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Jaguar XJD versus Chrysler 300C CRD: Am Rande bemerkt

Waren das Zeiten, als Jaguar, Chrysler & Co. noch echte Exoten boten. Extravagante Schönlinge wie Chrysler 300C oder Jaguar XJ. Doch die beide Beaus wollen mit modernster Dieseltechnik nicht länger Spartenmodelle sein. Eine perfekte Symbiose?

Chrysler 300C und Jaguar XJ gehören ohne Zweifel zu den schönsten Limousinen auf dem Weltmarkt. Und so sehr sich die glitzernden Aushängeschilder von Audi, Lexus, Mercedes, VW oder BMW auch mühen mögen - bei einer Schönheitskonkurrenz hätten deren ansonsten zugegebener Maßen nahezu perfekten Luxusmobile kaum eine Chance. Der Chrysler 300C raubt uns seit knapp zwei Jahren mit seinem grandiosen Kühlergrill den Atem. Kraftvoller und ausdrucksstärker kann eine Front heute kaum aussehen. Den Rest erledigen die serienmäßigen 18-Zöller und eine Seitenansicht, die von den legendären Hot-Rods träumen lässt.

Ganz anders der Jaguar. Schön waren die britischen Limousinen schon immer. Filigrane Formen, deutlich weiblicher und zurückhaltender als der bullige 300C gibt es beim XJ zu bestaunen. Bei ihm ist alles einfach - schön. Er fällt nicht zum Heck hin ab, wie sein amerikanischer Kollege. Das flache Dach, das lange Heck - eine Augenweide selbst für die, die sich nie für Autos begeistern konnten.

Die Sinne werden verzaubert

Beide sind extravagant, beide bezaubern die Sinne - und beide haben den Boden unter den Füßen dabei nicht verloren: Unter den endlos langen Motorhauben arbeiten bei unseren beiden Testwagen nicht mächtige Acht- oder Zwölfzylinder mit mehr als fünf Litern Brennraum. Bei uns wird selbst gezündet. Implantierten sind modernste Dieselaggregate. Was für Kopf und Herz also.

Im Hause Chrysler hat man lange gezaudert, denn zum Marktstart des 300C war kein entsprechendes Dieselaggregat verfügbar. Doch mittlerweile kann man aus dem Vollen schöpfen. Der drei Liter große Klassenliebling aus dem Hause Mercedes-Benz haucht dem Vollblut-Ami mit Produktionsstandort Graz einen kraftvollen Atem ein. Drei Liter Hubraum, 160 kW/218 PS und bullig grollende 510 Nm Drehmoment kratzen am Thron des HEMI-Modells.

Dezente Zurückhaltung

Der fünf Meter lange 300C scheint auf diesen Dieselmotor geradezu gewartet zu haben. 230 km/h Spitze und 0 auf 100 km/h in 7,9 Sekunden katapultieren ihn knapp vor den Jaguar, der sich mit seinem 2,7-Liter großen Sechszylinder eher dezent zurückhält. Dessen Sechszylinder säuselt leise und lässt Dank Dämmglas kaum Geräusche in den Innenraum. Das seidige Triebwerk stammt aus der PSA-Ford-Kooperation und sorgt mit Partikelfilter und Euro-4 - ebenso wie der Chrysler - für ein durchweg ruhiges Gewissen. Im Gegensatz zu der Maschine im Chrysler ist der Diesel beim Jaguar kaum zu erahnen. Bietet jedoch 300 cm³, 9 PS und spürbare 70 Nm Drehmoment weniger. Bei den Testfahrten pendelte sich der Durst des Chrysler 300C CRD bei durchschnittlich 8,9 Litern Diesel auf 100 km ein. Auf ähnlichem Niveau ist man beim deutlich leichteren Jaguar XJD unterwegs. Beides sind klasse Werte.

Der Jaguar profitiert von seinen vergleichsweise bescheidenen 1,7 Tonnen Leergewicht. Die PS-stärkere Konkurrenz hat 300 Kilo mehr zwischen den Reifen. Doch so gibt es beim Jaguar trotz überschaubarer 207 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h. Und den Spurt 0 auf 100 km/h schafft der Hecktriebler in ebenfalls knapp acht Sekunden. Die maximalen 435 Nm Drehmoment drücken einen jedoch weit weniger imposant in die Sitze als das Pendant aus den USA. Das Sechsgang-Automatikgetriebe des Briten arbeitet prächtig. Doch die bewährte Fünfgang-Version von Mercedes macht keinen schlechteren Job. Beim Fahrwerk bietet der Jaguar überraschend deutlich das bessere Paket. Die Luftfederung schluckt alles ohne Mucken, die Lenkung arbeit präzise und selbst auf engen Landstraßen bietet der XJD mehr Spaß als das nur durchschnittliche Chrysler-Paket.

Groß, übersichtlich und klar gegliedert

Das unterschiedliche äußere Bild der beiden Exoten setzt sich innen konsequent fort. Doch auch die Innenraumwertung gewinnt der XJD überraschend deutlich. Der Chrysler 300C ist groß, übersichtlich und klar gegliedert. Doch Bedienelemente, Haptik und Sitze passen nicht zu einer Luxuslimousine. Hochwertig ist anders. Und wirklich edel geht es im Innenraum auch mit Holz-, Leder- und Alcantara-Applikationen nicht zu. Nicht zu beanstanden sind die Platzverhältnisse. Die können vorne und im Fond gleichermaßen überzeugen. Trotzdem sitzt man im Fond alles andere als bequem. Die Sitze sind zu tief und zu weich.

Umsteigen in den Jaguar: Dessen elektrische Ledersitze sind mindestens zwei Klassen besser. Auch hinten sitzt man ordentlich und freut sich über Annehmlichkeiten wie eine separate Klimaregelung, Sitzheizung und ordentliche Kopfstützen. Davon kann man im Amerikaner nur träumen. Doch auch der "Jag" hat seine Schwächen. Lichtbedienung am Lenkstockhebel, der bei Sonne schwer abzulesende Touch-Screen-Bildschirm und besonders das nur im Stand zu bedienende Navigationssystem trüben den ansonsten guten Gesamteindruck.

Der Gewinner steht fest

Überraschung bei den Einstiegspreisen: Der Jaguar XJD kostet mit standesgemäßer Executive-Ausstattung satte 62.450 Euro. Dafür gibt es unter anderem elektrische Ledersitze, Xenonlicht und DVD-Navigation. Wer allerdings nicht auf britisches Understatement steht und 23.000 Euro weniger ausgeben möchte, geht zum nächsten Chrysler-Händler. Den 300C CRD gibt es dort bereits ab 36.600 Euro. Okay, Ledersitze und Navigation kosten extra. Doch der Preisunterschied von rund zwei Autoklassen ist kein Druckfehler, sondern Realität. Für die eingesparten Euros kann man der Dame des Hauses noch ein kleines Cabrio oder einen chicen Kompaktwagen in die Garage stellen.

So kann der Chrysler 300C CRD den Vergleichstest aufgrund des mächtigen Preisunterschiedes letztlich doch noch gewinnen. Disziplinen wie Fahrwerk, Innenraum und Image gehen zwar klar an den Briten - doch mehr als 23.000 Euro und ein besserer Motor drehen das Rennen auf der Ziellinie doch noch um. God bless America.

Pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.