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Fahrbericht: Porsche Cayenne Diesel: Das Wunder von Zuffenhausen

Der Cayenne ist der SUV-Supersportler. Mit Diesel geht ihm dieser Nimbus ein wenig verloren - zumal Touareg und Q7 viel stärkere Selbstzünder haben. Doch mit neuer Bescheidenheit soll er Porsches Cash-Cow bleiben.

"Fährst du noch oder tankst du schon?" – so müsste eigentlich die Begrüßungsformel für Cayenne-Piloten lauten. Doch bald schon könnten sich an deutschen Zapfsäulen wundersame Dinge tun: Cayenne-Fahrer werden versonnen ihre Tankquittungen streicheln, mit Tränen in den Augen ein Dankgebet an Wendelin Wiedeking und Rudolf Diesel richten und immer wieder Wörter vor sich in murmeln, die sie in dieser Reihenfolge noch nie sagen konnten: "1000 Kilometer Reichweite".

Der Grund dafür liegt auf der Hand - doch offensichtlich ist er nicht. Von außen deutet beim Diesel-Cayenne nämlich nichts auf einen Unterschied zum normalen Modell mit V6-Benziner hin. An der Seite prangt kein stolzer Diesel-Schriftzug wie einst bei den berühmten roten Porsche-Traktoren. Nicht einmal ein D als Typenkürzel weist auf den Selbstzünder hin. Erst wenn man durch den Grill die Ladeluftkühler erspäht, den Tankdeckel öffnet oder unter die Haube lugt, kommt die Gewissheit: Porsche hat tatsächlich einen Diesel im Programm.

11 Liter in der Stadt

Unter anderem habe die "kritische Diskussion über den Klimawandel, den Kraftstoffverbrauch und CO2-Emission" Porsche zu dem Diesel-Schritt bewogen, sagt Baureihen-Chef Klaus-Gerhard Wolpert. Natürlich haben auch die wachsende Nachfrage nach Diesel-SUV und die Steuervorteile in vielen europäischen Ländern zur Entscheidung beigetragen. In Frankreich zum Beispiel spart man im Vergleich zum Benziner-Cayenne 1000 Euro Zulassungssteuer und weitere 1742 Euro jährlich.

Mehr als zwei Drittel aller SUV in Europa werden mit Selbstzünder verkauft. "Wenn wir in einigen Markten weiter wachsen wollen, führt kein Weg am Diesel vorbei", stellt Wolpert pragmatisch klar. Denn: Die Zuffenhausener verdanken der Baureihe die Hälfte ihres Absatzes.

Der Dreiliter-V6 stammt aus dem Volkswagen-Regal. Er leistet 176 kW/240 PS, entwickelt ein maximales Drehmoment von 550 Newtonmetern und kommt auch im Audi Q7 sowie VW Touareg zum Einsatz. Der Durchschnittsverbrauch im Porsche liegt laut Werksangabe bei 9,3 Litern – exakt soviel wie beim VW Touareg V6 TDI, aber ein halber Liter weniger als beim entsprechenden Audi Q7. Auf unseren Testfahrten ließ sich laut Bordcomputer ein Durchschnittsverbrauch von knapp 10 Litern erzielen, im reinen Stadtverkehr waren es rund 11 Liter. Dank 100 Litern Tankinhalt sind so Reichweiten von 1000 Kilometern und mehr drin.

Der Motor ist nur in Verbindung mit einem Sechsgang-Automatikgetriebe zu haben, denn schon bei den Cayenne-Benzinern entscheiden sich nur wenige Kunden für den Handschalter. Der Automat schaltet weich und ruckfrei, allerdings macht er das Anfahren im Cayenne ein wenig träge. Ansonsten überzeugt der Motor mit einer entspannten Kraftentfaltung und hohen Laufruhe. Erst bei Vollgas wird er brummig und klingt so gar nicht nach Porsche. Doch in Sachen Geräuschdämmung und Vibrationsminderung haben die Ingenieure ganze Arbeit geleistet.

Der langsamste Porsche

Der Cayenne beschleunigt in 8,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h, einen Hauch schneller als ein gleich motorisierter Q7 und genauso schnell wie ein vergleichbarer Touareg. Beim Thema Höchstgeschwindigkeit müssen sich Cayenne-Piloten allerdings daran gewöhnen, die linke Spur öfter zu räumen: Mit 214 km/h ist das Selbstzünder-SUV derzeit das langsamste Porsche-Modell.

Das Fahrwerk ist betont komfortabel abgestimmt und die Lenkung ein wenig zu leichtgängig, doch im Vergleich zu anderen SUV liegt der Diesel-Cayenne immer noch straff und ohne Wankneigung in der Kurve.

Mit einem Basispreis von 56.436 Euro ist der Wagen trotz einer recht ordentlichen Serienausstattung kein Sonderangebot und fast 4000 Euro teurer als der Cayenne V6-Benziner (213 kW/290 PS). Den Audi Q7 3.0 TDI gibt es ab 51.500 Euro, den VW Touareg V6 TDI schon ab 47.300 Euro. Ein Mercedes ML 320 CDI mit 165 kW/224 PS ist ab 54.205 Euro zu haben, ein BMW X5 xDrive 30d (173 kW/235 PS) ab 53.000 Euro.

Der BMW beschleunigt eine Spur schneller als der Cayenne und hängt ihn auch beim Verbrauch ab – 8,1 Liter auf 100 Kilometer lautet die Werksangabe. Ob Porsche seine Diesel-Palette erweitern wird, bleibt offen. Immerhin verbaut der VW-Konzern im Touareg auch einen Zehnzylinder-Diesel, im Q7 einen Achtzylinder - und neuerdings sogar den Zwölfzylinder-Diesel.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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