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Ford Fiesta: Das Globalisierungs-Gefährt

Seit 32 Jahren fährt der Ford Fiesta erfolgreich auf Europas Straßen. Mit europäischem Design, effizienten Motoren und variablem Fahrverhalten soll die neue Generation nun auch im Rest der Welt zum Bestseller werden.

Von Frank Wald

Große Worte für ein kleines Auto. "Wir feiern den Beginn einer neuen Ära" sagt Ford-Chef Alan Mulally, denn "als erstes wahrhaft globales Fahrzeug ist der neue Ford Fiesta für unsere Zukunft von großer Bedeutung". Damit meinen die Amerikaner nichts weniger als einen erneuten Versuch, mit einem so genannten "Weltauto" aus der Misere zu fahren. Ab Oktober soll die siebte Generation von Köln aus, wo der kleine Hoffungsträger entworfen und entwickelt wurde und seit August vom Band rollt, die Welt erobern.

Allmählich scheint auch bei den Amis die Erkenntnis durchzusickern: Wer es in Europa schafft, schafft es überall auf der Welt. Während auf dem Heimatmarkt der Verkauf der großen SUV-Säufer stottert, laufen die Geschäfte jenseits des großen Teichs bestens. Zum vierten Mal in Folge konnte Ford Europa das Jahr 2007 mit einem Vorsteuer-Gewinn von 997 Millionen US-Dollar abschließen. Noch besser steht Ford in Deutschland da. Zweistellige Zuwächse im privaten und gewerblichen Verkauf, weniger geschönte Zulassungen durch Händler- und Werkszulassungen und ein Marktanteil von sieben Prozent "mit steigender Tendenz", vermeldet der deutsche Vertriebs- und Marketingchef Jürgen Stackmann. Und die großen Stückzahlen kommen erst noch. "Rund ein Viertel des Ford-Volumens in Deutschland werden jetzt mit dem Ford Fiesta komplett erneuert", sagt Stackmann.

"Maßgeschneiderte Modellvarianten"

Mit der Neuauflage des europäischen Ford-Bestsellers ändern die Amerikaner nun ihre Modellstrategie. "One Ford" heißt das Programm, in dem die Konzernbereiche Design, Entwicklung, Fertigung und Einkauf weltweit gebündelt und an einem Strang ziehen sollen. Von "globaler Gleichmacherei" will der deutsche Ford-Chef Bernard Mattes deshalb aber nichts wissen. Das neue Ford-Konzept berücksichtige vielmehr regional unterschiedliche Vorlieben und Bedürfnisse der weltweiten Kundschaft, so dass "maßgeschneiderte Modellvarianten" für Europa, Amerika und Asien heraus kommen. Soll heißen: der deutsche Fiesta-Kunde darf sich über ein straffes Fahrwerk freuen, der Ami schaukelt in einer viertürigen Stufenheckversion über den Highway und der Chinese bekommt die komfortabel gestimmte Luxus-Ausstattung.

Äußerlich hingegen wird der Fiesta überall gleich aussehen. Was sicher nicht das Schlechteste ist. Denn das so genannte Kinetic Design, das Ford erstmalig 2006 mit dem S-Max vorstellte, hat den sachlichen und funktionalen, aber auch unscheinbaren Fiesta in einen frischen und modernen Kleinwagen verwandelt. Beinahe identisch mit der Studie Verve bestimmt eine schwungvoll gespannte Coupéform mit spitzwinkligen Scheinwerfern, dynamischen Linien und auffälligen Lichtkanten das Bild. Die Ähnlichkeit zu Mazda 2 und Seat Ibiza ist ebenso offensichtlich, wie der Versuch, jüngeres Publikum anzulocken. Ganz deutlich wird das beim Blick ins Interieur mit seiner futuristisch gezeichneten Mittelkonsole, deren Tasten und Bedienung sich am Mobiltelefon orientieren, dem zweifarbigen Armaturenträger und den zahlreichen geometrischen Flächen und Skulpturen. Neben den Stammkunden denkt Vertriebsmann Stackmann dabei "an Kunden zwischen Mitte 20 bis Mitte 30, die sich für Design, Mode und für alles, was 'stylish' und 'in' ist, interessieren. Vor allem leben sie technisch voll 'Mitten im Jetzt' leben - ob mit Handy, MP3-Player oder Laptop." In der Gegenwart sieht es allerdings so aus, dass der Fiesta von durchschnittlich 45 Jahre alten Menschen, in Haushalten mit einem Nettoeinkommen von 2500 Euro und dort meistens als Familien- oder Zweitfahrzeug gefahren wird.

