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Fahrbericht: Hyundai i20 1.4i: Teures Vergnügen

Hyundai legt nach. Aus den Billigheimern ist längst ein gefährlicher Konkurrent für die europäischen Hersteller geworden - besonders in der Kompaktklasse. Jetzt macht der neue Hyundai i20 auf sich aufmerksam.

Ford Fiesta, Opel Corsa, Peugeot 207 oder Mazda2 - in der kleinen Kompaktklasse ist in den vergangenen zwei Jahren viel passiert. Und jetzt also der neue Hyundai i20. Der Nachfolger des erfolgreichen Getz ist der dritte Hyundai mit neuer Zahlen-Nomenklatur. Gut sieht er aus, gefällig und mit gelungenen Designelementen - allemal ein ernst zu nehmender Konkurrent für die Kompakten aus Deutschland und Frankreich.

Besonders markant zeigen sich die dynamische Front - und die Seitenlinie mit der zum Heck hin herabfallenden Charakterlinie und das klar gegliederte Heck. Serienmäßig gibt es drei Türen, für 750 Euro auch die praktischen Heckeinstiege. Im Innern des i20 geht es Dank des 2,53 Meter langen Radstandes geräumig zu. Auch wenn die Sitzflächen vorne wie hinten zu kurz sind und der Beifahrer auf eine Sitzhöhenverstellung verzichten muss, kann man es nicht nur auf Kurzstrecken im Innenraum aushalten.

Ärgerlich für groß gewachsene Fahrer: Man sitzt besonders vorne zu hoch und der Verstellbereich des Lenkrades könnte größer sein. Doch als wirklich störend empfindet man die zu preiswert anmutenden Kunststoffoberflächen. Besonders in den Türverkleidungen und an der unteren Hälfte des Armaturenbrettes – dort, wo man regelmäßig hin greift - wirkt das dunkle Plastik besonders kratzempfindlich.

Wenig Tatendrang

Die jüngsten Neuvorstellungen von Opel Corsa, Ford Fiesta und Mazda2 haben die Latte in der Kleinwagenliga hoch gelegt. Daher erwartet man auch von einem geräumigen Hyundai i20 hier einfach etwas mehr. Gerade vor dem Hintergrund der üppigen Preise. Los geht es bei 11.250 Euro für den mit 78 PS motorisierten i20 1.2 Classic.

Deutlich interessanter ist jedoch das 74 kW/100 PS starke 1.4-Liter-Modell. Mit ihm ist der 1,1 Tonnen schwere Fronttriebler ordentlich motorisiert. Angenehm zeigen sich in allen Drehzahlbereichen das geringe Geräuschniveau und die kaum spürbaren Vibrationen des Motors. Auch das Fünfgang-Getriebe ist ordentlich auf den 3,94 Meter langen Koreaner abgestimmt. Von der alten Viergang-Automatik (Aufpreis 1090 Euro) sollte man dagegen die Finger lassen. Sie nimmt dem i20 jeglichen Tatendrang.

Den Spurt von 0 auf 100 km/h erledigt die handgeschaltete 1,4-Liter-Version in 11,6 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträt alltagstaugliche 180 km/h. Der Durchschnittsverbrauch soll bei sechs Litern auf 100 Kilometern liegen. Dazu gibt es zwei Commonrail-Diesel mit 1,4 und 1,6 Liter Hubraum.

Der Kofferraum des i20 schluckt 295 Liter. Wem das nicht reicht: Durch die geteilt umklappbare Rückbank lässt sich das Ladevolumen auf bis zu 1060 Liter erweitern.

Preiswert ist anders

Die Serienausstattung des Hyundai i20 umfasst ESP, ABS, sechs Airbags und Aktivkopfstützen. Von der Basisausstattung Classic sollte man wegen der unzeitgemäßen Kargheit die Finger lassen. So sollte es mindestens die Comfort-Variante sein. Sie bietet immerhin elektrische Fensterheber, Radio, Klimaanlage und elektrische Außenspiegel. Sinnvoll ist das Elektrik-Paket, das für 690 Euro Nebelscheinwerfer, Fensterheber hinten (5-Türer), beheizbare Außenspiegel, Bordcomputer, Lautsprecher hinten und Lenkradfernbedienung für CD-Radio bietet.

Der neue Hyundai i20 kommt als Fünftürer Anfang des Jahres auf den Markt. Im April folgt der Dreitürer. Später im Jahr folgt noch der Basis-Diesel mit i20 1.4 CRDi und das Sparpaket iblue, das die Verbräuche einzelner Versionen mit Start-Stopp-Automatik, Energiespar-Reifen und Aerodynamikpaket reduziert. Dieses Paket dürfte zwischen 500 und 750 Euro kosten.

Doch gerade in den hohen Kosten liegt das eigentliche Problem des ansonsten gelungenen Hyundai i20. Ein durchschnittlich ausgestattetes und motorisiertes Modell i20 1.4i Comfort kostet als Fünftürer schon fast unglaubliche 15.030 Euro und kratzt damit bereits am Niveau des höherklassigen Golf-Konkurrenten i30. Selbst der kleine i20 1.2 Comfort liegt mit 14.230 Euro deutlich über dem realen Marktumfeld, dass sich angesichts der schwachen Zulassungszahlen eindeutig in Richtung 10.000-Euro-Marke orientiert.

All das dürften die Hyundai-Händler nur mit satten Rabatten ausgleichen können. Schließlich will man vom i20 mehr als vom Vorgänger Getz verkaufen – das waren in Deutschland über 75.000 Stück.

Stefan Grundhoff / Press-Inform

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.