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Oldtimer: Jaguar E-Type Zero - Briten-Klassiker jetzt mit Stromantrieb

Für viele Oldtimerfans ist der Jaguar E-Type der begehrteste Sportwagen, den man sich nur wünschen kann. Ab 2020 ist die Legende auch als Elektroversion zu bekommen. Die erste Testfahrt mit dem umgebauten Oldtimer.

Jaguar E-Type Zero

Jaguar E-Type Zero - von außen kein Unterschied.

Jaguar E-Type – das ist der rasante Sportwagen in Zigarrenform. Die Ikone des britischen Sportwagenbaus. Mit seinen zwölf Zylindern unter der endlosen Haube ist er aber auch ein notorischer Spritsäufer.

Wie wäre es also mit einer Elektroversion? Das klingt verlockend und exakt so einen Klassiker mit Stromantrieb kann man direkt von Jaguar bekommen.

Einziges Problem – und hier werden echte Oldtimerfans in Ohnmacht fallen – die Fahrzeuge werden nicht neu gebaut – Jaguar rüstet alte Wagen auf Elektro um. Für jeden Stromer wird ein Klassiker gemeuchelt.

Blasphemie oder die Verschandelung von Kulturgut sind noch die harmlosesten Aussagen, die beim ersten offiziellen Auftritt des Jaguar E-Type Zero bei der spektakulärsten Klassikveranstaltung der Welt von Pebble Beach zu hören waren. "Natürlich bauen wir keine originalen Fahrzeuge mit Matching Numbers oder im Bestzustand um", räumt Tim Hannig, Direktor von Jaguar Land Rover Classic aus.

Doch: "Der Markt der Klassiker wandelt sich. Es gibt mehr jüngere Leute, die Klassiker fahren wollen, und viele akzeptieren nicht mehr die Fehler wie echte Oldtimerfans."

Umbau kann rückgängig gemacht werden

Einziges Trostpflaster, der Umbau muss nicht ewig wären. "Wir bauen den E-Type so um, dass er jederzeit wieder zurückgerüstet werden kann", sagt Hannig, "alles bleibt an seinem Platz und hat den gleichen Bauraum." Rund 70.000 Euro kostet der Umbau – natürlich ohne das Basisfahrzeug. Und dauert gerade einmal 80 Stunden. Dafür muss man einen eigenen Jaguar E-Type im guten Zustand mitbringen. Den elektrischen Jaguar E-Type kann man auch als Komplettangebot von JLR Classic bekommen. Der Preis: 300.000 Euro. "Durch den Umbau wird die Struktur des E-Type nicht verändert", bekräftigt Tim Hannig, "es handelt sich um eine reine Montagelösung mit der Serientechnik von Jaguar i-Pace und Range Rover PHEV."

Umgebaut werden vor allem nicht-originale E-Type. Auf dem US-Markt gibt es eine Reihe von E-Type, denen nicht nur ein Automatikgetriebe, sondern auch ein V8-Motor von Ford oder General Motors verpasst wurde. Sammlerwert haben diese Wagen nicht.

Consorso d’Eleganza

Sportlich ja - aber ohne Charakter

Der im E-Type Zero verbaute Elektromotor leistet immerhin 258 PS. Das 40-kWh-Akkupaket soll eine Reichweite von 330 Kilometern möglich machen. Einzige Einschränkung. Statt der 242 km/h des Verbrenners wird die Elektroversion bei 180 km/h abgeriegelt.  Sonst soll die Elektroversion die Performance bieten, die der originale Wagen hatte.

Das Ein- und Aussteigen ist zumindest ebenso schwierig wie beim Original, doch statt der altbekannten Kippschalter und Chromarmaturen blickt der Fahrer auf ein Hightech-Armaturenbrett aus Karbon. Hinter dem spindeldürren Holzlenkrad gibt es digitale Instrumente für Geschwindigkeit, Rekuperation und Restreichweite. Von außen lässt sich der Elektroantrieb nur am fehlenden Auspuff erkennen. Der E-Stecker liegt unter der Tankklappe.

Auch mit E-Antrieb stürmt der Roadster mächtig los. Allerdings wirkt das fehlende Röhren des Motors etwas verstörend. Dann die Ernüchterung: Handling, Beschleunigung und Bremsen - der umgebaute E-Type fährt sich wie ein sportliches aber ganz normales Elektroauto von heute. Der spezielle Charakter der 60er Jahre Ikone verschwindet mit dem Umbau, was bleibt, ist der unverwechselbare Look.

Kra mit Pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.