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GUIDOMOBIL: Hoch auf dem gelben Wagen

Guido Westerwelles 18-Prozent-Guerilla schnappt sich einen zehn Jahre alten Gebrauchtwagen und geht damit auf Stimmenfang.

Pünktlich zum Bundestagswahlkampf rüsten die Parteien auf. Um Wahlprogramm und Kampagne angemessen zu transportieren, werden Fahrräder, Smarts und Limousinen - ja sogar ganze Lastwagen auf Parteilinie getrimmt. Und was macht die FDP? Guido Westerwelles 18-Prozent-Guerilla schnappt sich einen zehn Jahre alten Gebrauchtwagen und geht damit auf Stimmenfang.

Elf Meter Guidomobil

Die Spöttelei der politischen Konkurrenz über den vermeintlichen »Gebrauchten« könnte den Genossen alsbald im Halse stecken bleiben. Dann nämlich, wenn die FDP-Wahlkämpfer mit ihrem »Guidomobil« auf den Hof cruisen. Das alternde Schnäppchen (bei einem Händler in Emmendingen kostete das gute Stück nur schlappe 60.000 Euro) entpuppt sich in Wirklichkeit nämlich als über elf Meter langes Motorhome, das eigentlich auf amerikanischen Highways z zu Hause ist.

Zu groß für den Campingplatz

In den USA sind die Mega-Wohnmobile recht beliebt. Motorhome-Besitzer müssen auf keine Annehmlichkeit eines herkömmlichen Hauses verzichten und bleiben gleichzeitig mobil. Trotz dieser Vorzüge führen die rollenden Riesen in Europa ein Orchideen-Dasein. Europäische Autobahnen und Bundesstraßen sind für solche Dickschiffe mit LKW-Ausmaßen einfach nicht geschaffen. Von Kreisstraßen gar nicht zu reden. Und wer mit so einem Teil auf einen Campingplatz möchte, sollte sich für den Platzwart gute Argumente einfallen lassen. Elf Meter Länge und eine Höhe von drei Metern - darauf ist kaum ein Campingplatz eingerichtet.

Immerhin zehn Jahre hat der »Winnebago Elanté 37« schon auf dem Buckel, den die FDP bei der Emmendinger Firma ICF US-Motorhomes erstanden hat. Kein Alter für so einen Riesen und außerdem ein schöne Erinnerung an eine Zeit, in der die Liberalen auch ohne 18-Prozent-Kampagne zweistellige Wahlergebnisse abräumten. Und obendrein auch noch ein weithin sichtbares Signal für den Sparwillen der Gelben. Bei der letzten Wahl zog die FDP noch mit einem 18 Meter langen Sattelschlepper über die Dörfer.

10.000 Kilometer durch die Republik

Inzwischen erstrahlt der große Ami im quietschgelben FDP-Look, trägt die blaue 18 zur Schau und hat eine eigene Homepage im Internet. Die Innenausstattung des FDP-Liners blieb fast unangetastet. Küche, Bad und diverse elektrische Helferlein sollen Guido Westerwelle auf seinen 10.000 Kilometern durch die Republik die Reise so angenehm wie möglich gestalten. Lediglich die farblich abgestimmten Sitzmöbel mussten, jenseits des guten Geschmacks, blauem FDP-Gestühl weichen.

Sollte Herr Westerwelle die Lust verspüren, sich mit den Hightech-Sattelschleppern der Konkurrenz anzulegen, wird ihn sein Guidomobil ganz sicher nicht im Stich lassen. Unter der Motorabdeckung schlummert ein 7,4 Liter starker Benzinmotor, der das gelbe Dickschiff im Bedarfsfall mit knapp 200 PS vorantreibt.

Jochen Knecht

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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