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Ford Mustang II: Späte Liebe

Zu klein, zu wenig Power, zu hässlich. Der Ford Mustang II wurde bei seiner Vorstellung vor 40 Jahren mitten in der Ölkrise nicht gerade mit Vorschusslorbeeren überschüttet. Doch mittlerweile ist der amerikanische Sportwagen ein Klassiker.

Ford Mustang. Selbst Menschen, die mit Autos nicht so viel anfangen können, kennen die amerikanische Sportwagen-Legende. Sogar der ewig coole Steve McQueen lieferte sich im Krimi "Bullitt" in einem dunkelgrünen 68er Ford Mustang GT 390 über zwölf Minuten eine spektakuläre Verfolgungsjagd durch San Francisco. Solche Meriten sind für jeden Nachfolger schwer zu erreichen. Vor allem, wenn 1973, als die zweite Generation in die großen Fußstapfen des Klassikers treten sollte, die Auswirkungen der Ölkrise noch allgegenwärtig waren.

Das amerikanische Wildpferd auf vier Rädern basierte auf dem Ford Pinto einem unglücklichen Kleinwagen, der zwischen 1970 und 1980 gebaut wurde. Bei den Karosserieformen hatten die Käufer beim Mustang II die Wahl zwischen einem zweitürigem Coupé oder der Fließheck-Variante. Das Coupé gab es als Basis oder als Ghia -Version mit einem Vinyl-Dach statt des normalen Hard-Tops, während die Fließheckmodelle neben der Grundausstattung noch ein sportlich angehauchtes Mach-I-Ausstattungspaket. Der damalige Ford Boss Lee Iacocca wollte eine Rückbesinnung auf den ersten Ford Mustang der 1964 das Lichte der automobilen Welt erblickte. "Der neue Mustang soll ein kleines Juwel sein", so Iacocca.

Deswegen war der Mustang II war nicht nur deutlich kürzer und leichter als die letzte Version des Vorgängers, sondern hatte zunächst keinen V8-Motor im Programm. Nur in Mexiko blieb man den acht Töpfen treu. In den USA stand lediglich ein 2,3-l-Reihenvierzylinder mit 85 PS und ein 2,8-Liter-V6 (112 PS) zur Auswahl. Wo gibt es das denn? Ein Ami-Sportler ohne V8-Power? Ölkrise hin Benzinpreis her, 1975 wurde dieser Fauxpas mit einem 124-PS-starken 4,9-Liter-V8-Smallblock-Triebwerk behoben. Auch bei die Optik des Sportwagens gingen die Meinungen auseinander.

Trotzdem wurde der Mustang ein kommerzieller Erfolg: Im ersten Jahr gönnten sich über 285.000 Autofahrer den Sportwagen. Fast die Hälfte dieser Autos waren die zweitürigen Coupés. Insgesamt liefen während der fünfjährigem Bauzeit insgesamt gut 1,1 Millionen Mustang II vom Band. Davon rund 89.000 mit dem Mach-I-Ausstattungspaket. Im Laufe der Jahre verschwand die Erinnerung als Ölknappheit und die Mustang-Fans griffen wieder vermehrt zur V8-Maschine. Die bekam im Laufe der Jahre mit bis zu 142 PS wieder mehr Power und verschaffte dem Ford-Sportler so zumindest im Ansatz respektable Fahrleistungen.

Damit der Mustang auch weiterhin attraktiv blieb, gab es 1976 zwei Ausstattungspakete: Das Stallion und Cobra. Auch wenn Letzteres Erinnerungen an die legendäre Shelby Cobra weckte, war es nur ein Ausstattungspaket mit einem mattschwarzen Kühlergrill, Rennstreifen und anderem optischen Chi Chi, wie breitere Spoiler und Kotflügel oder Lamellen auf den hinteren Scheiben. An den Ausstattungen wurde ständig gefeilt, da die amerikanischen Kunden Wert auf Komfort legten. So gab es 1977 ein Panoramadach mit zwei herausnehmbaren Glashälften und 1978 - im letzten Jahr der Produktion des Mustang II - noch die auf 4.313 Stück limitierte King-Cobra-Version. Auffällig war die große Cobra auf der Motorhaube.

Press-Inform / pressinform

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