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Opel Corsa 1.3 CDTI: Kuschel-Fisch

Opels Kleinster ist erwachsen geworden. Das Auto mit dem Hai im Handschuhfach taugt mittlerweile sogar schon zum behaglichen Reisemobil. Leider sind dabei aber ein paar Kleinwagen-Eigenschaften verloren gegangen.

Wer im Jahr viele tausend Kilometer abreißt, der will es gemütlich haben - und ist gerne mit einem sparsamen, aber flotten Dieselmotor unterwegs. Vor allem kompakte Autos aus München und Ingolstadt sind als Dienst- und Reise-Flitzer begehrt. Voll ausgestattet sprengt aber schon ein Audi A3 oder ein 1er BMW irgendwann die 30.000er-Marke. Warum dann nicht auf ein paar Pferdestärken verzichten und trotzdem die volle Komfort-Dröhnung genießen - für 10.000 Euro weniger? Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht - mit einem Opel Corsa 1.3 CDTI Edition als Dreitürer zum Grundpreis von 15.982 Euro.

Dazu kam das Sichtpaket (Regensensor, automatische Abblendung für Innenspiegel und Scheinwerfer), das Sommerpaket (unter anderem Klimaautomatik), das Winterpaket (unter anderem Sitz- und Lenkradheizung), das Technikpaket (Tempomat und Bordcomputer), Kurven- und Abbiegelicht, eine Einparkhilfe, 15 Zoll-Leichtmetallfelgen, CD-Radio mit 6-fachem CD-Wechsler sowie ein DVD-Navigationssystem mit Farbbildschirm.

So hochgerüstet kostete der Testwagen knapp 20.500 Euro. Seit April bietet Opel für den Corsa allerdings neue Modelle an, statt der Edition-Ausstattung gibt es jetzt die Sondermodelle "Catch Me" und "Catch Me Now" (als 1.3 CDTI mit 90 PS ab 16.740 Euro), die eine bessere Ausstattung und Preisvorteile mitbringen. Die Preise haben trotzdem etwas angezogen, so dass unser Testwagen nach der neuen Liste knapp 21.000 Euro kosten würde. Ohne Navi (1920 Euro) bleibt die Summe unter der 20.000er Marke. Ärgerlich: Ein Dieselpartikelfilter kostet immer noch 540 Euro Aufpreis. Serienmäßig ist der Ruß-Schlucker nur beim 1.7 CDTI.

Wenn es stimmt, dass der erste Eindruck der entscheidende ist, dann hätte der Corsa schon in den ersten Minuten gewonnen. Die zweifarbigen Polster und das Armaturenbrett empfangen die Passagiere in Schwarz und warmem Rot. Die Mittelkonsole mit Klavierlack bringt einen Hauch Edel-Ambiente an Bord. Stimmungsvolle Beleuchtung sorgt für Behaglichkeit. Das Platzangebot ist großzügig - im neuen Corsa kann man es sich richtig schön kuschelig machen. Auf der Rückbank freilich wird es für große Personen ein wenig eng.

Ablagen-Armut im Cockpit

Beim Innenraum-Design haben sich die Rüsselsheimer richtig ausgetobt - und sich sogar verewigt: Im Handschuhfach gibt es ein kleines Haifisch-Symbol, das Sinnbild der schnittigen Corsa-Karosserie. Leider herrscht ansonsten Ablagen-Armut im großen Cockpit. Ein paar mehr Staumöglichkeiten fürs Handy oder den Kleinkram hätten es ruhig sein dürfen.

Auf den zweiten Blick nerven noch weitere Kleinigkeiten. Der Lichtschalter zum Beispiel ist tief unten außer Sicht links neben dem Lenkrad vergraben. Vor allem das Ein- und Ausschalten der Nebelleuchten wird zur unfreiwilligen Übung für den Tastsinn. Völlig unzureichend ist die Kofferraumbeleuchtung: Eine kleine Funzel im unteren Teil des Gepäckabteils versucht tapfer, beim Beladen etwas Licht zu spenden. Sobald man die mit einem Gepäckstück verdeckt, herrscht totale Finsternis. Dafür schluckt der Kofferraum, den man durch eine horizontale Trennwand zweigeteilt nutzen kann, 285 Liter - in dieser Klasse sehr ordentlich. Leider ist die Ladekante allerdings ziemlich hoch.

