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Cadillac CTS 2.0: Amerikaner auf verlorenem Posten

Mit extravagantem Design will der Cadillac CTS den Businessmodellen der deutschen Premiumhersteller Konkurrenz machen. Doch es ist fraglich, ob es zu mehr als einer Nischenexistenz reicht.

Chevrolet verlässt den deutschen Markt, doch GMs edler Ableger Cadillac will Europa nicht aufgeben. Mit der dritten Generation des CTS stemmen sich die Amerikaner gegen die deutsche Übermacht aus BMW 5er, Mercedes E-Klasse und Audi A6. Hier steht man bereits vor dem offiziellen Marktstart auf verlorenem Posten, denn der CTS ist ausschließlich als Vierzylinder zu bekommen. Ausdrucksstarkes Design reicht kaum aus, um die anspruchsvollen Kunden zu locken. Außerdem gibt es keinen Kombi, kein Dieseltriebwerk und nicht einmal einen Sechszylinder. Der 3,6 Liter große V6-Motor mit 320 PS bleibt in den USA.

Große Ambitionen, aber wenig Händler

Warum bliebt Cadillac in Europa nach der Chevrolet-Entscheidung, Europa zu verlassen? "Europa ist das Epizentrum des Luxus in der ganzen Welt und daher ist es wichtig, für Cadillac in dieser Region präsent zu sein", erklärt Tom Anliker, Geschäftsführer von Cadillac Europe. Von Flucht ist keine Rede, iIm Gegenteil: Cadillac drückt in den nächsten zwei Jahren mächtig auf die Tube und will das europäische Portfolio um Modelle wie ATS/ATS Coupé, SRX , Escalade und ELR erweitern. Das hört sich viel an, doch zu der rein amerikanischen Motorenpalette kommen europaweit gerade einmal 40 Händler - neun davon verkaufen in Deutschland.

Der neue Cadillac CTS hat ein beeindruckendes Äußeres. Die charakteristischen Winkellinien vorne und hinten sorgen für einen imageträchtigen Auftritt. Obwohl zwölf Zentimeter länger geworden, speckte der CTS durch die Verwendung von Leichtbaumaterialien um knapp 130 Kilogramm auf 1,7 Tonnen ab. Im Vergleich zu einem BMW 528i ist der Cadillac CTS 2.0 Turbo rund 50 Kilogramm leichter, drei Zentimeter schmaler und zwei Zentimeter niedriger. Fahrer und Copilot können sich auf ein ebenso modernes wie aufgeräumtes Cockpit mit kompletter Animation freuen, dessen Bedienelemente bequem zu erreichen sind. Gut im Blick liegt das Head-Up-Display. Die eigenen Finger hinterlassen auf den glänzenden Oberflächen jedoch allzu schnell unschöne Abdrücke. Die vielfach einzustellenden und klimatisierten Sitze sind nicht nur auf langen Autobahnstrecken eine Wohltat, der man sich nicht wieder entziehen möchte. Im Fond gibt es etwas weniger Beinfreiheit als im Klassenprimus BMW 5er, was nicht zuletzt in dessen sechs Zentimetern mehr Radstand begründet ist. Und wirklich bequem geht es in der zweiten Reihe schon durch den breiten Mitteltunnel nur zu viert zu. Immerhin sind die Rücksitze höher positioniert, was den Fondpassagieren eine bessere Sicht nach vorn garantieren soll. Das Ladevolumen liegt bei etwas knapp bemessenen 447 Litern.

Vier Zylinder sind nicht genug

Das Basistriebwerk kennt man aus dem kleineren Cadillac ATS. Der zwei Liter große Vierzylinderturbo leistet 276 PS und 400 Nm. Doch der drehfreudige Vierzylinder ist zu wenig für ein Fahrzeug dieser Klasse, auch wenn 240 km/h Spitze und 0 auf Tempo 100 in 6,6 Sekunden ordentliche Werte sind. Der Verbrauch des Hecktrieblers liegt dafür bei mäßigen 8,5 Liter. Es fehlt dem kleinen US-Triebwerk die Raffinesse und Souveränität, die nur ein Sechs- oder Achtzylinder bieten kann. Auch die von Bose entwickelte Geräuschunterdrückung kann einem am Steuer nicht vorgaukeln, mit mehr als vier Brennkammern unterwegs zu sein. Daran ändert auch die ordentliche Sechsgang-Automatik nichts.

Faires Angebot

Das Fahrwerk des CTS ist mit einer Magnetdämpfung ausgestattet, die sich in den drei Modi Tour, Sport und Weather den Wünschen des Fahrers anpasst. Das variable System greift in Lenkverhalten, Dämpfung, Motorsound und die Kraftübertragung ein. Allerdings ist die Unterscheidung zwischen den beiden Hauptmodi Tour und Sport allzu gering und daher nicht notwendig. Zudem fehlt ein individuell einstellbares Fahrprogramm. CTS- Entwicklungsingenieur Blaine Heavener begründet das "mit Gründen der Einfachheit". Ansonsten präsentiert sich das Fahrverhalten des Cadillac CTS sehr ausgewogen. Je nachdem, ob man sich für Heck- oder Allradantrieb entscheidet, ist die Gewichtsverteilung nahezu ausgeglichen. Das macht den 4,97 Meter langen CTS mit seinen McPherson-Federbeinen vorn und einer Fünflenkerachse hinten ebenso komfortabel wie agil.

Die Preise für den in den vier Ausstattungsvarianten Elegance, Luxury, Performance und Premium erhältlichen CTS beginnen bei 49.900 Euro. Dafür gibt es Annehmlichkeiten wie Magnetfederung, Teilledersitze, klimatisierte Sitze und mehr. Für 2500 Euro Aufpreis gibt es einen Allradantrieb. In den beiden Topmodellen ist das Navigationssystem Serie; bei Elegance und Luxury kostet es nicht einmal 1000 Euro Aufpreis. Ein faires Paket, auch wenn so manches Fahrerassistenzsystem fehlt.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.