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Australische Muscle Cars: PS-Dinos aus Downunder

Jeder kennt einen Ford Mustang oder Dodge Charger. Aber was, bitteschön, ist ein Ford Falcon? Oder ein Valiant Charger? Vor 30 Jahren machten nicht nur in den USA sondern auch in Australien hubraumstarke Muscle Cars die Straßen unsicher.

Während amerikanische Muscle Cars auch hierzulande so etwas wie Kultstatus besitzen, sind ihre australischen Brüder selbst eingefleischten Benzinjüngern oft völlig unbekannt. Allenfalls Film-Fans wissen: In dem Kultstreifen "Mad Max", der Mel Gibson zum Star machte, spielen die australischen V8-Bolzen wichtige Nebenrollen. Besonders der schwarze "Interceptor", mit dem Gibson im Film als durchgeknallter Cop einen Rachefeldzug gegen marodierende Motorradrocker führt, ist legendär.

Hinter dem martialischen Kostüm aus Spoilern, riesigen Auspuffrohren und einem Kompressor unter der Motorhaube verbarg sich nichts anderes als ein Ford Falcon XB GT Coupé, Baujahr 1973. Der Wagen hat unter australischen Musclecar-Fans etwa den Status, den Dodge Charger oder Plymouth Cuda in den USA genießen.

Repliken der berühmten "Mad Max"-Filmautos

Ähnlich wie bei ihren amerikanischen Brüdern explodieren auch bei den australischen V8-Dinosaurier die Preise. "Besonders die Coupés sind extrem rar und teuer geworden", weiß Grant Hodgson. Der Experte für australische Muscle Cars restauriert die Fahrzeuge nicht nur, er baut sie auf Wunsch auch zu Repliken der berühmten "Mad Max"-Filmautos um.

"Eine restaurierte Ford Falcon XB Limousine ist ungefähr 60.000 Dollar wert, die Coupés sind noch teurer", sagt Hodgson. Er hat bislang neun Repliken des schwarzen Mad Max-Interceptors angefertigt und in die ganze Welt verschickt. Eine davon steht sogar in einem Museum in der Nähe von Tokio.

Der exportierte PS-Krieg

Während jeder Fan amerikanischer Autos die Geschichte des Ford Mustang herunterbeten kann, sind die Hintergründe der australischen V8-Boliden weniger bekannt. In den 60er und 70er Jahre bekriegten sich in den USA die "Big Three": Chrysler, General Motors und Ford. Im so genannten "Horsepower War" ließen sie eine hochgezüchtete PS-Schleuder nach der anderen vom Band rollen. Doch damit nicht genug – in Australien lieferten sich die Big Three mit ihren australischen Schwestermarken eine Art Stellvertreterkrieg.

Neben Ford warfen auch Holden (General Motors) und Chrysler ihre hubraumstarken Waffen in die Schlacht. So gab es denn auch in Australien einen Charger. Allerdings war die australische Version des Chrysler-Geschosses kleiner und leichter als die amerikanische.

Der Valiant Charger kam 1971 auf den Markt und hatte zunächst nicht einmal einen V8 unter der Haube – als Antrieb diente ein 4,3 Liter großer Sechszylinder mit 280 PS. Mit drei Weber-Doppelvergasern holte das Aggregat allerdings deutlich mehr Leistung heraus, als es damals für einen Sechszylinder üblich war.

Rallye-Streifen und Lufthutzen

Die heißesten Duelle auf den staubigen Highways des fünften Kontinents lieferten sich die beiden Giganten Holden und Ford. Bei Ford Australien hatte der Mittelklassewagen Falcon zunächst noch eine enge Verwandtschaft mit dem gleichnamigen amerikanischen Modell. Das in den USA als Kompaktwagen verkaufte Fahrzeug war ein Brot-und-Butter-Auto und meistens mit einfachen Sechszylinder-Motoren ausgerüstet. Die Produktion des Wagens sollte Anfang der 70er Jahre auslaufen, doch die Australier wollten den Namen Falcon nicht sterben lassen.

Die erste eigene Konstruktion war der Falcon XA im Jahr 1972. Natürlich steckte Ford-Technik unter dem Blechkleid - doch optisch war den Australiern ein eigenständiges und imposantes Auto gelungen. Als Antrieb dienten Sechszylinder und V8-Motoren aus dem Ford-Regal. Besonders begehrt sind bis heute die GT-Versionen, die mit Rallye-Streifen, schwarz abgesetzten Motorhauben und Lüftungsschlitzen in der Haube den Look der amerikanischen Muscle Cars imitierten.

Blaue Rallye-Streifen und Schlangen-Logo

Nach dem Falcon XA folgte der facegeliftete XB und schließlich der XC. Besonders die Coupé-Versionen sind heute rare Sammlerstücke. Als letztes Muscle Car Australiens gilt das XC Cobra Coupé von 1978. Mit blauen Rallye-Streifen versehen und dem Schlangen-Logo verziert, wurde der Wagen nur 400 mal gebaut.

Sebastian Viehmann/PressInform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.