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VW Golf Cabriolet 2011: Oben offen ohne Bügel

Nach fast zehn Jahren des Wartens ist der Bestseller VW Golf wieder als Cabrioversion zu bekommen. Auf dem Genfer Salon feiert das ehemalige Erdbeerkörbchen seine Weltpremiere – ganz ohne Bügel.

Von Gernot Kramper

In den 80er und frühen 90er Jahren war das Golf Cabriolet mit seinem unvergleichlich kantigen Charme das Massencabriolet überhaupt. Diese Position will Volkswagen mit dem neuen Golf Cabrio wieder erobern. Im Heimatmarkt Deutschland wird es sicher sofort gelingen den Peugeot 207 CC vom ersten Platz der Cabriozulassungen zu verdrängen.

Seit 1979 diente der Golf als technische Basis für ein Cabrio mit festem Überrollbügel. Der "Henkel" schützte bei einem Überschlag, zerstörte aber die klassische Linie eines Cabriolets. Wegen des Bügels wurde das Golf Cabriolet spöttisch Erdbeerkörbchen genannt, und auch der Vergleich zum kultigen offenen Käfer fiel meist negativ aus. Dennoch war das Golf Cabriolet für viele ein Traum. Auf dem Genfer Automobilsalon feiert das Golf Cabriolet nun seine Auferstehung. Der dunkle Überrollbügel ist verschwunden, und auch sonst erinnert wenig an gestern.

Die Zeit war längst reif für eine Wiedergeburt. Nach dem Golf Cabriolet zog sich Volkswagen im Jahr 2002 aus dem Segment der Sonnenanbeter zurück. Dafür wurde bald darauf der New Beetle oben offen angeboten. Schließlich wurde 2006 der Eos als offizieller Nachfolger auf den Markt gebracht. Beide Wagen sind Fremdkörper in der Marke. Der New Beetle ist ein Retrowagen für eine besondere Klientel. Und der Eos wollte immer mehr sein, als er war. Im Vergleich zum Eos zeigt sich der offene Golf kompakter und bodenständiger. Der Neue ist ein ehrliches Modell und besinnt sich so auf die Stärken von VW. Aus dem Bestseller Golf wird ein Cabrio gemacht: kompakt und nutzwertig. Keine Schnörkel, kein Abdriften in neue Fahrzeugklassen oder Möchtegern-Tuerei.

Stoffdach für den Golf

Dafür wurde auf ein Klappdach verzichtet. Bis zu vier Insassen werden mit einer straffen Stoffmütze geräuscharm gegen äußere Witterungseinflüsse geschützt. Das Dach öffnet und schließt in weniger als zehn Sekunden vollelektrisch bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h. Der alte, starr montierte Überrollbügel wurde von einem automatisch ausfahrbaren Überschlagschutz hinter den Fondpassagieren ersetzt. Zudem sorgen ABS, ESP und diverse Airbags für Sicherheit. Neben dem geräumigsten Innenraum seiner Klasse bietet der Sonnen-Golf bei offenem Dach einen Laderaum von 250 Liter. Die Rückbank kann im Verhältnis 50:50 umgeklappt werden. Dann steht eine nennenswerte Durchlade zur Verfügung. Für alle die zu zweit unterwegs sind, sollte das Golf Cabrio genügend Stauraum bieten.

An Motoren herrscht bei Volkswagen kein Mangel. Das Golf Cabriolet startet mit sechs Triebwerken mit Leistungen zwischen 105 und 210 PS. Das sparsamste Modell ist der 105 PS starke 1.6 TDI, der gerade einmal 4,4 Liter Diesel auf 100 Kilometern verbraucht. Massenmodelle dürften der 140 PS starke 2.0 TDI und der 160 PS starke 1.4 TSI sein. Die Vierzylindermotoren verfügen über eine Handschaltung, lassen sich optional jedoch mit einem Doppelkupplungstriebe mit sechs bzw. sieben Gängen kombinieren.

mit Press/Inform

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