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VW Multivan: Come to Nutzfahrzeug-Country

Neben gutem Wind und hübschen Mädchen hat jeder Surfer eine heimliche Liebe. Er will sein eigenes Modell aus der VW Nutzfahrzeugsparte besitzen. Keiner verspricht mehr Abenteuer als der Multivan. Einziges Hindernis vor dem Freizeitvergnügen ist die wölfische Preisliste.

Von Gernot Kramper

Woher kommt die Magie der Nutzfahrzeuge? Zum einen aus der angeborenen Verachtung des Freizeitsportlers für Wohnwagen und "echte" Großwohnmobile, zum anderen zehrt VW noch immer vom Charme des legendären Bullis. Auf Marketing-Klimbim muss man wenig Rücksicht nehmen. Wie sonst wäre der zärtliche Name "T5" für ein Spaßmobil zu erklären?

Puristischer Einsteiger

Als "Einstiegsmodell" in die Welt des Freizeit-Multivans fungiert seit letztem Herbst die "Beach"-Reihe. Ein Konzept, dass man getrost als puristisch und praktikabel bezeichnen kann. Mit wenigen Handgriffen ist das Bett bereitet. Eine völlig ebene Liegfläche breitet sich da aus, wo eben noch die zweite Bank stand. Man kann sich ausstrecken, wohlfühlen und – so man will - auch noch die Scheiben abdecken. So wird der "Beach" tatsächlich zur zeitgemäßen Ausgabe des Bulli aus dem "Summer of Love." Praktische Stautaschen und Netze unterstreichen noch seine jugendliche Ausrichtung. Übersichtlichkeit und Fahrverhalten des T5 bieten keinen Anlass zur Kritik. Die Werber-Ansage "fährt wie ein Pkw" stimmt natürlich so nicht und auch die stärkere 1.9 Liter Motorisierung kommt mit ihren 100 PS im Gebirge schnell an ihre Grenzen. Trotzdem kann man sich mit dem "weniger ist mehr" anfreunden, auch weil sich im kargeren Modell der miefige Kleinbürger-Charme eines voll ausgestatteten Wohnmobils nicht ausbreiten kann. Allein das fehlende Ausstelldach könnte man vermissen. Aber nicht mehr lang, zum Caravan Salon wird es nun auch ab Werk (und nicht vom Drittausrüster) ein Aufstelldach geben.

Alles andere als billig

Kreiert wurde der Beach als preiswertes Einstiegsmodell, wobei "preiswert" nicht mit "billig" verwechselt werden sollte. Tatsächlich nimmt der Multivan preislich in einer Region Fahrt auf, in der man bei anderen Modellen von Volkswagen stets von Vollausstattung sprechen kann. Der "Beach" beginnt etwas oberhalb von 30.000 Euro, dafür gibt es ein 5-Gang-Getriebe und ein Motörchen mit 84 PS/ 62 KW, der billigste California in der Trendline Ausstattung kommt auf über 41.00 Euro. Bei beiden will der Partikelfilter als "Extra" geordert werden.

Der Kunde geizt nicht

In der Preisliste gibt der Beach also satte 10.000 Euro nach, in der Kundengunst liegen allerdings die teuersten Kaliber vorn. Für die betuchte Abenteuerschar wurde das Sondermodell "No Limit" konzipiert. Diese Edel-Variante des Klempnerbusses kostet fast 80.000 Euro. Genau das richtige für das solvente Paar mit ebenfalls unlimitierter Kreditkarte, denen es im Porsche einfach nicht kommod genug zugeht und die auch unterwegs nicht auf einen Kühlschrank verzichten mögen. In der auf 222 Stück limitierten Sonderserie - lackiert in der Farbe Campanella-Weiß – erfreut ein iPod mit 30 GB Speicher auch auf der Weltreise mit "Mucke endlos". Aber das empfindliche, weiße Leder und ein mobiler DVBT-Fernsehempfänger zeigen, dass das "No Limit"-Abenteuer so wild nicht werden kann, denn nur mit Satelliten-Anlage kann man sicher sein, auch bei der Pirsch auf den sibirischen Tiger nicht auf die Champions-League verzichten zu müssen. Immerhin werden die Lieferwagen-Maschinchen gar nicht erst angeboten. Es steht nur der 2,5 Liter große TDI mit 130 oder 170 PS zur Wahl, zusätzlich gibt es natürlich den 4Motion-Allradantrieb. Nebenbei bemerkt bietet VW individuelles Zubehör jedweder Prägung. Geländereifen, Monsterfederung und mehr Bodenfreiheit sind ebenso kein Problem, wie handgestickte Monogramme ("Bärchen und Schatzi") auf dem Alcantara-Leder. Dann verlässt man natürlich schnell die 70.000 Euro-Region und nimmt beherzt die 100.000er Marke ins Visier.

Was macht die Jugend?

Solche Camper gibt es durchaus, und das nicht zu knapp, wie man bei VW freudig feststellt. Aber was tut ein echter Abenteurer, der schon beim Preis eines normal ausgestatteten Beach vor Schreck erstarrt? Der muskelbepackte Outdoor-Guide Gerhard von High5 macht es wie die Hippies mit ihrem Bulli. Anstatt sich die Vorzüge von "No Limit" oder die des rollenden Opernhügels "Concert" erklären zu lassen, löchert er die Insider von VW mit Fragen zu gebrauchten Lieferwagen. Umbau ist immer noch die klassische Art, zu einem bezahlbaren T5 zu kommen.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.