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Toyota Avensis: Der Wagen für kühle Rechner

Emotionen kann der Avensis auch nach der gründlichen Überarbeitung nicht wecken, aber es gibt mehr Ausstattung für das gleiche Geld.

Von Walter Hasselbring

Wenn Toyota ein neues Modell der Avensis Baureihe vorstellt, sollen nicht die Emotionen angesprochen werden sondern die Vernunft. Der Wagen, der nun schon seit 1998 auf dem Markt ist, wird hauptsächlich im Flotten-Einsatz gefahren. Und wenn so ein Auto die Gnade der Controller in den Firmen findet, spricht das für Effektivität und Kostengünstigkeit. Außerdem ist der Avensis für die Japaner das Referenzmodell, was die Zuverlässigkeit angeht.

Kehrseite der Medaille: Die Herzen der privaten Autokäufer hat der Langweiler aus dem Land des Lächelns nie erobern können. Neben ihm wirkt ein Ford Mondeo wie ein Wildpferd und der Mazda 6 wie ein eleganter Samurai-Krieger. Der Avensis Jahrgang 2012 ist nun noch einmal für die Wünsche europäischer Kunden aufgepeppt worden.

Dazu hat man sich vor allem die Vorder- und die Heckpartie vorgenommen. Ein trapezförmiger Kühlergrill soll zusammen mit den unteren Stossfängern breiter wirken und damit mehr Sportlichkeit und Dynamik ausdrücken. In die Scheinwerfereinheit ist noch eine Tagfahrbeleuchtung integriert und die Nebelscheinwerfer wurden weiter außen platziert. Hinten verändern vor allem moderne LED-Leuchten und ebenfalls wuchtiger erscheinende Stossfänger das Erscheinungsbild.

Preiswerte Ausstattungsdetails

Noch mehr Kreativität haben die französischen – Designer für den Innenraum entwickelt. Der wirkt jetzt in allen Modellvarianten hochwertiger und eleganter. Alle Instrumente sind bestens ablesbar und alle Griffe und Hebel gut erreichbar. Die Sitze sind jetzt wesentlich bequemer und sorgen durch besser geformte so genannte Sitzwangen auch für mehr Seitenhalt. Der Clou im Innenraum dürfte das neue Multimedia-System sein. Besonders sein Preis von 550 Euro ist derzeit ein Schnäppchen auf dem Markt. Dafür ist es mit einem 6,1 Zoll großen Touch Screen Bildschirm, mit Zugriff auf Google Local Search sowie App-Downloads und mit einem Facebook-Zugang ausgestattet. Weiter gehören eine erweiterte Spracherkennung sowie eine SMS-Vorlesefunktion zum Funktionsumfang.

Die Basisversion des Autos hat schon das Audio-System Toyota Touch an Bord. Musik kann man im neuen Avensis genießen, weil die Toyota-Techniker die Geräuschdämmung und das Vibrationsverhalten verbessert haben. Das gilt auch für den 2,0 Liter Diesel- Motor, der den Testwagen durch die französischen Seealpen zog. Er leistet 124 PS und braucht laut Hersteller nur 4,5 Liter Kraftstoff - was zu einer in der Klasse bemerkenswert niedrigen Co2-Emission von 119 Gramm pro Kilometer führen soll. Da muss man über das relativ dürftige Durchzugsverhalten bei unteren Drehzahlen hinwegsehen. Controllerseelen dürfte er entzücken. Vermutlich bietet er hier seine letzte Vorstellung, die Diesel der nächsten Generation werden von BMW kommen.

Günstig bei den Vollkosten

Insgesamt wird der Avensis mit drei Diesel- und zwei Benzin–Motorvarianten angeboten.

Neben dem kleinen Diesel gibt es noch einen 2,2 Liter Selbstzünder mit 132 PS und eine 2,2 Liter D-Cat mit 150 PS. Die Benziner holen aus 1,6 oder 1,8 Litern Hubraum 132 oder 147 PS heraus. Dazu kommen drei Getriebe Optionen. Für alle Motoren sind manuelle Sechsgang-Getriebe zu haben. Der 150 PS-Diesel ist wahlweise mit einer Sechsstufen-Automatik ausgestattet, der 1,8 Liter Benziner kann auch mit einem stufenlosen Multidrive S Getriebe geordert werden.

Der Avensis ist in drei Ausstattungsvarianten zu haben. Die Grundausstattung hat beispielsweise schon einen externen Audioeingang, einen USB - Anschluss mit ipod- Steuerung und die neue Scheinwerfereinheit an Bord Die nächst höhere Stufe namens "Life" glänzt unter anderem mit einer aufgewerteten Gestaltung der Mittelkonsole, mit dem Multi – Mediasystem , und elektrisch einklappbaren Seitenspiegeln. Noch edler geht es mit der "Executive"-Version auf Tour. Hier sitzt man auf beheizbaren Alcantara-Bezügen, hinter Privacy Glasscheiben und wird durch ein Premium-Soundsystem akustisch berieselt. Bei den Kosten liegt der Avensis gut im Rennen. Der Konkurrent Peugeot 508 sw e hdi 110 aktive kommt auf Unterhaltskosten von 38,9 Cent pro Kilometer. Der Ford Mondeo Turnier 1,6 tdci trend kostet sogar 41,3 Cent pro Kilometer. Der Avensis 2,0 Diesel Life Kombi kostet nur 35,8 Cent. Die Preise des Avensis beginnen bei 22.700 Euro und enden bei 33.200 Euro. Der Kombi ist jeweils 1000 Euro teurer.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.