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Fiat Doblo: Kleiner, großer Kasten

Dass neue Autos größer werden als ihr Vorgängermodell, ist in der Branche üblich. So ist auch der aktuelle Fiat Doblo, ein Kastenwagen, der als Kleintransporter und als Familienkutsche zu haben ist, ein ganzes Stück gewachsen. Und das ist gut so.

Von Walter Hasselbring

Kleinlaster sind, auch wenn sie als familientaugliche PKW verkauft werden, in der Regel eher ruppige Gefährte. Sie glänzen nicht gerade durch Fahrkomfort. In dieser Hinsicht, so viel schon mal vorweg, ist der neue Fiat Doblo eine rühmliche Ausnahme. Schon die Frachter-Version glänzt auf holprigen Strassen, die zur Zeit ja überall die Regel sind, mit Federungskomfort, Spurtreue und hervorragendem Kurvenverhalten. Das liegt an der Einzelradaufhängung an allen vier Rädern, an der Mc Pherson-Vorderachse und vor allem an der völlig neu konstruierten Mehrlenker- Hinterachse für die zweite Doblo-Generation. Diese Hinterachse ist auch noch so platzsparend, dass ein völlig ebener Fahrzeugboden entsteht. Außerdem können verschiedene Spezialaufbauten auf dem Fahrgestell montiert werden.

Am positiven Fahrverhalten ändert sich selbst bei der Langversion des Wagens nichts. Der Radstand ist dann 3,10 Meter und die Karosserie 4,74 Meter lang. Das ist nur minimal kürzer als der Volkswagen Caddy Maxi. Die Nutzlast in der Cargo Version liegt je nach Länge zwischen 750 und 1000 Kilogramm. Das sind Bestwerte im Segment. Die neue Form des Autos dürfte mehr Interessenten ansprechen als die der ersten Generation. Das gilt vor allem für die Privatkunden und die PKW-Version. Die Frontpartie sieht jetzt wesentlich muskulöser aus. Die bis unter die großen Scheinwerfer hochgezogenen Stossfänger lassen den Wagen wertvoller erscheinen. Während bei der vorigen Version im Innenraum noch das karge Ambiente eines Pizza-Taxis vorherrschte, wirkt das Interieur jetzt fast schon edel. Für die Familie sind die vielfältigen Ablagemöglickeiten sehr praktisch. Mit diesem Wagen sind lange Urlaubsfahrten kein Problem.

Beachtliche Kopffreiheit

Hinter dem Lenkrad finden auch Fahrer mit über 1,90 Metern Körpergröße eine sehr gute Position, ohne die Sitzschiene voll auszunutzen. Die Rückbank ist zwar nicht verschiebbar, bietet aber genügend Fußraum für die Passagiere. Die Kopffreiheit würde sogar das Tragen eines Zylinders ermöglichen. Das Gepäckabteil fasst, wenn es nicht mit zwei zusätzlichen Sitzen belegt ist, immerhin 790 Liter. Mit wenigen schnellen Handgriffen kann man es auf 3200 Liter vergrößern. Außerdem kann man den Gepäckraum noch mit einer sehr stabilen Hutablage oder einem Regalboden kombinieren. Das Hinterteil erreicht man durch eine nach oben schwingende große Heckklappe. Die ist zwar leicht zu bedienen, braucht aber in einer Parklücke viel Abstand zum nächsten Auto. Für den Vortrieb kann man zwischen vier Motoren wählen, drei Multijet-Diesel und ein Benziner. Alle Aggregate sind serienmässig mit einer Start-Stop-Automatik ausgestattet, die den Verbrauch vor allem im Stadtverkehr bis zu 15 Prozent senken soll. In der Basisversion werden der 1,4 Liter Benziner mit 95 PS und ein 1,3 Liter Torbodiesel mit 90 PS angeboten.

Darüber hinaus gibt es einen 1,6 Liter Turbodiesel, der in der Cargo-Version 100 PS und im Kombi 105 PS leistet. Der leistungsstärkste Turbo-Diesel hat zwei Liter Hubraum und leistet 135 PS. Der Benziner dürfte im Stadtverkehr bei mittelschwerer Beladung die beste Wahl sein. Ansonsten macht der mittlere Diesel sowohl im Lieferbetrieb als auch beim Familienausflug einen sehr guten Eindruck. "In der PKW-Version ist allerdings der große Diesel besonders gefragt", sagt der Fiat-Pressesprecher Klaus Witzek.

Top Serienausstattung

Bemerkenswert ist die Ausstattung des Doblo. Dass hinten zwei Schiebetüren an Bord sind, gibt es sonst in diesem Segment nirgends. Zur Serienausstattung der Cargo - Basisversion gehören Fahrerairbag, ABS, elektrische Fensterheber vorn, Zentral- verriegelung, verstellbare Sitze und ein Trenngitter. Die Liste der Serienausstattung der PKW-Variante ist noch wesentlich länger und hat unter anderem noch den Beifahrer- Airbag, Doppelseitenairbags, einen Hill-Holder, ESP, eine asymetrisch umklappbare Rücksitzbank oder ein höhen- und axialverstellbares Lenkrad. Die Preise reichen von 15.450 Euro für die Basisversion bis 22.350 Euro für das Top-Modell.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.