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Renault Mégane GT GTI-Jäger mit Komfortzone

Der Renault Megane GT ist 4,36 Meter lange
Der Renault Megane GT ist 4,36 Meter lange
© press-inform - das Pressebuero
Der Renault Mégane galt schon lange als Geheimtipp für ein vernünftiges Kompaktklassemodell zum fairen Preis. Mit der neuen Generation wollen die Franzosen die breite Masse überzeugen und schicken als Speerspitze den Golf-GTI-Gegner Mégane GT ins Feld.

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten, das sollte man auch dem Mégane zu Gute halten. Allerdings steht der Franzosen-Golf gut und satt auf der Straße. Das fängt schon bei den Proportionen an. Die vierte Generation des Mégane ist sechs Zentimeter länger als der Vorgänger; dabei tiefer, breiter und hat einen längeren Radstand mit kürzeren Überhängen. Diese Kombination ist sowas, wie der goldene Schnitt beim Automobil-Design, um ein Fahrzeug schon im Stand dynamisch und sportlich wirken zu lassen.

Unterstützt wird das Ganze noch durch die Lichtgrafik: Vorne strahlt das aus dem Talisman bekannte Säbelzahntiger-C und hinten ein geschwungenes Lichterband, die sich über das ganze Heck zieht und dem Hinterteil ein schicke Note verleiht. Das Ganze schaut nicht nur ansprechend aus, sondern leuchtet die Fahrbahn auch hell aus. Mittlerweile ist für den Mégane zeitgemäße Voll-LED-Technik erhältlich.

Wenn man den Innenraum auf sich wirken lässt, ist das Bemühen der Franzosen, neue Maßstäbe zu setzen, allgegenwärtig. Insbesondere das Thema Illumination wird zelebrieren und so differenziert sich der Mégane vom Rest der Golf-Klasse. Die Ambiente-Beleuchtung strahlt ein bisschen heller, als bei den anderen Konkurrenten.

Die Sportsitze sind bequem
Die Sportsitze sind bequem
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Wohlfühlzone an Bord

Massagesitze vorne eifern dem übermächtigen Gegner Golf 7 oder dem neuesten Opel Astra nach und komplettieren die fahrbare Wohlfühlzone. Die Gemeinsamkeiten mit dem Innenraum des größeren Bruders Talisman, mit dem sich der Megané die Technik teilt, fallen sofort ins Auge. Vor allem der senkrechtstehende iPad-ähnliche-8,7-Zoll-Touchscreen die zentrale Kommunikationszentrale. Auch das Bedienkonzept ist identisch, genauso eingängig, wenn auch nicht ganz so intuitiv, wie etwa bei einem BMW oder Audi. Die Assistenzsysteme, darunter adaptiver Tempomat, Fernlicht-Assistent und Toter-Winkel-Warner, sind ebenfalls von anderen Renault-Modellen bekannt. Ein dickes Minus gibt es allerdings für die Tatsache, dass das momentan weder ein Android- noch ein Apple-Smartphone in die Bedienung eingegliedert werden kann. Das soll sich bald ändern "Wir arbeiten an einer Lösung. Es wird ein Update geben", verspricht die Produkt-Direktorin des C-Segments bei Renault Delphine de Andria.

Rings um den Bildschirm befinden sich Knöpfe, mit denen sich einige Funktionen direkt anwählen lassen. Sobald der Sport-R.S-Button gedrückt wird, spannt der 151 kW / 205 PS-starke Mégane  GT die Muskeln, die digital animierten Rund-Instrumente färben sich bedrohlich rot, die Gasannahme wird unmittelbarer und das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe wechselt die Fahrstufen schneller. Die Kombination mit dem 1.6-Liter-Turbo-Motor funktioniert gut, offenbart aber eine leichte Schwäche beim Ansprechverhalten. Ein Blick auf das Datenblatt unterstreicht das persönliche Empfinden: Das maximale Drehmoment von 280 Newtonmetern steht erst ab 2.400 U/min zur Verfügung. Auch wenn der Mégane  GT mehr Drehzahlen braucht, ist der Verbrauch mit 6,0 Litern annehmbar.

Kein Hardcore-Punch aus dem Maschinenraum

Obwohl der 1467 Kilogramm schwere Mégane nach 7,1 Sekunden Landstraßen-Tempo 100 erreicht und bis 230 km/h sprinten kann, fehlt dem zwangsbeatmeten Triebwerk der richtige Punch, um kräftig durchzuziehen. Vor allem bei höheren Drehzahlen wirkt das Aggregat zugeschnürt. Die Lenkung ist zwar präzise und direkt, aber kein perfekter Mediator des Zustands der Fahrbahnoberfläche an die Fingerspitzen. In den Kurven bleibt der Mégane GT neutral und lenkt dank der Allradlenkung willig ein. Wenn es Richtung Grenzbereich geht, zeigt der Franzose eine gutmütige Tendenz zum Untersteuern, die allerdings auch die Thematik einbremst.

Listenpreise oder Straßenpreise

Die Kurvenjagd lässt sich auch in der zweiten Reihe genießen. Hinten haben die Kopf und Beine genug Platz, dass es sich auch groß gewachsene Mitteleuropäer einigermaßen bequem machen können. Beim Kofferraumvolumen hat der Renault gegenüber dem Golf GTI (380 bis 1.270 Liter) mit einem Fassungsvermögen von 384 bis 1247 Litern ganz knapp das Nachsehen, dazu behindert eine hohe Ladekante über die das Gepäck gewuchtet werden muss, das Befüllen des Gepäckabteils. Mit einem Basispreis von 29.090 Euro orientiert sich der Mégane ebenfalls am Golf GTI. Der hat zwar 15-Extra-PS, kostet mit mindestens 29.225 Euro auch etwas mehr. Und natürlich fällt ins Gewicht, dass Listenpreise bei Renault in der Praxis sehr flexibel gehandhabt werden. Beim Händler wird der Mégane GT deutlich günstiger sein, als der übermächtige GTI. Außer bei dem Topmodell gibt bereits beim Marktstart im März nächsten Jahres noch weitere Alternativen. Zusätzlich zu den drei Benzinern (74 kW / 100 PS bis 151 kW / 205 PS) stehen noch drei Diesel-Leistungsstufen (81 kW / 110 PS bis 96 kW / 131 PS) zur Auswahl. Im Juni nächsten Jahres kommt noch ein Topdiiesel mit 121 kW / 165 PS und Anfang 2017 wird ein Diesel-Hybrid die Kunden mit einem Durchschnittsverbrauch von weniger als drei Liter pro 100 Kilometer locken.

pressinform

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