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Kleiner Nagler: Fahrbericht: Ford Fiesta 1.4 TDCi

Die Zeiten, als der Fiesta die Kleinwagenkonkurrenz nochzum Zittern brachte, sind schon lange vorbei. Mit einer Modellpflege soll sich das Erfolgsmodell der Kölner nun wieder in die erste Reihe fahren.

Der Fiesta verkauft sich seit seiner Markteinführung in den 70ern gut - mittlerweile mehr als elf Millionen Mal. Doch nie war er in Deutschland so erfolgreich wie Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre. Der Klassenprimus von einst ist in Europa auch heute noch immer ein erfolgreiches Fahrzeug. Doch die Konkurrenz ist mächtig angewachsen. Der Polo wurde jüngst überarbeitet, der Corsa kommt im nächsten Frühsommer komplett neu und zahlreiche ausländische Modelle machen ihm das Leben in der Kleinwagenklasse schwer. Zudem schielen viele eine Klasse tiefer zu Peugeot 107, VW Fox oder Chevrolet Matiz.

Bis der ganz neue Fiesta fertig ist, muss eine Modellpflege die Kunden bei der Stange halten. Eine Modellpflege, die überraschend zurückhaltend ausgefallen ist. Alleine die neue Front mit frischen Leuchteinheiten und einer Schürze weisen in die Zukunft. Außer den Klarglasaugen und minimalen Veränderungen am Heck steht der Fiesta da wie immer. Er sieht gefällig aus und fährt sich auch so.

Im Innenraum sind die Veränderungen ebenfalls nicht bombastisch - aber auffallend. Das Armaturenbrett wurde durch eine farblich abgesetzte Mittelkonsole geteilt und wirkt nicht mehr so farblos wie bisher. Auch die Instrumente und einige Bedieneinheiten wurden leicht überarbeitet. Alles im Rahmen - aber ein Fortschritt.

Ansonsten zeigt der 3,92 m lange Fiesta innen Licht und Schatten. Beim Öffnen mit der Funkfernbedienung klappen die Außenspiegel aus – beim Abschließen legen sie die Ohren an. Das hat Ford bei Peugeot und Mercedes abgeschaut und es ist einfach praktisch. Die Sitze sind ordentlich. Doch nicht nur Hünen würden sich über eine längere Sitzfläche und mehr Seitenhalt freuen. Wieso bei der optionalen Sitzheizung nur die Fläche und nicht die Lehne beheizt wird, bleibt Fords Geheimnis. Auch in der zweiten Reihe kann man es Dank 2,48 m Radstand aushalten - sofern man nicht über 1,70 groß ist. Dann wird es mit den Beinen etwas knapp. Die Kopfstützen lassen sich praktisch ausziehen, rutschen jedoch gerne wieder herunter. Wem der 284 Liter große Kofferraum nicht reicht, kann die Rückbank umklappen – dann gibt es bis zu 947 Litern.

Ford will auch in der Kleinwagenklasse mehr Dieselmodelle verkaufen. Neben dem 90-PS-starken Fiesta 1.6 TDCi ist die 1,4-Liter-Version das Volumenmodell. Der 50 kW/68 PS starke Selbstzünder arbeitet zudem in verschiedenen Peugeot- und Citroen-Modellen. Der deutlich vernehmbare Vierzylindermotor passt gut in den 1,2 Tonnen schweren Fiesta, der in Köln und Valencia produziert wird.

160 Nm bei 2.000 U/min und eine Spitzengeschwindigkeit von rund 165 km/h gehen beim Fiesta auf den ersten Blick ebenso in Ordnung wie der zurückhaltende Durst von 4,5 Litern Diesel auf 100 km. Euro-4 ist Serie, ein Partikelfilter bleibt in der kleinen Klasse weiter Zukunftsmusik. Doch beim kraftvollen Beschleunigen zeigt sich der 1,4 Liter große Duratorq-Motor dann nicht nur unangenehm laut sondern auch überaus träge. 0 auf 100 km/h in 15,5 Sekunden ist ein Wert, den man nur als lahm bezeichnen kann. Auch bei Überholvorgängen auf der Landstraße muss man das Herz schon in beide Hände nehmen und in den Gasfuß. So lässig sich der Fiesta beim Mitschwimmen im Alltagsverkehr fährt, so müde ist er dann, wenn es drauf ankommt. Das Fahrwerk dagegen arbeitet ordentlich. Und gleiches gilt für die leichtgängige Lenkung und die Fünfgang-Schaltung.

Bei der Serienausstattung zeigt sich der Fiesta enttäuschend. Front- und Seitenairbags, ABS und Gurtstraffer – das war's bereits. Kopfairbags (250 Euro) und ESP (495 Euro) muss man extra bezahlen. Bei der Modellpflege hätte man sich viele Details als serienmäßige Komponenten gewünscht. Das gilt unter anderem für elektrische Fensterheber, Sitzhöhenverstellung und eine Funkfernbedienung, die es erst ab der Trend-Variante serienmäßig gibt. Sinnvoll bleiben elektrische Spiegel, Klimaanlage und Nebelscheinwerfer.

So sollte man sich denn besser gleich für den Ford Fiesta 1.4 TDCi Trend entscheiden, der als Dreitürer sinnvoll ausgestattet immerhin auch schon rund 16.000 Euro kostet. Er lohnt sich daher nur für Vielfahrer oder echte Dieselfans. Alle anderen sind mit dem 80 PS starken Benziner namens Ford Fiesta 1.4 Trend besser bedient – der ist 1.200 Euro günstiger.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.