IAA-Abschluss Autoindustrie sieht Konjunkturfrühling

In der deutschen Automobilindustrie wächst die Zuversicht auf einen baldigen Konjunkturfrühling.

In der deutschen Automobilindustrie wächst die Zuversicht auf einen baldigen Konjunkturfrühling. Als Steilvorlage für die erhoffte Trendwende - nach drei Jahren Flaute im Inland - wertet der Verband der Automobilindustrie (VDA) den neuen Besucherrekord von einer Million Gästen auf der 60. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt.

"Botschaft des Optimismus"

Von der am Sonntag zu Ende gegangenen weltgrößten Autoschau sei "eine Botschaft des Optimismus ausgegangen", resümierte VDA-Präsident Bernd Gottschalk. Im Vergleich zur IAA 2001, die allerdings im Schatten der Terroranschläge von New York und Washington stand, ist die Zahl der Besucher um 22 Prozent gestiegen. Aber auch die bislang meistbesuchte Pkw-IAA 1999 mit 896 200 Autointeressierten sei nochmals um elf Prozent übertroffen worden.

Die in Frankfurt spürbare "Aufbruchstimmung" wird nach Meinung des Veranstalters auch von Umfragen gestützt. Jeder fünfte Messebesucher plant danach in den nächsten drei bis sechs Monaten den Kauf eines neuen Autos. Wichtige Impulse erhoffen sich die Hersteller auch vom hohen Durchschnittsalter des Pkw-Bestandes von 7,5 Jahren. 30 Prozent der auf Deutschland Straßen fahrenden Modelle rollen schon mindestens zehn Jahre.

Unbezahlbare Schauobjekte

Die Neuvorstellungen in der PS-starken Luxusklasse waren für Hunderttausende allerdings unbezahlbare Schauobjekte. Den entscheidenden Durchbruch für ein Ende der allgemeinen Kaufzurückhaltung erhofft sich die Branche von der für viele noch erschwinglichen Kompaktklasse. Vor allem die neuen Modelle VW Golf und Opel Astra sollen spätestens im Frühjahr die ausgedünnten Auftragsbücher im Inland wieder füllen.

Zugpferd für die Gesamtwirtschaft

Deutschlands wichtigster Industriezweig mit 771 000 Beschäftigten sieht sich sogar in der Rolle des Zugpferdes für die gesamtwirtschaftliche Konjunktur. Allerdings müsse die Politik die richtigen Rahmenbedingungen setzen, damit das Vertrauen der Verbraucher zurückkehre, mahnte Gottschalk. Bei aller Euphorie ist den Autobauern klar: Erst wenn die geplante Steuersenkung im Januar auf den Gehaltszetteln sichtbar wird und nicht neue Belastungen an anderer Stelle auftreten, dürften die potenziellen Neukunden an ihre Sparguthaben herangehen. "Selten zuvor sind die Chancen für eine Belebung der Autonachfrage so gut gewesen wie nach dieser IAA", bilanzierte der VDA-Präsident.

Kleinere Messen scheiterten

Neben dem "Kaiserwetter" kam der Frankfurter Autoschau sicher auch die Bereinigung bei den inländischen Automobilmessen zugute. Kleinere Regionalveranstaltungen wie in München, Stuttgart und Berlin haben die Sparprogramme der Hersteller nicht überlebt. Neben den großen internationalen Autoausstellungen Paris, Genf, Detroit und Tokio haben sich hier zu Lande die Frankfurter IAA und die Leipziger IMA fest im Veranstaltungskalender etabliert. Mit 1000 Ausstellern aus 42 Ländern - davon die Hälfte Zulieferer - sowie rund 14 000 Journalisten aus allen Teilen der Welt kann die Frankfurter IAA ihren Anspruch auf "die Leitmesse der Automobilindustrie" behaupten.

Wolf Pampel, dpa DPA

Mehr zum Thema



Newsticker