Beeindruckende Bedienungs-Ergonomie

Gelungen ist das Info-Terminal an der Mittelkonsole, das sich bei allen Lichtverhältnissen gut ablesen lässt. In der Info-Nische haben das Navi und die Anzeige des Bordcomputers ihre Heimat. Die Fernbedienung geht mit drei Knöpfen am Lenkrad spielend leicht von der Hand. Nach einer Eingewöhnungszeit kann man Navigation, Klima, Bordcomputer und die Audioanlage bedienen, ohne auch nur einmal die Hand vom Lenkrad zu nehmen. Von dieser Bedienungs-Ergonomie kann sich so mancher Hersteller eine Scheibe abschneiden. Auch der Tempomat, der als Drehschalter in den Blinkerhebel integriert ist, sorgt nicht für Fingerkrämpfe wie zum Beispiel die fummeligen Tasten im Meriva.

Die elegante Corsa-Karosserie mit dem ansteigenden Heck und den dicken C-Säulen vermittelt zwar Geborgenheit und Wohlfühl-Atmosphäre im Innenraum, hat aber handfeste Nachteile. Für einen praktischen City-Flitzer ist das fast vier Meter lange Auto nicht nur eine Spur zu groß geworden, sondern auch zu unübersichtlich. Vor allem beim Dreitürer ist die Sicht nach hinten und beim Spurwechsel arg eingeschränkt. Auch die große Windschutzscheibe sorgt nicht immer für Freude - zum Beispiel, wenn man sie komplett von Eis befreien muss. Zudem hat die Lüftung bei beschlagenen Scheiben arg zu kämpfen und benötigt eine Ewigkeit, bis die Scheibe komplett frei gepustet ist. Dafür machen Sitz- und Lenkradheizung die ersten Fahrminuten erträglicher.

Lenkung und Fahrwerk machen Spaß

Einmal in Fahrt gebracht, macht der kleine Rüsselsheimer eine Menge Spaß. Die Lenkung ist angenehm direkt, das Fahrwerk straff, aber nicht unkomfortabel und absolut Langstrecken-tauglich. Nur auf Querfugen wird es etwas holprig. Nachts sorgt das Kurven- und Abbiegelicht für erhellende Momente in dunklen Ecken.

Wer es nicht besonders eilig hat, wird mit dem Kompromiss "weniger Motorleistung, dafür mehr Ausstattung" ausgezeichnet leben. Der 1.3-Liter Diesel mit 90 PS, den es auch in einer 75 PS-Variante gibt, sorgt für ordentlichen Vortrieb. Das maximale Drehmoment von 200 Newtonmetern liegt schon ab 1750 Umdrehungen an.

Schaltgetriebe läßt sich flüssig bedienen

In der Stadt lässt sich der kleine Opel sehr flott bewegen. Auch auf Landstraße und Autobahn macht der Diesel eine gute Figur - selbst bei der Höchstgeschwindigkeit von 172 km/h bleibt das Motorengeräusch im Rahmen. Das Sechsgang-Schaltgetriebe lässt sich weich und flüssig bedienen. Den Durchschnittsverbrauch gibt Opel mit 4,6 Litern an. Wir erzielten einmal einen Durchschnittsverbrauch von 4,7 Litern - aber nur außerorts und mit extrem zurückhaltender Fahrweise. Realistisch sind Durchschnittsverbräuche zwischen 5 und 6 Litern. Allerdings treiben Gewicht und Energiebedarf der Komplettausstattung natürlich auch den Verbrauch ein wenig in die Höhe.

Pressinform / PRESSINFORM
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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