Audi A1 Sportback ist nicht größer als der Dreitürer, doch mit vier Türen kann man nun bequem hinten einsteigen. Das war es dann auch schon mit den Neuerungen. Wer einen Lifestyle-Kombi im Stil des A3 Sportback erwartet, wird enttäuscht.

Der A1 Sportback soll vor allem eins sein: Nicht größer sein als der dreitüriger Bruder. Wer noch mehr Raum braucht, benötigt einen anderen Wagen, meint Audi. Vom Wort Sportback sollten sich Kunden nicht blenden lassen: Der A1 Sportback ist keine verkleinerte Kopie des eleganten A3 Sportback mit dessen kurzem Kombiheck. Schade, denn genau so etwas wird sich mancher Audi-Fan gewünscht haben. Mit einem knackigen Sportkombi hätte Audi ein Modell im Programm, was man bei Volkswagen so nicht findet – aber einen viertürigen Polo gibt es selbstverständlich schon. Bis zur A-Säule ist der Sportback identisch mit dem dreitürigen A1. Die Schulterlinie umläuft das ganze Auto, die C-Säule ist stark geneigt, in die Dachkuppel haben die Designer einen kleinen Spoiler integriert.

Eigentlich ist der Sportback ein alter Bekannter, denn ein ganz ähnlicher Viertürer kündigte 2008 als Designstudie auf dem Pariser Automobilsalon die neue Baureihe A1 an. Audis Kleinster kam dann im vergangenen Jahr aber zunächst als Dreitürer auf den Markt. Dem Premium-Hersteller reicht das Wort "Viertürer" offenbar nicht für die Ergänzung im Programm, da muss es schon pompös "Sportback" heißen. Damit setzt Audi die Kommunikationstrategie beim Start des A1 fort. Der aufgeedelte Polo-Ableger wurde schon zum Start hemmungslos überverkauft – die Kunden waren davon nur teilweise überzeugt.

Im Jahr 2011 hat Audi bislang 89.000 A1 verkauft, rund 22.000 davon in Deutschland. Der deutlich in die Jahre gekommene Audi A3 konnte im gleichen Zeitraum rund doppelt so viele Neuzulassungen verbuchen, der Mini mehr als 33.000.

Auf Wunsch auch als Fünfsitzer

Im Fond des Viertürer finden jetzt auch Erwachsene jenseits von 1,80 Metern Körpergröße Platz, selbst wenn die Kniefreiheit nicht üppig ist. Zwischen den beiden Fond-Passagieren wartet in Serienausstattung ein Ablagefach mit Becherhaltern. Optional verfügt der A1 Viertürer über fünf Sitzplätze, wobei der hintere Mittelsitz sehr schmal ausfällt. Innen ist der A1-Ableger deutlich gewachsen, obwohl er mit 3,95 Metern Länge und 2,47 Metern Radstand die gleichen Dimensionen aufweist wie der Dreitürer. Der Viertürer ist aber jeweils sechs Millimeter breiter und höher. Nur dem Laderaum nutzt das leichte Wachstum fast nichts: Hinter der umlaufenden Heckklappe verbergen sich 270 Liter Kofferraumvolumen (Dreitürer: 267 Liter), das nach dem Umklappen der Rücksitze unverändert auf 920 Liter wächst.

Zur Not auch auf zwei Töpfen

Unter der Haube des 1065 kg schweren Sportback stehen zunächst die gleichen TFSI-Benziner und TDI-Turbodiesel bereit wie beim dreitürigen A1. Die Leistungsspanne reicht von 63 kW (86 PS) bis 136 kW (185 PS). Auch die technischen Daten wie Beschleunigung, Verbrauch und Höchstgeschwindigkeit entsprechen bis auf marginale Abweichungen denen des Dreitürers. Später folgt allerdings der neu entwickelte 1.4 TFSI mit 103 kW (140 PS). Das Aggregat verfügt über eine Zylinderabschaltung, die bei Audi "Cylinder on Demand" heißt. Während der große Audi S8 bei Bedarf vier seiner acht Zylinder abschaltet, läuft der Motor des kleinen A1 bei geringer Last und niedriger bis mittlerer Drehzahl auf zwei statt vier Töpfen.

Der Fahrer werde die Abschaltung nicht bemerken, heißt es bei Audi. Im Verbund mit anderen Sparmaßnahmen wie der serienmäßigen Start-Stopp-Automatik soll der Motor einen Durchschnittsverbrauch von 4,7 Litern auf 100 Kilometer ermöglichen. Der A1 beschleunigt mit dem neuen Vierzylinder an Bord in 8,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 212 km/h. Ein Sechsganggetriebe übernimmt die Kraftübertragung, optional gibt es das Siebengang S-tronic Doppelkupplungsgetriebe. Die lang erwartete quattro-Allradversion des A1 soll 2012 parat stehen.

Normaler Aufpreis für die hinteren Türen

Die Preise des A1 Sportback starten bei 16.950 Euro (1.2 TFSI mit 63 kW / 86 PS). Beim Dreitürer beginnen die Preise bislang bei 15.800 Euro. Die Dieselpalette startet mit dem 1.6 TDI (66 kW / 90 PS) für 19.050 Euro. Die Serienausstattung (Attraction) umfasst unter anderem Klimaanlage, elektrische Fensterheber, elektrisch verstellbare Außenspiegel sowie ein Radio. Zu den Extras zählen Dinge wie Xenon-Scheinwerfer, Fernlichtassistent, Panorama-Schiebedach und diverse Exterieur-Pakete. Die Dachkuppel inklusive Dachbogen und Spoiler zum Beispiel wird auf Wunsch in Schwarz, Grau oder Silber lackiert. Später kommen noch Aerodynamik-Anbauteile und Foliensätze ins Zubehörprogramm.

Neben dem normalen Navigationssystem kann man das abgespeckte "Connectivity Paket" bestellen und sich Navigationsfunktion sowie Bluetooth-Telefonie nachträglich freischalten lassen. Beim System MMI Navigation Plus lassen sich Onlinedienste wie die lokale Suche mit Google und Webradios nutzen, außerdem wird der Wagen zum mobilen WLAN-Hotspot für Laptops, iPhones und andere Endgeräte. Seine Publikumspremiere feiert der A1 Sportback Ende November auf der Tokio Motor Show, beim Händler steht er im ersten Quartal 2012.

Sebastian Viehmann, Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.