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Autoklassiker Opel Ascona: Bürger, hört die Signale

Verchromte Außenspiegel, spindeldürre A-Säulen, über Bodenwellen schaukelt er wie Wackelpudding: Und doch hat der Opel Ascona - Urahn des brandneuen Insignia - vor mehr als 30 Jahren Automobilgeschichte geschrieben. Zeit für eine Ausfahrt mit dem Klassiker.

Ascona – das klingt Anfang der 70er noch herrlich exotisch nach Urlaub in der Sonne des Tessins. Doch zum Glück muss man sich schon nicht mehr mit dem Goggomobil samt Wohnanhänger über die Alpen quälen. Opel hat einen neuen Wagen im Portfolio, und dessen Name ist Programm: Raus aus Rüsselsheim und hin zum Lago Maggiore. In eine neue Mittelklasse für brave Bürger, die sich noch keinen Opel Rekord leisten können, aber dem Kadett finanziell entwachsen sind.

7365 Mark kostet 1970 der zweitürige Ascona mit 1,6-Liter Motor und 68 PS. Das sind rund 1500 Mark mehr, als man für einen Käfer mit gleichem Hubraum, aber schwachbrüstigen 50 PS auf den Tisch legen muss. Unser Fotomodell ist sogar ein echter Aufsteiger: Es handelt sich um den 1,6 Liter S in L-Ausführung mit vier Türen und einem auf 80 PS erstarkten Vierzylinder mit 120 Newtonmeter Drehmoment.

Damit fährt sich der signalrote Senior auch heute noch ziemlich spritzig, was beim Leergewicht von 985 Kilogramm nicht weiter verwundert. Heutzutage wiegt selbst der Opel Corsa mehr als eine Tonne. Der hölzerne Schaltknauf am ellenlangen Hebel schmeichelt der Hand, und wenn man den vierten und damit auch schon letzten Gang eingelegt hat, liegt der Hebel fast auf der Mittelkonsole auf.

Chrom und Kunstleder

Vier Personen können sich in dem kleinen Opel bequem auf den Polstern lümmeln. Die großen Scheiben und spindeldürren A-Säulen sorgen ganz ohne neumodisches Glasdach dafür, dass man auf dem Weg nach Ascona das Alpen-Panorama genießen kann.

Auf den dünnen Reifen mit 13-Zoll-Stahlfelgen rollt der Rüsselsheimer mit seiner Zentralgelenk-Starrachse etwas schwammig durch die Kurven und schaukelt wie ein Wackelpudding über große Bodenwellen - doch von Autos dieser Baujahre ist man wesentlich Schlimmeres gewohnt. Für die fehlende Servounterstützung beim Lenken entschädigen optische Genüsse wie die verchromten Außenspiegelchen und haptische Offenbarungen wie das schwarze Kunstleder in den Türen, das man an heißen Tagen lieber nicht anfassen sollte, weil es sonst an der Haut kleben bleibt.

Ein bezahlbarer Klassen-Aufstieg

Im November 1970 kam der Ascona als neue Modellreihe auf den Markt. Die Karosserie war völlig neu, den Rest lieh sich der Ascona von seinen Geschwistern: Das Fahrwerk war vom Kadett, die Motoren vom Rekord abgeleitet. Der Wagen sollte den Piloten des Kadett oder des alten Olympia Rekord einen bezahlbaren Klassen-Aufstieg ermöglichen.

Das tat er auch ganz passabel - obwohl sein Blechkleid im Vergleich zu dem des Hauptkonkurrenten Ford Taunus doch recht bieder aussah. Für das gewisse Kribbeln im Bauch sorgte erst der Manta A, der auf der Ascona-Plattform aufgebaut wurde.

Der schwarze Plastik-Kühlergrill und die Dreipunkgurte an den Vordersitzen verraten, dass es sich um ein Fahrzeug nach der Modellpflege handelt – am 9. Juli 1974 lief der signalrote Rüsselsheimer vom Band. Damit blieb ihm die Leistungsreduzierung des S-Motors auf 75 PS erspart, die ab 1975 durch neue Abgasgrenzwerte und die Anpassung an bleiärmeren Kraftstoff nötig wurde.

Weniger Leistung - der Umwelt zuliebe

Kein Wunder also, dass ein Vorbesitzer dem signalroten Ascona mit Zusatzscheinwerfern ein sportlicheres Antlitz verleihen wollte. Der Wagen, den Opels Traditionsabteilung vor 12 Jahren aus pflegender Rentnerhand freigekauft hat, präsentiert sich in einem nahezu perfekten Originalzustand. Das Vinyldach, gern als Geschmacksverirrung der 60er und 70er Jahre belächelt, sieht herrlich amerikanisch aus. Es war damals eine Art Statussymbol für höherwertige Autos und quasi ein Ersatz für aus der Mode gekommene Zweifarblackierungen.

Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Passat

In fünf Jahren Produktionszeit wurden fast 700.000 Ascona A gebaut, mehr als die Hälfte davon für den Export. Der Ascona B, übrigens die letzte Modellgeneration mit Hinterradantrieb, brachte es auf 1,5 Millionen Stück, der Ascona C (1981 – 1988) gar auf 1,7 Millionen. Sein Nachfolger Vectra knüpfte nahtlos an den Erfolg an, wurde allein im ersten Produktionsjahr rund 450.000 Mal gebaut und lieferte sich in Deutschland lange ein verbissenes Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Passat.

Diese Zeiten sind längst vorbei: Vom aktuellen Vectra wurden in Deutschland laut Kraftfahrtbundesamt im Jahr 2007 gerade einmal 18.087 Stück zugelassen. Beim Passat waren es im gleichen Zeitraum mehr als 105.000 Autos. Die Vectra-Produktion läuft Ende September endgültig aus. Nun setzt Rüsselsheim all seine Hoffnungen in den Insignia, der auf der London Motor Show zum ersten Mal der breiten Öffentlichkeit präsentiert wurde – und wie einst der Ascona ein Opel für Aufsteiger werden soll.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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