Ungewöhnlich sportliches Fahrverhalten

Diese Klientel wird es freuen zu erfahren, dass sie sich den Fiesta weiter leisten können. Die Preisliste beginnt ab dem 11. Oktober bei 11.250 Euro für den dreitürigen Basis-Benziner mit 60 PS (44 kW), 750 Euro kosten zwei zusätzliche Türen. Damit ist der neue Fiesta zwar 260 Euro teurer als der Vorgänger, fährt dafür aber - anders als seine direkten Konkurrenten Polo und Corsa - ab Werk mit dem Anti-Schleuderprogramm ESP sowie neben den obligatorischen Front- und Seitenairbags mit einem zusätzlichen Luftsack für Fahrers Knie. Im Preis drin sind außerdem Zentralverriegelung und elektrische Außenspiegel. Aber auch an den traditionellen Tugenden hat sich kaum was verändert. Bei nahezu identischen Abmessungen und Radstand bietet der 3,95 Meter lange Kleinwagen auf den vorderen Sitzen viel und bequem Platz. Auf der Rückbank genießen ebenfalls - besser nicht mehr als zwei - Personen Bein- und Kopffreiheit für die längere Tour. Dafür eignet sich auch der 295 Liter große Kofferraum, dessen Ladekante allerdings viel zu hoch ist.

Eine Wagenlänge der Konkurrenz voraus ist der Fiesta erneut durch sein ungewöhnlich sportliches Fahrverhalten. In punkto Handling und Agilität steht der Kleine seinen großen Brüdern Focus und Mondeo jedenfalls in nichts nach. Verantwortlich für den spurtgetreuen Lauf, das präzise Einlenken und den ausgezeichneten Fahrbahnkontakt ist neben der neuen elektrischen Servolenkung vor allem die Gewichtsreduzierung. Jedes Bauteil habe man in die Hand genommen, erklärt Chefingenieur Jörg Beyer, um am Ende trotz zusätzlicher Maßnahmen für Sicherheit und Dämmung "im Schnitt rund 40 Kilogramm weniger auf die Waage zu bringen".

Ford setzt auf Benziner

Das schlägt sich selbstverständlich auch im Verbrauch nieder. Neben der Einstiegsversion mit 60 PS stehen drei weitere Benziner bis 120 PS zur Wahl, die alle mit weniger als sechs Litern Sprit im Schnitt (oder weniger als 140 Gramm CO2 pro Kilometer) angegeben werden. Der einzige Diesel, ein 1,6-Liter TDCI mit 90 PS und serienmäßigem Russpartikelfilter, soll sich mit 4,2 Litern (oder 110 CO2 g/km), als motorisch und aerodynamisch optimierte Econetic-Version sogar mit 3,7 Liter (oder 99 CO2 g/km) zufrieden geben. Allerdings rechnet Ford offenbar nicht damit, dass die Diesel bei den Kunden ankommen werden. Von den rund 52.000 Fiestas, die Ford im kommenden Jahr absetzen will, sind rund drei Viertel mit dem 1,25-Liter-Benziner mit 82 PS oder wahlweise 60 PS prognostiziert. Der Diesel ist nur mit einem Anteil von neun Prozent kalkuliert.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.