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Technik: Saab XWD: Nordic Drifting

Alles neu bei Saab: Der aufgefrischte 9-3 ist ab 2008 mit Allradantrieb zu haben. Wir haben das System schon getestet. Mit stufenloser Drehmomentverteilung und elektronischem Sperrdifferenzial bleibt der Schweden-Stahl jederzeit auf Kurs.

Saab hat am 9-3 innen wie außen kräftig gefeilt. Die neueste Version sieht nicht nur schicker aus, sondern hat auch technisch viel Frisches. Neben einem Dieselmotor mit doppelter Turboaufladung ist das Allradsystem XWD (Cross Wheel Drive) die interessanteste Neuerung. Schließlich haben die stärksten Saab-Modelle als Fronttriebler schon mal mit Traktionsproblemen zu kämpfen.

XWD verteilt dass Drehmoment je nach Bedarf stufenlos zwischen Vorder- und Hinterachse. Das System wurde zusammen mit der schwedischen Allradschmiede Haldex entwickelt und heißt intern denn auch Haldex 4.

Beim Anfahren werden die Hinterräder in einer Art vorauseilenden Gehorsams mit Drehmoment versorgt, bevor Schlupf entstehen kann – ähnlich wie beim XDrive von BMW. Bei Saab ist das Geheimnis die Drehmomentverteilung mithilfe des TTD (Torque Transfer Device). Es beginnt seine Arbeit, sobald der Hydraulik-Druck die Kupplungsscheiben zusammenpresst.

Das System muss nicht erst bei Bedarf mit Druck versorgt werden, sondern steht sozusagen permanent unter Spannung. Der Hinterradantrieb wird noch vor dem Anfahren dazugeschaltet. Das wiederum verhindert Schlupf an den Vorderrädern. Bei einem gewöhnlichen Allradsystem muss die Elektronik erst Schlupf an den Vorderrädern erkennen, bevor Drehmoment an die Hinterachse geschickt wird.

Gegen Aufpreis wird XWD mit einem elektronischen Sperrdifferenzial an der Hinterachse zu haben sein. Die Hightech-Sperre verteilt das Drehmoment zwischen den beiden Hinterrädern.

Vorteile hat das zum Beispiel bei einem abrupten Spurwechsel oder beim Einscheren nach einem schnellen Überholvorgang: Die Drehmomentverteilung liegt im Normalfall bei etwa 90% auf der Vorder- und 10% auf der Hinterachse. Das elektronische Hinterachsdifferenzial verteilt die zur Verfügung stehende Kraft in der beschriebenen Situation noch feiner – etwa 80% schickt es an das linke Hinterrad, 20% an das rechte. Das Auto wird sozusagen auf die richtige Spur "gedrückt", das Heck folgt brav der Richtung der Vorderräder.

Was sich in der Theorie gut anhört, funktioniert auch in der Praxis. Unser Testobjekt war ein roter 9-3 SportCombi, eines von Saabs Versuchsfahrzeugen. Selbst in engen und haarigen Kurven sind hohe Geschwindigkeiten möglich, ohne dass der Schwede seiner Spur untreu wird. Hier gibt der Saab eine ähnlich gute Figur ab wie der Mazda 6 MPS.

Auf Schotter kann man den Saab bei Vollgas mit überraschend wenigen Korrekturbewegungen am Lenkrad in der Spur halten. Auch auf Eis – simuliert durch eine nasse, spiegelglatte Spezialfläche auf dem Saab-Testgelände – fanden wir den Allrad-Kombi überzeugend. Wirklich beeindruckend ist, wie lange das Heck stabil bleibt und wie es sich dann mit vergleichsweise wenig Aufwand wieder einfangen lässt.

Da das Allradsystem so schnell und kräftig reagiert, konnten die Saab-Ingenieure den Schwellenwert für den ESP-Eingriff an Drosselklappe und Bremse deutlich heraufsetzen. So wird der Schwede zum geborenen Drifter.

Das ganze Allradsystem wiegt etwa 80 Kilogramm, die zentrale Einheit mit Verteilerkupplungen und elektronischem Hinterachsdifferenzial bringt davon nur 29 Kilogramm auf die Waage. Um den Allradantrieb zu integrieren, bekommt der 9-3 eine komplett neue Hinterachskonstruktion.

Die Saab-Techniker sind auf ihr XWD kaum weniger stolz als junge Eltern auf das erste Kind. Alle Details zur Leistung des Systems wollen die Schweden noch nicht bekannt geben. In einem Handling-Parcours bei Vollgas haben die Entwickler ein XWD-Versuchsfahrzeug mit dem BMW 330xi, dem Mazda 6 MPS und dem Porsche 911 Turbo verglichen. Dabei habe der Saab unterm Strich ihrer Aussage nach die Nase vorn gehabt. Ob das stimmt, lässt sich freilich nur in einem direkten Vergleich nachvollziehen. Denn BMW, Mazda und erst recht Porsche verfügen über exzellente Allradsysteme, die enorme Kurvengeschwindigkeiten ermöglichen.

Auf den Markt kommt XWD Anfang 2008. Zunächst wird es nur in Verbindung mit den beiden Top-Modellen 9-3 V6 Aero SportLimousine und SportCombi (ab 2008 mit 280 PS statt 255 PS) zu haben sein, wahlweise mit Schaltgetriebe oder Automatik. Der Allrad-Spaß im Saab wird also ein teurer werden: Das Top-Modell kostet schon jetzt als Limousine 41.150 Euro, als Kombi 42.750 Euro. Ob es auch das 9-3 Cabrio mit Allradantrieb geben wird, hat Saab noch nicht entschieden.

Pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.